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Wenn der Wind zu heftig weht

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Von: Simone Benninghaus

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Diese Buchen nahe der Ortschaft Eseloh stürzten beim letzten Sturm trotz ihres Wurzelwerks.
Diese Buchen nahe der Ortschaft Eseloh stürzten beim letzten Sturm trotz ihres Wurzelwerks. Bis vor einigen Monaten wurden sie von einem Fichtenwald vor Wind geschützt. Dieser Bestand musste aufgrund des Borkenkäferbefalls gefällt werden. © MZ

Stürme lassen Bäume kippen, das war zuletzt auch so, als die Sturmtiefs „Ignatz“ und „Hendrik“ wehten und sich die Auswirkungen auch in der Volmestadt zeigten.

Meinerzhagen – Meistens sind es Fichten, die bei kräftigen Stürmen besonders gefährdet sind. „Ignatz“ und „Hendrik“ richteten jedoch nicht nur hier Schäden an. Zwischen den beiden Ortschaften Eseloh und Wiebche sorgten sie beispielsweise auch dafür, dass massive Buchen umstürzten. Nicht ungewöhnlich sei das, sagt Markus Gumpricht, der den Forstbetriebsbezirk Meinerzhagen leitet.

Große Angriffsfläche

Gumpricht nennt gleich mehrere Gründe, die dafür verantwortlich sein können. So tragen die Bäume beispielsweise zu Beginn des Herbstes noch relativ viel Laub. „Mit ihrem Laub bieten Laubbäume wie Buchen oder Eichen dem Wind eine größere Angriffsfläche“, erklärt der Förster. Bei Stürmen im Winter sind Laubbäume in der Regel kahl, der Wind kann dann weniger Schaden anrichten.

Im Winter seien daher eben immergrüne Nadelbäume einer größeren Gefahr ausgesetzt. Fichten seien darüber hinaus Flachwurzler, das heißt ihr Wurzelwerk ist nicht so tief in der Erde verankert.

Wenn dann beispielsweise geschädigte Waldbestände ringsherum aufgrund des Borkenkäferbefalls gefällt werden müssen, haben bestehende Bäume nicht mehr ihren gewohnten Schutz.

Unfallrisiko

Stürme treten meistens bei den „Übergängen von der „einen Jahreszeit zur anderen sowie im Winter“ auf, erklärt Markus Gumpricht. Die Auswirkungen, die sie dann haben können, seien mittlerweile auch eine Folge des Borkenkäferbefalls. „Das wird uns auch noch einige Jahre beschäftigen“, befürchtet Gumpricht und macht in diesem Zusammenhang auf das Unfallrisiko aufmerksam. „Man sollte dann achtsam sein und statt mit dem Auto umher zu fahren, vielleicht lieber im Haus bleiben“, rät er zur Vorsicht.

Bis sich das Wurzelwerk der noch bestehenden Bäume festige, werde es einige Zeit dauern. Zugleich macht Markus Gumpricht darauf aufmerksam, dass man in den Wäldern mit der Beseitigung des Käferholzes noch lange nicht fertig sei. Zu groß sind hier die Mengen. Im Privatwald-Gebiet, das Gumpricht in Meinerzhagen betreut, habe sich der Festmeter-Einschlag dabei verfünffacht. Entsprechend groß sei der damit verbundene Aufwand geworden.

Dass Stürme nicht nur ihre vermeintlich leichte „Beute“ in Form von Fichten treffen, könne daher in Zukunft noch öfter passieren, prognostiziert der Fachmann.

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