Suche nach Lösungen für „K-Frage“

Der neu gewählte geschäftsführende Vorstand des Schützenvereins Zur Listertalsperre mit (von links) Frank Genster, Maik Homuth und Daniel Schmidt. - Fotos: Schüller

HUNSWINKEL - Anwärter auf das Königsamt sind rar: Vor diesem Problem stehen viele Schützenvereine. Auch im Listertal überschattet die „K-Frage“ die Vorfreude auf das Fest. Kam es doch im vergangenen Jahr zum „Desaster unter der Vogelstange“, wie der Vorsitzende des Schützenvereins Zur Listertalsperre Reiner Hudetz bei der Hauptversammlung bedauerte. Als auf den Königsvogel angelegt wurde, war er plötzlich der einzige Schütze im Schießstand. Echte Jubelstimmung wollte da beim neuen Regenten nicht aufkommen.

Was muss passieren, damit die Besucher wieder einen spannenden Wettstreit erleben? Diese Frage wurde unter den knapp 60 Anwesenden leidenschaftlich diskutiert. Die Gründe für die Zurückhaltung sind bekannt: Obwohl das Regentenpaar einen Zuschuss vom Verein erhält und auch die „Königskasse“ die Ausgaben reduziert, ist das Jahr „im Rampenlicht“ nicht ganz billig. Die Kleider seien der größte Posten, merkten ehemalige Könige an. Ein weiterer Grund ist die Skepsis vieler Lebensgefährtinnen, die da nicht mitziehen wollen und ihren Männern Zurückhaltung auferlegen. Brauchen wir in jedem Fall eine Königin? Auch diese Frage kam auf den Tisch, traf aber auf breite Skepsis. Auch wenn am Samstag zunächst eine Arbeitsgruppe gebildet wurde, um Lösungen zu finden, zeichneten sich bereits Ansätze ab: So beschloss die Versammlung, dass jedes Königspaar selber entscheiden könne, ob das traditionelle Einkehren in der „Königsresidenz“ nach dem Besuch des Festes in Schreibershof fortgeführt oder in den Vereinsraum verlegt werde. In Kleiderfragen solle mehr Gelassenheit herrschen, war die einhellige Meinung. Der Vorschlag, die Beiträge zu erhöhen, um das Königspaar zu entlasten, stand ebenfalls im Raum. Lösungen will nun die Arbeitsgruppe finden.

Sehen Sie hier die Bilder des letzten Schützenfestes:

Sonntag: Höhepunkt für die Listertaler Schützen

Reiner Hudetz stellte sich nicht mehr zur Wahl. „Es war mir fünf Jahre lang eine Freude, den Verein zu führen“, versicherte er. „Ich wünsche meinem Nachfolger, dass er sich auf das gleiche Vertrauen verlassen kann, das ihr mir entgegen gebracht habt.“ Die Wahlen gingen mit nahezu einstimmigen Ergebnissen über die Bühne. Vorsitzender ist jetzt Maik Homuth, die Schützen wählten Daniel Schmidt zum neuen Schriftführer. Kassierer Frank Genster wurde erneut bestätigt. Im erweiterten Vorstand haben folgende Schützen neue Ämter: Hans Erich Schmidt (2. Vorsitzender), Harald Lüsebrink (2. Schriftführer), Sascha Böhler (Hauptmann), Sven Tönjes (Zugführer), Daniel Stute (stellv. Zugführer), Rüdiger Engel und Torben Gelhausen (Königsadjutanten), Martin Ackerschott (Schießoffizier), Dennis Weyl (stellv. Kinderschützenoffizier).

Natürlich war auch das Schützenfest Thema, das vom 25. bis 27. Juli im Listertal stattfindet. Man wolle den Ablauf auf vielfachen Wunsch etwas „schlanker“ gestalten, so Homuth. Die Schützen entschieden mit wenigen Gegenstimmen, keinen Gottesdienst am Sonntag anzubieten. „Die Resonanz war leider gering, der Aufwand groß“, begründete der Vorsitzende. Zuletzt beschlossen alle, den Besuch des Drolshagener Schützenfestes aus dem prall gefüllten Kalender zu streichen. - Petra Schüller

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