Gymnasiasten auf Tournee

Meinerzhagener Theater AG auf den Brettern des Hamburger Schauspielhauses

Das Stück "Wenn nichts bleibt" wird am Mittwoch im Deutschen Schauspielhaus aufgeführt.

Meinerzhagen - Hanna Schygulla las hier kürzlich Fassbinder, das Beijing People’s Art Theatre spielt „Das Teehaus“ und die Theater AG des Evangelischen Gymnasiums präsentiert das Stück „Wenn nichts bleibt“. Wo? Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Warum? Weil alle drei Künstler beziehungsweise Ensembles überregional von sich Reden machten und es durch ihre herausragenden Leistungen offensichtlich verdient haben, in einem der renommiertesten „Kulturtempel“ der Republik aufzutreten.

Von der Aula am Bamberg auf eine der größten Bühnen des Landes – wie haben es Lehrer und Theater AG-Leiter Thomas Erdmann und sein 16-köpfiges Ensemble überhaupt geschafft, mit dem selbst geschriebenen Stück „Wenn nichts bleibt“ in den offiziellen Spielplan des Deutschen Schauspielhauses in der Millionen-Metropole aufgenommen zu werden?

Das Ensemble

Cora Casimir, Claudia Morlang, Kimberly Tanzius, Nils Becker, Luca d’Ortona, Rieke Först, Sofie Sperling, Gizem Sahin, Phil Niggemann, Lasse Albrecht, Justus Hoffmann, Leandra Sülzer, Stefan Schulte, Marvin Strangfeld, Amelie Oeckinghaus und Aurelie Meitz.

Thomas Erdmann blickt zurück: „Es begann damit, dass wir uns überlegt haben, selbst ein Stück zu entwickeln, in dem es im Prinzip um die Frage geht, ob es in der vermeintlich freien Welt eine Weltherrschaft gibt. Dabei spielten viele Faktoren eine Rolle. Das Internet, die Überwachung der Bürger, die Datensammlungen und die Problematik, dass die Identität von Personen in Frage gestellt wird, zum Beispiel. Bereiche wie die Finanzwelt und Schulen spielten ebenfalls mit hinein. Daraus entstand schließlich das Stück ,Wenn nichts bleibt’, bei dem ich zwar Input gegeben habe, die Schüler aber eigenverantwortlich gearbeitet haben.“

Nach Aufführungen in Meinerzhagen (wir berichteten) war die Theater AG auch in Saarbrücken zu Gast, um „Wenn nichts bleibt“ beim Schultheater-Länderfestival aufzuführen. Dort saß – unter anderem – der Hamburger Bernd Ruffer vom Fachverband „Theater in Schulen“ im Publikum. Er war von dem Beitrag spontan so begeistert, dass er Thomas Erdmann und das Meinerzhagener Ensemble in die Elbmetropole einlud. Und so kommt es, dass die Theater AG vom Bamberg am heutigen Dienstag die erste Aufführung von „Wenn nichts bleibt“ ab 11 Uhr in der Stadtteilschule Bergedorf absolviert. Am morgigen Mittwoch folgt dann das Gastspiel im Schauspielhaus, beginn im Maler-Saal ist um 19 Uhr.

Thomas Erdmann jedenfalls kann seine „Reise ins Glück“ nach wie vor kaum fassen: „Wir alle kommen uns immer noch vor wie Alice im Wunderland. Es ist wirklich eine große Ehre für uns, die wir aus der in der Theaterszene nicht ganz so bekannten Stadt Meinerzhagen kommen.“ Sogar zu Fortbildungszwecken werden die Meinerzhagen in Hamburg heute „instrumentalisiert“ – was sie gern mit sich geschehen lassen. „Nach dem Gastspiel in der Stadtteilschule findet ein Workshop mit uns statt, der für alle Hamburger Theaterlehrer gedacht ist“, freut sich Thomas Erdmann auch darauf, Kollegen aus der Stadt kennenzulernen, die als eines der bedeutendsten kulturellen Zentren Nordeuropas gilt.

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