Sorgen in und um Kampen

Meinerzhagener Frühling 2018
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Ein Foto aus besseren Tagen: Teun de Man (links) stößt beim Meinerzhagener Frühling mit Sabine Kappius, Ulrich Blumenrath und Evelyn Fiot aus St. Cyr sur Loire an.

Kampen/Meinerzhagen - Teun de Man wohnt in der Meinerzhagener Partnerstadt Kampen. Der Niederländer ist 79 Jahre alt – und er gehört damit zur Corona-Risikogruppe.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises, der zuständig ist für die beiden deutschen Städte Meinerzhagen und Soest, berichtete am Dienstag auf MZ-Anfrage, dass jetzt auch der erste Corona-Infizierte in der Stadt Kampen registriert wurde. Ihm selbst geht es gut, doch die Sorge um die Ausbreitung des Virus hat längst auch die Stadt an der IJssel erreicht.

Leben in Kampen hat sich verändert

Teun de Man beobachtet die Entwicklung zurzeit ganz genau: „In der näheren Umgebung von Kampen gibt es fünf oder sechs Patienten, die mit dem Virus infiziert sind. Zwolle ist die nächste größere Stadt, dort gibt es ein großes Krankenhaus, in dem man sich jetzt auf die Ausbreitung vorbereitet“, berichtet der Kampener.

In der Meinerzhagener Partnerstadt selbst hat sich das Leben seit dem Ausbruch der Krankheit auch in den Niederlanden drastisch verändert. „Die Schulen zum Beispiel sind geschlossen. Meine Tochter und mein Schwiegersohn haben jeweils Verbindungen zu einer Schule. Beide arbeiten noch und sie bereiten dort den Online-Unterricht vor“, berichtet Teun de Man.

Cafés, Restaurants, viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken und Schwimmbäder sind in Kampen laut Teun de Man inzwischen ebenfalls „dicht“. „Und auch die Kirchen sind nicht geöffnet“, fügt der Partnerschafts-Funktionär hinzu. In der Kampener Bevölkerung allgemein seien die Sorgen gestiegen. „Niemand weiß, was in Zukunft wird“, muss sich auch Teun de Man mit der Ungewissheit abfinden.

Programm ausgesetzt

Er selbst verbringe jetzt viel Zeit zu Hause. Reisen unternehme er nicht, auf den Straßen seien auch nur noch recht wenige Autos zu sehen, beschreibt der 79-Jährige den Alltag in seiner Heimatstadt. Was die Zusammenarbeit der Partnerstädte angehe, habe man das Programm ebenfalls ausgesetzt.

„Wir sind fast täglich in Verbindung mit Meinerzhagen und den anderen Städten. Aber die geplanten Veranstaltungen sind inzwischen komplett abgesagt. Vielleicht sind Begegnungen ja nach den Sommerferien wieder möglich“, hofft Teun de Man darauf, dass die Lage sich möglichst bald entspannt.

Eine gute Nachricht hat der Niederländer aber doch noch: Was die Kosten für die Stornierung von Bussen und Hotels angehe, die durch die Absagen nötig wurden, sei man erfolgreich gewesen: „Den Vereinen entstehen dadurch wohl keine Kosten. Wir haben gute Lösungen gefunden.“ Ulrich Blumenrath, Vorsitzender des Meinerzhagener Partnerschaftskomitees, ist es ebenfalls ein wichtiges Anliegen, den Kontakt nach Kampen und St. Cyr sur Loire auch in schwierigen Zeiten aufrecht zu erhalten: „Wir telefonieren fast täglich“, bestätigt er.

Partnerschaftlich engagiert seien beispielsweise in Kampen auch eine Reihe von älteren Menschen, allgemein mache man sich natürlich auch Sorgen um die ganze dortige Bevölkerung, fügt Blumenrath hinzu. Aus St. Cyr sur Loire gibt es übrigens nur recht wenige Informationen zur Situation. Ulrich Blumenrath: „Dort herrscht ein striktes Ausgehverbot, an das sich die Bürger halten.“ Ob es Corona-infizierte Einwohner gibt, ist augenblicklich in Meinerzhagen nicht bekannt.

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