Tafel verschenkt Weihnachtstüten

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Die Stadtwerke Meinerzhagen spendeten der Tafeln 500 Euro und 200 Tragetaschen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Glänzende Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum: Große Geschenke eingewickelt in buntes Papier hat das Christkind gebracht. Ungeduldig wird die Bescherung erwartet. Neues Spielzeug, eine neue bunte Mütze oder ein spannendes Buch: Strahlend vor Begeisterung werden die neuen Sachen ausgepackt und ausprobiert.

Von so einem Weihnachten träumt jedes Kind, nur erfüllt sich dieser Traum nicht überall. Auch in Meinerzhagen gibt es Familien, die ihren Kindern diesen Traum nicht erfüllen können. Dort gibt es kein festliches Weihnachtsessen mit der ganzen Familie und anschließend eine prunkvolle Bescherung im weihnachtlich dekorierten Wohnzimmer. Damit auch diese Familien ein wenig unbeschwerter feiern können, haben sich die Mitarbeiter der Meinerzhagener Tafel zu Weihnachten besonders ins Zeug gelegt.

„Dank einiger Spenden konnten wir zum Glück wieder etliche Weihnachtstüten packen“, berichtete Gisela Bösel von der Tafel. So hatten beispielsweise die Stadtwerke 500 Euro gespendet, sowie 200 Tragetaschen. „Wir unterstützen die Tafel bereits seit einigen Jahren, das ist einfach eine tolle Sache“, erklärte Michael Berkenkopf, Geschäftsführer der Stadtwerke. Auch die Mitarbeiter hatten sich für die Tafel eingesetzt. Jennifer Kukulies, Mitarbeiterin der Stadtwerke, überreichte im Namen ihrer Kollegen zwei große Lebensmittel-Kartons. „Seit drei Jahren packen wir zu Weihnachten diese Kisten“, erzählt sie. Mittlerweile sei das einfach selbstverständlich.

180 Familien, also etwa 400 Meinerzhagener, haben eine Berechtigung, sich ihre Lebensmittel einmal im Monat von der Tafel zu holen. Darunter sind auch etliche Kinder. „Für die Kinder ist Weihnachten natürlich besonders bitter, sie sehen dass ihre Freunde große Geschenke bekommen und jeden Tag im Adventskalender eine große Schokolade oder gar ein kleines Geschenk haben. Sie selbst hingegen bekommen nur eine Kleinigkeit“, so Bösel weiter. Die Familien hätten einfach kein Geld für große Geschenke. „Natürlich sparen die Familien zuletzt am Kind, dennoch fällt Weihnachten bei ihnen nicht so prunkvoll aus.“

Wie es bedeutet, arm zu sein, konnten sich die Kinder des Kindergartens St. Martin kaum vorstellen, als sie am Donnerstag in die Räume der Tafel am Inselweg kamen. „Ich wusste nicht, dass es auch in Meinerzhagen arme Kinder gibt, ich dachte nur in Ländern, die ganz weit weg sind“, erzählte David. Der Fünfjährige war mit neun Kindergarten-Freunden zur Tafel gekommen. Im Gepäck hatten sie große Kisten mit Spielzeug. „So wie St. Martin seinen Mantel mit dem Bettler geteilt hat, so teilen wir jetzt mit den armen Kindern“, erklärte Evelyn. Jedes Kind hatte ein oder mehrere Spielsachen abgegeben. So konnten die Kinder fast 100 Spielsachen, Kuscheltiere und Bücher abgeben. „Ich bin schon traurig, ich habe selbst immer gerne mit dem Traktor gespielt – und Zuhause hab ich auch ein bisschen geweint“, berichtete Florian, aber dennoch sei er froh, einem anderen Kind eine Freude zu machen. Ein Spielzeug abzugeben sei für einige Kinder schon eine echte Herausforderung gewesen, weiß Erzieherin Edith Reimann. Doch seien die Kinder auch stolz, zu „Weihnachten so viel Freude zu verschenken“.

Die Spielsachen verteilte am Mittag der Nikolaus an die Kinder. Die Erwachsenen bekamen neben den normalen Lebensmittel noch Weihnachtstüten mit Kaffee, Tee und Süßem, zudem gab es noch eine extra Tüte mit frischem Obst und Gemüse. Möglich wurde dies durch die Spenden, neben den Stadtwerken hatte auch der Hit-Markt Tüten und Lebensmittel gespendet. Die Rewe-Märkte Kierspe und Valbert organisierten ebenfalls Lebensmittel. Die Kinder aus Hardenberg spendeten die Süßigkeiten, die sie auf dem Laternenumzug gesammelt hatten.

Von Lydia Machelett

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