Tagesmütter

Corona und Kindererziehung: So kommen Alleinerziehende durch die Krise

Tagesmutter Galina Partej aus Meinerzhagen mit Kindern.
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Tagesmutter Galina Partej aus Meinerzhagen mit Kindern.

Blick ins Homeoffice: Videokonferenz, ein voller Schreibtisch und dazwischen ein quirliger Zweijähriger. In der Coronazeit werden viele Eltern zu Jongleuren zwischen Beruf und Kinderbetreuung. Doch es gibt Hilfe - und zwar direkt vor Ort.

Meinerzhagen - Lillian Tanzius ist Koordinatorin im Meinerzhagener Awo-Kindertagespflegebüro, das sich um die Vermittlung von Kindertagespflegepersonen in den drei Volmestädten Meinerzhagen, Kierspe und Halver kümmert. Rund 50 Betreuungsplätze gibt es in den drei Volme-Kommunen jeweils.

Freie Plätze? „Es ist eher selten, dass es nach den Sommerferien noch Betreuungsplätze gibt“, berichtet sie. In diesem Jahr ist es aber doch der Fall. Lillian Tanzius und ihre Kollegin Johanna Kniewel vermuten, dass das Virus hinter diesem „Phänomen“ stecken könnte. Durch Kurzarbeit und Homeoffice seien viele Eltern zuhause. „Gerade Eltern kleinerer Kinder möchten ihren Nachwuchs in der derzeitigen Situation vielleicht auch nur ungern abgeben“, glauben sie.

Es ist eher selten, dass es nach den Sommerferien noch Betreuungsplätze gibt

Lillian Tanzius

Auf der anderen Seite habe sich gezeigt, dass die Kindertagespflege gerade während der Coronazeit für viele Mütter und Väter eine große Hilfe gewesen ist – besonders während des Lockdowns im Frühjahr. Die Betreuungszeiten seien flexibel. „Viele Berufstätige mussten in der Corona-Pandemie auch ihre Arbeitszeiten anpassen. Vor allem bei Arbeitnehmern im Gesundheitswesen war das der Fall. Unsere Tageseltern haben genauso flexibel reagiert“, freut sich Lillian Tanzius und lobt die hohe Bereitschaft der Kindertagespflegemütter und -väter, sich den Bedürfnissen der Eltern anzupassen. Und das, obwohl sich auch für manche Tageseltern mit dem Homeschooling der eigenen Kinder der Alltag zuhause änderte.

Lillian Tanzius und Johanna Kniewel kümmern sich im Kindertagespflegbüro am Prumbomweg um die Vermittlung von Tageseltern.

Die Kindertagespflege sei in der Coronazeit auch eine gute Alternative, da der Betreuungsbedarf stets gedeckt werden konnte und die Betreuungszeit anders als in den Kindertagesstätten nicht reduziert werden musste. Nur in wenigen Fällen hätten Betreuungspersonen keine Kinder mehr aufnehmen können – etwa weil sie selbst zur Risikogruppe zählten. Hier seien aber Vertretungen gefunden worden.

Coronavirus zwingt auch Tagespflege zu besonderen Maßnahmen

Insgesamt könne man resümieren, dass die Kindertagespflege den Eltern, die dringend auf eine Betreuung ihres Nachwuchses angewiesen waren, in den vergangenen Monaten eine große Sicherheit geboten habe. Natürlich seien bei der Betreuung auch stets die erforderlichen Hygienemaßnahmen umgesetzt worden. Hände waschen und Maskenpflicht beim Abholen und Bringen seien einige Beispiele.

Die Betreuung ein- oder zweijähriger Kinder mit Distanz ist dagegen kein Thema. „Das ist ja gar nicht möglich“, weiß Lillian Tanzius und ihre Kollegin ergänzt: „Kinder brauchen die nonverbale Kommunikation mit Gestik und Mimik. Und gerade kleine Kinder, die jünger als drei Jahre sind, brauchen natürlich auch Körperkontakt.“ „Ein Kleinkind füttern und dabei Abstand halten, das funktioniert einfach nicht“, sagt Lillian Tanzius.

Dass die Kinder in den Tagespflegen nur in kleinen Gruppen von maximal fünf Kindern betreut würden, darüber hinaus in der Regel nur eine Bezugsperson hätten, sei ein weiterer Vorteil in der Coronazeit. „Das bedeutet natürlich auch, dass das Ansteckungsrisiko geringer ist.“

Der Weg zur Tagesmutter

Wer aktuell einen Betreuungsplatz bei einer Tagesmutter für sein Kind sucht, kann sich an das Awo-Kindertagespflegebüro Märkischer Kreis wenden (Meinerzhagen, Prumbomweg 3). Gesprächstermine können nach telefonischer Anmeldung (Tel. 02354/904504) vereinbart werden.

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