Thomas Rex erinnert sich gut an Meinerzhagen

„Ohne die MZ wäre ich heute nicht das, was ich bin!“ Davon ist Professor Dr. Thomas Rex überzeugt.

MEINERZHAGEN - „Ohne die Meinerzhagener Zeitung wäre ich heute nicht das, was ich bin!“ Davon ist Professor Dr. Thomas Rex überzeugt.

Daher kann sich der Redaktionsleiter „Frankenschau und Sonderprojekte“ des Bayerischen Fernsehens, zudem auch als Lehrbeauftragter für Kommunikation an der Uni Erlangen-Nürnberg tätige Journalist, auch noch gut an seine Tage in Meinerzhagen erinnern. „Ich weiß noch: Der dunkelste Raum der Redaktion war die Damentoilette.“ Die sei oft „besetzt“ gewesen, „weil gerade Fotos entwickelt wurden“, erzählt er. Je länger der 52-jährige an seine Zeit in Meinerzhagen zurückdenkt, desto mehr Anekdoten fallen ihm ein: „Die Zeit werde ich nie vergessen. Sie hat mich und meine Arbeit bis heute geprägt.“

Thomas Rex arbeitet seit 1984 im Studio Franken des Bayerischen Rundfunks. Seit 1991 ist er als Redakteur zuständig für die Magazinsendung Frankenschau, die er auch regelmäßig moderiert. Zudem dreht er Dokumentarfilme. Am liebsten, so sagt er, über Afrika.

Begonnen hat Thomas Rex seine journalistische Laufbahn 1979 mit einem Volontariat bei den Lüdenscheider Nachrichten. Anschließend arbeitete er kurze Zeit als Nachrichtenredakteur, bevor er beschloss, ein Studium anzuhängen. Also ging er 1981 nach Köln und studierte dort Politik- und Kommunikationswissenschaft.

„Parallel habe ich Vertretungsdienst bei der Meinerzhagener Zeitung gemacht“, berichtet Rex. Manchmal, so gibt er zu, habe er sogar mehr in der Redaktion gesessen als in der Uni. „Mir hat meine Arbeit Spaß gemacht. Es war eine kleine Redaktion mit drei Redakteuren und einer Sekretärin“, erinnert er sich. „Ich habe mein Studium extrem schleifen lassen. Irgendwann musste ich mich zwischen Redaktion und Studium entscheiden. Ich entschloss mich, an einer kleineren Universität weiter zu studieren. So kam ich nach Bamberg“, berichtet er. Spritgeld für die weiten Strecken verdiente er sich weiterhin am Wochenende und in den Ferien bei der MZ.

Bereits während des Studiums arbeitete Thomas Rex zudem als freier Reporter für viele Informationssendungen des Bayerischen Rundfunks und der ARD. Als da waren die Rundschau, das Bayernstudio, die Abendschau oder die Tagesthemen.

Nach den Unterschieden in der Arbeit befragt antwortet der Wahl-Bayer: „Print ist etwas ganz anderes als Fernsehen. Man arbeitet weitestgehend alleine, ist schnell und flexibel. Fernsehen hingegen ist Teamarbeit. Mindestens 15 Menschen arbeiten an einer Sendung. Doch eines ist klar: Die gute journalistische Grundausstattung habe ich aus dem Sauerland mitgebracht.“ So falle es ihm beispielsweise leicht, Schlagzeilen zu formulieren. Schließlich habe er gelernt, knappe Überschriften für die Zeitung zu formulieren. „Und auch das Glosseschreiben hat mir geholfen. Bis heute kann ich wunderbar aus nichts ganz viel machen.“

„Meinerzhagen ist mir noch sehr nah. Es gibt einige Geschichten, die werde ich sicherlich nie vergessen.“ Dazu zähle beispielsweise eine türkische Beschneidungsfeier, die groß in der Stadthalle gefeiert worden war. „Das war ein unglaubliches Ereignis. Wir haben die Ausgabe auf türkisch übersetzen lassen. Zum ersten Mal gab es die MZ in zwei Sprachen und alle, wirklich restlos alle Exemplare, waren im Nu vergriffen.“

Nachhaltigen Eindruck hinterließ offenbar auch die Schützenfestberichterstattung bei dem ehemaligen Blattmacher. Bis in die Nacht sei gearbeitet worden, damit die Schützenfestausgabe am nächsten Morgen druckfrisch und so aktuell wie möglich beim Frühschoppen im Zelt auf den Tischen lag. „Beeindruckt hat mich damals auch der Abriss der alten Skisprunganlage. Die Holz- gegen eine Stahlkonstruktion auszutauschen, das war eine Riesen-Aktion.“

Aber eine Geschichte, die erzähle er wirklich immer wieder. Sie sei so skurril, dass sie bei Familienfeiern immer wieder für Lacher sorge: „Und zwar die von der Kuh in der Kläranlage. Fazit: Es folgte die wohl größte Rettungsgeschichte, die ich je in Meinerzhagen erlebt habe.“ J lm

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