Digitalpakt macht es möglich

Schulen rüsten auf: Tablets für alle

136 iPads für die Schüler, 47 für die Lehrer – Schulleiterin Christiane Dickhut (Mitte) freute sich über die vorweihnachtliche Bescherung. Eduard Hauf und Kordula Graas von der Stadt waren zur Übergabe der Geräte in die Schule gekommen.
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136 iPads für die Schüler, 47 für die Lehrer – Schulleiterin Christiane Dickhut (Mitte) freute sich über die vorweihnachtliche Bescherung. Eduard Hauf und Kordula Graas von der Stadt waren zur Übergabe der Geräte in die Schule gekommen.

Nicht kleckern, sondern klotzen. Nach diesem Motto verfahren Land und Stadt jetzt, wo es darum geht, in Zeiten der Corona-Pandemie die Digitalisierung in den heimischen Schulen voranzutreiben.

Meinerzhagen – Welche konkreten Auswirkungen das hat, durfte zuerst Christiane Dickhut von der heimischen Sekundarschule erfahren. Kordula Graas und Eduard Hauf von der Stadt waren gekommen, um offiziell 136 Schüler-iPads und 47 Endgeräte dieser Marke an das Kollegium zu übergeben.

Danach besuchte die städtische Delegation die drei Grundschulen. Auch hier gab es iPads für Pädagogen und Kinder. Insgesamt übergab die Stadt 317 iPads. Möglich wurde die Investition durch den Digitalpakt Schule, das Förderprogramm von Land und Bund. Die Kosten für die digitalen Endgeräte, die die Lehrer bekommen, liegen bei gut 32 000 Euro. Sie werden komplett vom Land getragen. Für die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler aus bedürftigen Familien werden die Ausgaben von der Stadt Meinerzhagen auf rund 75 000 Euro beziffert, von denen 90 Prozent durch das Land übernommen werden.

Gut angelegtes Geld

Dass dieses Geld gut angelegt ist, findet auch Schulleiterin Dickhut von der Sekundarschule: „Wir sind damit gut gerüstet für den Unterricht auf Distanz. Das war jetzt der erste Schritt für das Lernen mit neuen Medien.“ In ihrer Schule, in der per Richtfunk online gearbeitet werden kann, verfügen die Schüler alle über eine vorinstallierte Benutzeroberfläche mit speziellen Apps. „Bei Anmeldung öffnet sich das Menü. Schüler und Lehrer können alle schulischen Apps nutzen, beispielsweise für den Unterricht in Bio, Mathe oder als Wörterbuch. Damit fördern wir auch selbstständiges Lernen, Gruppenarbeit auf Abstand wird möglich“, freut sich die Rektorin, die jetzt – wie das ganze Kollegium – mit Fortbildungen fit für den Umgang mit den Tablets gemacht wird.

Die Stadt Meinerzhagen gehöre zu den ersten Kommunen, die die Möglichkeiten des Digitalpakts Schule als Förderprogramm von Bund und Ländern genutzt habe. „Die Corona-Monate haben es noch einmal ganz deutlich gemacht, wie wichtig die digitale Teilhabe in den Schulen ist“, fasst Eduard Hauf von der Stadtverwaltung zusammen. Dass die städtischen Schulen in Meinerzhagen zu den ersten gehören, die sich nun über eine umfassende Auslieferung freuen dürfen, liege auch an der Organisation im Vorfeld. Eduard Hauf: „Wir haben uns in enger Abstimmung mit den Schulleitungen um die komplette Abwicklung von der Markterkundung über die Ausschreibung bis zur Auslieferung gekümmert. So konnten wir den gesamten Prozess schnell durchlaufen und sind nun von Lieferengpässen oder Ähnlichem nicht betroffen.“

Einheitliches System

Auch für die Lehrerinnen und Lehrer bedeutet ein einheitliches System mit gleichen Endgeräten eine große Erleichterung im Schulalltag. Dass das eine gute Sache ist, findet auch Bürgermeister Jan Nesselrath: „Ich freue mich, dass wir in Meinerzhagen in einem ersten Schritt vom Digitalpakt Schule Gebrauch gemacht haben und nun allen Kindern und Jugendlichen das Lernen mit ganzheitlichen, modernen Unterrichtsmethoden ermöglichen können.“

Das Evangelische Gymnasium Auf dem Bamberg wurde bereits mit iPads ausgerüstet. 90 Geräte stehen den Schülern dort zur Verfügung, 68 den Lehrern. Die Förderung erfolgte auch hier über den Digitalpakt, die Mittel wurden vom Träger, der Evangelischen Landeskirche, beantragt.

Schulleiter Sven Dombrowski freut sich ebenfalls über die zusätzliche Ausstattung. Besonders innerhalb der Schule würden die Tablets stark genutzt, informiert er. Die Internet-Anbindung selbst sei allerdings noch nicht optimal, was den Unterricht Zuhause nicht gerade vereinfache. Insgesamt könne man aber festhalten, dass die digitalen Lernplattformen auch am Evangelischen Gymnasium genutzt würden.

Optimales W-Lan

Lernen mit Tablets? Kommen damit auch die Jüngsten zurecht? Schulleiterin Sibylle Eich von der Grundschule Kohlberg ist sich sicher, dass ein Großteil ihrer Schülerinnen und Schüler diese Herausforderung meistern wird, ebenso wie das Kollegium. „Und was das W-Lan betrifft, sind wir in unserer Schule optimal ausgerüstet“, freut sie sich.

Am Kohlberg gibt es eine Verwaltungs-App, ein Lehrer- und ein Schülernetzwerk. Über das Programm „Anton“ beispielsweise können die Pädagogen Mathe-Aufgabenbereiche festlegen. „Und sie haben dann die Kontrolle, wie die Kinder damit arbeiten. Dasselbe gilt für das Leseprogramm ‚Antolin‘“, erläutert Sibylle Eich. Theoretisch, so die Schulleiterin weiter, könnten die Tablets später sogar für Klassenarbeiten genutzt werden.

Und auch beim Unterricht zu Hause, der wegen Quarantäne oder bei Aufteilung der Klassen nötig werden könnte, sei die Computertechnik hilfreich, fügt sie hinzu. Vorausgesetzt, die Eltern können unterstützend mitwirken und die Internetanbindung in der eigenen Wohnung lasse das zu.

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