16 Grad ist die optimale Gottesdienst-Temperatur

Viele Zahlen und Analysen haben Kurt Huter und die Mitglieder des Energieausschusses gesammelt. - Fotos: Benninghaus

MEINERZHAGEN/KIERSPE -  Maximal 16 Grad – das ist die optimale Gottesdienst-Temperatur. „Wird eine Kirche nicht genutzt, sollte die Temperatur bei acht Grad liegen – nicht kälter, da dies sonst der Orgel und den Holzfiguren schaden könnte“, sagt Kurt Huter.

Von Simone Benninghaus

Seit mehr als einem Jahr beschäftigt er sich für die Pfarrei mit dem Thema Energie. Das Ziel: Eine Optimierung des Verbrauchs von Heizöl und Strom in Kirchengebäuden und eine Senkung der Kosten angesichts knapper Kirchenkassen.

„Wir wollen Kosten transparent machen“, nennt Kurt Huter, der auch Vorsitzender des Gemeinderates von St. Christophorus in Valbert und stellvertretender Pfarrgemeinderatsvorsitzender ist, die Motivation, warum sich im Dezember 2012 der Energieausschuss gründete. Hintergrund dabei war die Strukturreform 2006 und die Zusammenlegung der drei Pfarreien St. Josef, Kierspe, St. Maria Immaculata, Meinerzhagen und St. Christophorus, Valbert zu einer Großpfarrei. Hierzu zählten sieben Kirchen – eine davon ist St. Peter am See in Hunswinkel, die längst nicht mehr als Kirche genutzt wird, fünf Gemeindezentren, fünf Pfarrhäuser und drei Kindergärten.

Was fehlte, war ein Überblick über die Gebäude und ihre Anlagentechnik und eine Aufschlüsselung der Kosten. Aktuell gehören dem Ausschuss Kurt Huter, Annegret Kliemann, Wolfgang Wonderschütz und Karsten Decker an. Über weitere Aktive würde sich die Gruppe freuen, die sich mit Fragen des sinnvollen Heizens und der effizienten Beleuchtung befasst und dazu auch bestehende Veträge überprüft.

Kurt Huter beschreibt in diesem Zusammenhang, wie wichtig das Raumklima beispielsweise in einer Kirche ist. „Wenn sie geheizt wird, sollte die Temperatur nicht schneller als ein Grad pro Stunde ansteigen. Sonst schwitzen die Wände – es bildet sich Kondenswasser.“ An feucht-kalten Wänden hinterlassen auch umhergewirbelte Staubpartikel unschöne Spuren.

Wieviel Zeit und „Energie“ in die Ermittlung des Verbrauchs investiert wurde, beweist ein Blick in Diagramme und Listen. Mit Hilfe von Datenloggern wurden dazu auch Temperaturverläufe und Feuchtigkeitsgehalte in den Gebäuden dokumentiert. „In den Räumen wurden für zwei bis drei Wochen Messgeräte aufgestellt. Alle Messungen wurden gespeichert. So können wir genau sagen, wie warm oder kalt es zu welchem Zeitpunkt ist“, erklärt Kurt Huter. Mit der EnergieAgentur NRW erfolgte auch eine Bewertung der Daten. Dabei fiel die Kirche St. Josef durch eine ausgeglichene Energiebilanz auf. In der Kirche St. Christophorus steht dafür mit 33 Jahren die älteste Heizung. „Sie wäre die erste Heizung der Großpfarrei, die ersetzt werden müsste“, so Huter. Beim Umbau des Gemeindesaals wurde die Energieeffizienz bereits berücksichtigt. Die Heizkörper wurden mit elektronischen Thermostaten ausgestattet, für die Innenbeleuchtung wurden Niedervolt Halogenlampen gewählt. In der Kapelle in Grotewiese ist der Stromverbrauch zudem sehr hoch, „allerdings bestimmt hier die Beleuchtung auch die Charakteristik“, beschreibt Annegret Kliemann und betont, dass es auch darauf ankomme, Kompromisse zu finden. „Bei alten verzierten Kirchenfenstern funktioniert Thermopen eben einfach nicht“, nennt Kurt Huter ein weiteres Beispiel.

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