Regelmäßige Überprüfung der Brücken nötig

+
Die Birkeshöhbrücke befindet sich im Eigentum des Landesbetriebs. Der Grund dafür: Sie überspannt die B 54. - Fotos: Helmecke

Meinerzhagen - In Venedig gehören sie untrennbar zum Stadtbild: Die Brücken. Und auch in New York und Hamburg käme der Verkehr zum Erliegen, wenn die zum Teil imposanten Bauwerke fehlen würden.

Auch in Meinerzhagen spielen die Konstruktionen, die zwei Punkte miteinander verbinden und dabei Flüsse, Bäche oder Taleinschnitte überspannen, eine wichtige Rolle. Sie sind oft wichtiger und manchmal einziger Zuweg für Siedlungen, Firmen oder ganze Ortsteile. Daher sind ihre Unterhaltung und damit ihre technische Überprüfung unabdingbar.

Die Brücke an der Bergstraße wurde vor zwei Jahren erfolgreich saniert. Zusätzlich erhielt sie auf einer Seite eine „Gehwegkappe“.

35 Brücken befinden sich in Meinerzhagen im Eigentum der Stadt. „Wir führen selbst regelmäßige Sichtkontrollen durch. Die sogenannten kleinen und großen Brückenprüfungen werden von beauftragten Fachbüros übernommen“, so Markus Schade von der Stadt Meinerzhagen auf Anfrage der MZ. Auch wenn es sich bei den städtischen Brücken nicht um „spektakuläre“ Bauwerke handelt, Arbeit verursachen sie trotzdem. So hat die Stadt in den vergangenen Jahren beispielsweise die Brücke an der Bergstraße komplett saniert. Vier weiteren Anlagen, darunter je eine in Listerhammer und in Wiebelsaat, stehen in nächster Zeit auf dem Arbeitsplan.

Im Hinblick auf den Betreuungsaufwand herrschen beim Landesbetrieb Straßen.NRW ganz andere Dimensionen. Als Eigentümer kümmert er sich um 3799 Brücken an Autobahnen, 2546 an Bundesstraßen und 3688 an Landstraßen. Insgesamt überspannen diese eine Strecke von rund 400 Kilometern. 53 Brücken davon befinden sich auf Meinerzhagener Gebiet. Viele von ihnen werden nicht immer auf den ersten Blick wahrgenommen. Ein Grund hierfür ist sicherlich die „behördliche Definition“ einer Brücke: „Brücke wird eine solche Überführung genannt, wenn sie zwischen den Widerlagern mindestens zwei Meter misst. Ansonsten sprechen Fachleute von einem Durchlass“, so die Erläuterung auf der Homepage von Straßen.NRW.

Sie ist ein Sanierungsfall, die Brücke in Listerhammer.

Während die Autobahnbrücken und die an den Bundesstraßen durchschnittlich 36 Jahre alt sind, bringen es die an den Landstraßen auf sieben Jahre mehr. Alles in allem haben sie aber gut die Hälfte ihrer „Lebenserwartung“ erreicht. Alle sechs Jahre rücken die Prüfer den Brücken bei der Hauptuntersuchung intensiv zu Leibe. In der Mitte dieses Zyklusses steht die einfache Brückenprüfung. Ein wichtiger Faktor für den steigenden Sanierungsaufwand ist neben dem Alter der Brücken die stetig gestiegene Belastung, besonders durch den Schwerlastverkehr. Glaubt man den entsprechenden Prognosen der Fachleute, wird sich dieser bis zum Jahr 2050 nochmals um rund 80 Prozent steigern. Dabei hat ein Lkw mit zweimal zehn Tonnen Achslast bereits die gleiche „Zerstörungswirkung“ wie 60 000 Pkw. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens und wegen der ungünstigen Altersstruktur unserer Autobahnen und Bundesstraßen ist Nordrhein-Westfalen das am stärksten betroffene Bundesland. Die von Verkehrsminister Michael Groschek auf einigen Streckenabschnitten schon angeordneten Verkehrseinschränkungen für Lkw macht dieses täglich sehr deutlich. - jjh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare