Lieberhausen und Beckerhof

Nach Sturm und Borkenkäfer: Bäume aus den heimischen Wäldern reisen nach China

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Zahlreiche Bäume mussten wegen des Käferbefalls auch in heimischen Wäldern gefällt werden.

Meinerzhagen - Erst kam Eberhard, dann folgte Franz. Die beiden Stürme der vergangenen Woche haben den Wald ordentlich „durchgeschüttelt“. Und sie brachten neue Arbeit für die Waldarbeiter.

Das trifft auch in den heimischen Revieren Lieberhausen und Beckerhof zu. Bäume von dort werden nun auch nach China verkauft. 

Holz fällt im Moment reichlich an. Denn: In Beckerhof waren die Arbeiter in den zurückliegenden Wochen fast pausenlos damit beschäftigt, Bäume zu fällen, aufzuarbeiten und abzutransportieren, die durch Borkenkäfer-Befall geschädigt sind. „Das so genannte Käferholz ist inzwischen raus aus dem Wald, jedenfalls zum großen Teil. Und jetzt fängt alles wieder von vorne an“, konstatiert der Beckerhofer Revierförster Mathias Borgmann vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen. 

In China herrscht Mangel an Bauholz

Der heimische Forst-Experte verweist damit auf durch die beiden Stürme gefallene einzelne Bäume, die jetzt auch noch weggeschafft werden müssen. Immerhin: Ein Abnehmer für das Käferholz ist bereits gefunden. „Es wird nach China verfrachtet und verkauft.“ Dort herrscht großer Mangel an Bauholz, die Bäume aus Deutschland kommen gerade recht. Auch aus den Revieren Beckerhof und Lieberhausen treten Stämme den weiten Weg ins Reich der Mitte an – insgesamt werden mehrere Tausend Festmeter aus dem Wald in und um Meinerzhagen herum in den fernen Osten verschifft.

„Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Sägewerke, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mitteleuropa, voll ausgelastet sind“, erläutert Borgmann, der den Abtransport nach China deshalb für eine geeignete Möglichkeit hält, das hierzulande nicht benötigte Käferholz zu verwerten. Der Holzmangel in China sei auch auf den Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China zurückzuführen, heißt es dazu.

Zurück zu den Stürmen: Die haben in Beckerhof dazu geführt, dass vorwiegend Fichten umstürzten. Borgmann berichtet aus seinem Staatsforst: „Bäume mit Käferbefall wurden herausgenommen. Im Bereich der Freiflächen, den so genannten Käferlöchern, warf der Sturm benachbarte Bäume um. Hier fand er besonders geeignete Angriffsflächen.“ Und oft fielen diese Fichten dann auf Reste von Käferholz, die noch nicht abtransportiert wurden. An Arbeit wird es den Waldarbeitern also auch in den kommenden Wochen nicht mangeln. 

Hohe Gefahr in Wäldern

Borgmann und der Landesbetrieb Wald und Holz.NRW weisen auch auf ein weiteres Problem hin, das ganz konkret Waldspaziergänger betreffen könnte: „Viele Bäume wurden durch die Stürme angeschoben, sie sind nicht mehr standsicher und können jederzeit fallen. Und der durch den Regen aufgeweichte Boden tut ein Übriges, um die Standsicherheit zu verringern.“ 

Die augenblickliche Situation im Forst beschreiben die Experten von Wald und Holz so: „Aktuell läuft noch eine erste landesweite Schadenserhebung, fest steht aber: Wer sich im Wald aufhält, geht aktuell eine besonders hohe Gefahr ein. Viele Bäume sind gekippt oder hängen mit ihren Ästen noch in Nachbarbäumen, bevor sie zu Boden krachen. Lose Äste können in den Baumkronen hängen und herunterstürzen. 

Im Wald gilt generell, anders als auf Straßen: Betreten auf eigene Gefahr. Wald und Holz.NRW ruft daher alle Waldbesucher auf, betroffene Wälder zu meiden. Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter von Wald und Holz. NRW machen so schnell es geht Wege frei und entschärfen alle erkennbaren Gefahren.“ 

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