Lockerung auch in den Kirchengemeinden: Eintrittskarten für die Gottesdienste?

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Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase weiß jetzt noch nicht, wann genau er die ersten Gottesdienste in Anwesenheit der Gemeinde feiern kann.

Kierspe/Meinerzhagen – Wann genau die ersten evangelischen Gottesdienste mit der Gemeinde in den heimischen Kirchen wieder stattfinden werden, ist noch unklar. Der Meinerzhagener Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase machte am Freitag aber deutlich: Anfang Mai wird das wohl nicht der Fall sein.

Zwar können Gottesdienste offiziell ab 1. Mai wieder öffentlich gefeiert werden, ob das unter gesundheitlichen Aspekten allerdings Sinn macht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Superintendent Klaus Majoress ist in dieser Hinsicht eher zurückhaltend. Er teilte am Freitag mit: „Der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg weist darauf hin, dass entgegen der Pressemitteilungen des Landes NRW die Wiederaufnahme von Gottesdiensten in den Gemeinden des Kirchenkreises frühestens am 10. Mai 2020 sein wird, je nach örtlicher Gegebenheit auch später, zum Teil auch erst zu Pfingsten oder später.“

Klaus Kemper-Kohlhase sieht jetzt Gesprächsbedarf in dieser Sache: „Wir wissen definitiv noch nicht, in welche Richtung es in unserer Gemeinde gehen wird. Dazu ist es jetzt erforderlich, dass wir uns hier im heimischen Kirchenkreis abstimmen.“ Von heute auf morgen öffentliche Gottesdienste zu organisieren, das ist auch nicht einfach. Denn: Viele Aspekte des Infektionsschutzes müssen berücksichtigt werden. Nur einer davon: Wie ist es möglich, die Abstandsregelung zwischen den Kirchgängern umzusetzen? „Die Entwicklung eines Hygienekonzeptes und die Umsetzung der Abstandsregeln, das braucht einen gewissen Vorlauf“, ist Pfarrer Kemper-Kohlhase sicher.

„Wir sind gerade dabei uns abzustimmen, wann und wie wir wieder unsere Kirchen für Gottesdienste öffnen“, sagt auch Pfarrer George Freiwat von der Evangelischen Kirchengemeinde Kierspe. Diese Abstimmungen hätten sowieso kommen müssen, waren aber bisher noch nicht möglich, weil man nicht genau wusste, ob es besondere Vorgaben gibt, die über die bestehenden Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen hinausgehen.

„Viel entscheidender als jetzt schon ein konkretes Datum zu nennen, ist für uns zu schauen, wie wir die Vorgaben in unseren Kirchen umsetzen können. Ich bin aber zuversichtlich, dass es uns gut gelingen wird, die Abstandsregeln einzuhalten. Wie wir aber genau vorgehen und wann der erste evangelische Gottesdienst in Kierspe wieder mit Kirchenbesuchern stattfinden kann, werden wir erst sagen können, wenn sich auch die Presbyter äußern konnten“, sagte der Kiersper Pfarrer, der davon ausgeht, dass man Anfang der kommenden Woche so weit sei, festzulegen, wann der erste Gottesdienst mit Gemeinde stattfinden kann. Denn Gottesdienste in anderer Form hat es auch in den zurückliegenden Wochen zu Corona-Zeiten immer gegeben, wenn auch online und vor leeren Bänken aufgezeichnet. So wird auch Sonntag wieder ein Gottesdienst auf Youtube zu finden sein, dann von Pfarrer Martin Spindler, der diesen in der Servatiuskirche aufgezeichnet hat. 

Der neue katholische Pfarrer Peter Kroschewski sollte eigentlich am 29. März öffentlich in sein neues Amt in St. Maria Immaculata eingeführt werden. Die Corona-Pandemie machte das unmöglich. Inzwischen ist der Geistliche in Meinerzhagen angekommen – und noch immer muss er sich mit dem Virus und seinen Folgen für die Kirche auseinandersetzen. 

Zurzeit bewegt Peter Kroschewski die Frage, wie er eine Wiedereröffnung der katholischen Gotteshäuser in den Volmestädten bis Anfang Mai bewerkstelligen kann. Dass er, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, öffnen darf, bestätigte am Freitag der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Der schränkte allerdings ein: „Für unser Bistum bedeutet die Aufhebung des grundsätzlichen Verzichts auf Gottesdienste nicht, dass überall alle Gottesdienste wieder wie gewohnt gefeiert werden. Es liegt im Ermessen der Verantwortlichen in den Pfarreien, Gemeinden und Einrichtungen, was jeweils für sie vor Ort sinnvoll möglich und verantwortbar ist.“

„Wir bereiten uns jetzt so vor, dass die Öffnung am 3. Mai erfolgen könnte. Dann wollen wir Gottesdienste in St. Marien in Meinerzhagen und St. Josef in Kierspe anbieten. Alle anderen Kirchen sind dafür zu klein, schließlich werden wir viel Platz benötigen, um die Abstandsregeln einzuhalten“, erläutert Kroschewski. Selbstverständlich ist für den katholischen Seelsorger, dass alle Hygienebestimmungen in den heimischen Kirchen eingehalten werden. Dafür hat das Bistum auch einen Orientierungsrahmen ausgearbeitet. 

Pfarrer Kroschewski bewegt dabei eine Frage besonders: „Wie können wir die Teilnehmerzahl in den Gottesdiensten begrenzen, ohne Menschen wieder nach Hause schicken zu müssen?“ Kroschewski hat überlegt, Platz- oder Eintrittskarten für die Gottesdienste auszugeben. Außerdem sollen die Sitzmöglichkeiten markiert werden. Dass die Kirchen wieder geöffnet werden, ist dem Pfarrer grundsätzlich wichtig: „Die Menschen warten darauf.“

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