Gerichtsverhandlung

Taxifahrer liefert sich Rennen mit Rettungswagen

Taxi (Symbolfoto)
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Ein Taxifahrer hat sich ein Rennen mit einem Krankenwagen geleistet (Symbolfoto).

Dass sich Autofahrer untereinander Rennen liefern, ist leider keine Seltenheit im Straßenverkehr. Doch was sich ein 62 Jahre alter Taxifahrer aus Attendorn am 18. März vergangenen Jahres erlaubte, das konnte der Richter im Amtsgericht Meinerzhagen nur als „richtig übel“ bezeichnen.

Meinerzhagen – Der Mann war mit seinem Taxi von Attendorn kommend in Richtung Meinerzhagen unterwegs, als plötzlich ein Rettungswagen (RTW) mit Martinshorn hinter ihm auftauchte. Doch statt, wie in einer solchen Situation angebracht, rechts heran zu fahren und dadurch Platz für den Rettungswagen zu machen, gab der Taxifahrer ordentlich Gas. Erst an einer Ampel machte er die Bahn frei.

Aber das offenbare Wettrennen mit dem Rettungswagen war aus Sicht des Taxifahrers noch nicht vorbei. Er hängte sich an den RTW und überschritt auf einer Strecke von etwa acht Kilometern erheblich die erlaubte Geschwindigkeit. An einer Kurve überholte der Angeklagte den Rettungswagen und fuhr auf einer Tempo-70er-Strecke um die 130 km/h. Erneut ließ er das Einsatzfahrzeug erst einige Zeit später an sich vorbei fahren.

Angeklagter geständig

Im Gericht zeigte sich der Mann sofort geständig: „Ich weiß, dass ich Mist gemacht habe.“ „Warum fahren Sie wie ein Henker mit dem RTW um die Wette?“, wollte der Richter wissen. Der 62-Jährige erklärte daraufhin, er habe aus Versehen einen Fahrgast warten lassen. Diesen habe er so schnell wie möglich am vereinbarten Treffpunkt abholen wollen.

Die wilde Raserei hatte für den Angeklagten schwere Folgen. Er verlor seine Fahrerlaubnis und damit auch seinen Job. Inzwischen lebt der Mann von Arbeitslosengeld. „Er hat einen finanziellen gehabt“, bemerkte der Richter. Zwar sei das Verhalten des Mannes „richtig übel“ gewesen, aber er sei sicher, so der Vorsitzende, dass es sich um ein einmaliges Ereignis gehandelt habe. Und: „Sie geben es ja immerhin zu und vorbestraft sind Sie auch nicht.“

All das führte am Ende dazu, dass der Richter das Verfahren gegen eine Zahlung von 600 Euro vorläufig einstellte. Zudem bekam der Angeklagte seinen Führerschein noch im Gerichtssaal zurück.

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