Taucher untersuchen die Fürwiggetalsperre

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Dirk Richter, Inhaber der Firma Taucher Heros aus Hamburg beim Auspacken der Ausrüstung. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Wir wollen der Ursache für das mysteriöse Fischsterben in der Fürwigge jetzt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gehen.“ Mit diesen Worten startete am Montag gegen 16 Uhr Ralf Stötzel vom Ruhrverband eine spektakuläre Aktion.

Hauptakteure waren eine fünfköpfige Gruppe von Tauchexperten der Firma Heros-Taucher aus Hamburg.

Unter der Leitung des Firmeninhabers, dem 44-jährigen Tauchmeister Dirk Richter, trafen die Fachleute am Nachmittag an der Talsperre ein. Mit modernstem Gerät und der Unterstützung durch Mitarbeiter des Ruhrverbandes, wurde ein Motorboot samt Schwimmponton für den Einsatz vorbereitet.

„Nachdem wir in den vergangenen Tagen das Einzugsgebiet der Fürwigge und deren Zuflüssen ergebnislos untersucht haben, hoffen wir nunmehr durch die Taucher Licht ins Dunkel zu bringen“, so Ralf Stötzel.

Der 41-jährige Ingenieur ist beim Ruhrverband für die Verse-, Ennepe- und Fürwiggetalsperre verantwortlich.

Trotz intensiver Recherchen sowie Untersuchungen durch das Ruhrverbandlabor in Essen und der Unteren Wasserbehörde beim Märkischen Kreis, liegen bislang keinerlei Anhaltspunkt für das Sterben der augenscheinlich „kerngesunden“ Forellen vor.

Die „Hitzewelle“ der vergangenen Wochen schließt Stötzel nach wie vor als eine mögliche Ursache aus. „Wir haben im Hinblick auf ein ähnliches Fischsterben in den 1960er Jahren die Fakten verglichen und können diese Ursache ausschließen“, so Ralf Stötzel.

Auch wenn die Fachleute beim Ruhrverband eine unerlaubte Ablagerung in der Talsperre, die zu einer kurzzeitigen, aber dennoch tödlichen Belastung für die Fische geführt hat, eigentlich ausschließen, will man mit der Untersuchung der Firma Heros auf der sicheren Seite sein.

„In Frage kommen könnten beispielsweise Fässer oder Kanister die entsorgt wurden und aus denen dann die „giftige Brühe“ entlaufen ist“, äußert Ralf Stötzel seine Gedanken über den unwahrscheinlichen, aber möglichen Grund für die Katastrophe.

Genau auf derartige Gegenstände oder ähnliche Behältnisse konzentrieren sich die Tauchexperten aus Hamburg nunmehr bei ihrer Arbeit.

Zunächst wurde am Montag an der Staumauer der höchstgelegensten Talsperre im Sauerland mittels eines Sonars nach verdächtigen Gegenständen gesucht. Gespannt beobachteten Dirk Richter und Ralf Stötzel am Monitor das Ergebnis.

Erstes Fazit: „Hier liegt nichts“, so Dirk Richter. Er ist seit 1995 in seinem „feuchten Job“ tätig und bringt es seither auf über 8000 Stunden unter Wasser.

Dabei hat Richter eine besondere Beziehung zum Sauerland. „Mein erster, beruflicher Taucheinsatz war 1995 in der Biggetalsperre. Seitdem hat er mit seinem Team, welches aus bis zu 35 aktiven Tauchern besteht, schon öfter in den Ruhrverbandstalsperren gearbeitet. Dabei liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit auf Bauwerksuntersuchungen und Sanierungsarbeiten.

In der Fürwigge sollen in den nächsten Tagen sämtliche Buchten und spezielle Uferbereiche mit dem Echolot (Sonar) abgehört werden. „Wenn wir dabei etwas Auffälliges“ entdecken, fahren wir mit unserem Tauchroboter runter. Verfestigt sich dann der Verdacht, ziehen wir unsere Tauchanzüge an und gehen selber in die Tiefe“, so Dirk Richter.

Etwa drei bis vier Tage werden die Untersuchungen insgesamt dauern. Ebenfalls in den nächsten Wochen erwartet Ralf Stötzel die detaillierten Laborergebnisse des „Fürwigge-Wassers“ seiner Kollegen aus Essen.

Danach soll sich für die Meinerzhagener auch die Frage der Wiederaufnahme der Trinkwasserversorgung aus der Fürwigge entscheiden. Bekanntlich hatten die Stadtwerke Meinerzhagen vorsorglich – obwohl keine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher bestand – den Trinkwasserbezug bis zur Aufklärung des Fischsterbens gestoppt.

Ein Versorgungsengpass für die Bürger war und ist indes nicht eingetreten, denn seit einigen Jahren verfügen die Stadtwerke nicht nur über eine Bezugsquelle und können daher im Notfall flexibel reagieren. ▪ jjh

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