Corona ändert die Planungen der Schützen gewaltig 

Zwei weitere Jahre fürs Königspaar

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Ortstermin auf Abstand und im Freien: SGM-Vorsitzender Karsten Decker, das SGM-Königspaar Thorsten und Christine Tump und SGM-Pressesprecher Friedhelm Zahnke beim Interview.

Meinerzhagen – Ein Schützenfestjahr ohne Schützenfest – so ganz kann das nicht sein. Am nächsten Wochenende wäre es soweit gewesen: Die Schützengesellschaft Meinerzhagen (SGM) hätte die Nachfolger des amtierenden Königspaares Thorsten und Christine Tump präsentieren können.

Und für das Prinzenpaar Luca Czernio und Jacky Cyrax hätte es ebenfalls neue Regenten gegeben. Doch wegen der Corona-Pandemie wird die mit Abstand größte Meinerzhagener Festveranstaltung um zwei Jahre verschoben. Vorfreude wächst Und dennoch wächst gerade jetzt vielerorts die Vorfreude auf das Schützenfest. „Wir hören, dass Straßen geschmückt werden und Nachbarschaftsfeiern geplant sind“, sagt SGM-Vorsitzender Karsten Decker beim Treffen mit dem Königspaar. Die Schützengesellschaft Meinerzhagen möchte dieses Wirken auf keinen Fall unterbinden, sondern viel mehr begleiten. Und dazu gehört das traditionelle Interview mit dem amtierenden Königspaar, ergänzt um ein kurzes Statement des Prinzenpaares. Klaus Schliek sprach mit dem Königspaar. 

„König Thorsten, Königin Christine, trifft Sie die Absage des Schützenfestes sehr? 

Thorsten Tump: „Ich nehme es mit Humor und sage: So schnell werdet ihr uns als Königspaar nicht los. Wir regieren einfach noch zwei Jahre weiter. Aber im Ernst: Natürlich hat uns die Entscheidung bewegt. Doch sie ist ja nicht von heute auf morgen gekommen, sondern hat sich schon ab Ende Februar abgezeichnet. Da konnten wir uns auf die Situation einstellen.“

Christine Tump: „Die Absage in diesem Jahr ist absolut richtig. Mit der bedrückenden Last der Corona-Auswirkungen wäre das kein schönes Fest geworden. Die ganzen Einschränkungen, die trotz der vorsichtigen Lockerungen immer noch gelten - es hätten ja gar nicht alle mitfeiern können. Und die vielen Vorbereitungen wären ohne die gemeinschaftliche Nähe auch nicht gut gelaufen.“

 „Wie haben Sie ihre bisherige Regentschaft erlebt?“ 

Thorsten Tump: „Na ja – die intensive Vorbereitungszeit auf das Fest haben wir ja jetzt verpasst. Das holen wir in 2022 nach. Im Februar gab es noch das große Auftakttreffen mit den Ehrendamen - danach hat Corona ja alles still gelegt. Aber gleich nach unserem Fest 2018 hat es zum Beispiel den Besuch bei den Senioren im Wilhelm-Langemann-Haus gegeben und wir haben natürlich im letzten Jahr an den vielen Schützenfesten der befreundeten Vereine teilgenommen. Das waren schon schöne Erlebnisse.“

Christine Tump: „Mich haben direkt nach dem Fest vor zwei Jahren die tollen Reaktionen der vielen Bürger echt umgehauen. Das war eine Riesenfreude, die uns entgegengebracht wurde. Blumengrüße, Anrufe, Karten, persönliche Ansprache - das war schon toll. Eine Geschichte bleibt unvergessen: Beim Besuch unsere Verwandten hier in Meinerzhagen hat mich ein kleines Mädchen aus dem Nachbargarten entdeckt und ganz laut gerufen: Papa, Papa komm schnell, da ist unsere Königin. Ganz klar: Mein Mann und ich, wir freuen uns auf zwei weitere Amtsjahre.“

Thorsten Tump: „Von der Verschiebung profitiert sicher unsere Tochter Annika. Sie ist jetzt knapp vier Jahre alt und will am kommenden Wochenende das Schützenfest daheim mit ihren Playmobil-Figuren nachspielen. In zwei Jahren, wenn hoffentlich wieder wie gewohnt gefeiert wird, dürfte sie das Geschehen mit dann sechs Jahren schon wesentlich bewusster erleben und später viel mehr Erinnerungen daran haben. Etwas Stress gibt es dann auch, denn kurz nach dem Schützenfest 2022 wird Annika eingeschult.“

 „Gibt es ausreichend Unterstützung durch Schützengesellschaft, Familie und Freunde?“

 Thorsten Tump: „Die Begleitung ist ganz hervorragend. Das wird ohne Probleme zwei weitere Jahre halten. Und ich komme ja aus einer alten Schützenfestfamilie. Die steht sowieso voll und ganz hinter unserer Regentschaft.“

Christine Tump: „Ein harter Schlag ist die Absage für unsere sechs Ehrendamen. Für sie wäre die Veranstaltung vom 1. bis zum 3. August der absolute Höhepunkt gewesen. Jetzt müssen sie zwei weitere Jahre warten, was in dem Alter eine kleine Ewigkeit ist. Die jungen Frauen sind jetzt 18, 19 Jahre alt. Da endet die Schul- oder Lehrzeit, viele Veränderungen im Leben stehen an. Aber bislang haben alle den festen Willen, auch 2022 dabei zu sein. Das sind halt ganz tolle Mädels.“

 „Haben sich Ihre Erwartungen an das besondere Amt erfüllt?“ 

Thorsten Tump: „Man hat sich ja Vorstellungen darüber gemacht, was es bedeutet, das amtierende Königspaar der Meinerzhagener Schützengesellschaft zu sein. Aber die Realität hat das alles noch einmal klar getoppt. Die zurückliegenden zwei Jahre waren eine ganz tolle Zeit für uns. Man kann sagen: Eine wirkliche Bereicherung für unser Leben.“

 „Was machen Sie am kommenden Wochenende?“

Thorsten Tump: „Wir sind in zwei Kleinbussen unterwegs und besuchen einige Nachbarschaften und Straßengemeinschaften, die kleine Feiern planen. Mit dabei sind meine Frau und ich, der Prinz, die Ehrendamen und der erweiterte Vorstand. Natürlich achten wir dabei auf die Einhaltung der Hygienevorschriften, tragen unsere Schützen-Mundschutze. Und wir gehen davon aus, dass die Meinerzhagener Schützen ebenfalls vorsichtig sind und auf Abstand und Mundschutz achten."

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