Ausgediente Triebwagen weiter im Einsatz

MZ-Leser Uwe Busch machte bereits am Freitag, also zwei Tage vor dem Fahrplanwechsel, dieses Bild am Bahnhof in Meinerzhagen: Zu sehen ist ein eigentlich ausgedienter „Talent“-Triebwagen.

Meinerzhagen - Auch nach fast zehn Monaten ihres Betriebs läuft es nicht rund auf der reaktivierten Regionalbahnlinie zwischen Meinerzhagen und Köln. Ein Grund war die neue Generation der Triebwagen namens „Lint“ („leichter innovativer Nahverkehrstriebwagen“), die weitaus weniger zuverlässig arbeitet als erhofft.

Von Frank Zacharias

Mittlerweile sind zwar 52 der 56 für das Vareo-Netz bestellten Fahrzeuge ausgeliefert und ausgebessert worden – Einschränkungen wird es aber weiterhin geben, wie es am Montag hieß.

Uli Beele, Pressesprecher des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), bestätigte auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung, dass aufgrund der Lieferengpässe des „Lint“-Herstellers Alstom eigentlich ausrangierte Triebwagen der Bauart „Talent“ weiter im Einsatz sind – und zwar ausschließlich auf der Regionalbahnlinie 25, also der Verbindung Meinerzhagen-Köln. „Spätestens im Februar soll die Umstellung auf die „Lint“-Fahrzeuge aber komplett abgeschlossen sein“, sagte Beele am Montag.

Ein Meinerzhagener, der sich seit langem umfassend mit dem Thema „Bahn“ auseinandersetzt, ist MZ-Leser Uwe Busch. Er hatte der Redaktion zuvor bereits von den eingesetzten alten Triebwagen berichtet. Der Fahrzeugmangel im Vareo-Netz (Voreifel, Ahrtal, Rhein, Eifel, Oberbergisches Land/Oberes Volmetal) resultiert seiner Meinung nach auch aus der Umstellung der Eifelstrecken Köln-Gerolstein und Bonn-Euskirchen-Bad Münstereifel auf die neuen „Lint“-Triebwagen. Außerdem habe es Fahrplanänderungen zwischen Bonn und Euskirchen gegeben, die einen Fahrzeugmehrbedarf zur Folge hätten. „Man darf gespannt sein, wie sich die Rückkehr zum alten Fahrzeugmaterial auf die Zuverlässigkeit des Bahnbetriebs nach Meinerzhagen auswirkt“, so Busch gegenüber der MZ.

Die Schwierigkeiten auf der Linie 25, die seit der Streckenreaktivierung am 26. Februar dieses Jahres anhalten, bereiten auch dem Nahverkehrsverband NWL Sorgen. Wenngleich sich Uli Beele zuversichtlich äußerte, dass allmählich alle Probleme abgestellt werden, so prangt hinter der Streckenverlängerung in Richtung Lüdenscheid-Brügge doch noch ein großes Fragezeichen. „Es geht langsam, aber stetig voran“, so Beele, der auf die Vielzahl der Bahnübergänge im Volmetal und die notwendige Ausstattung mit Sicherheitstechnik hinwies. „Die Reaktivierung wird aber kommen – ob nun früher oder später.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare