Schadholz für China

Ein Stück "Seidenstraße" im MK

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Mit einem großen Greifer und viel Geschick wurden die Stämme in die Container verladen.

Meinerzhagen - Der Valberter Bahnhof bildet derzeit einen ganz besonderer Startpunkt, und zwar für den Holz-Export nach China. 1200 Festmeter werden in See-Container verladen und sind rund zehn Wochen bis zum Ziel unterwegs.

Ein wenig lohnendes Geschäft, denn: Das Holz der Forstbetriebsgemeinschaft Valbert erzielt wegen des Überangebotes auf dem Markt nur noch sehr geringe Erträge. Die Nebenkosten und die Kosten für Neuanpflanzungen verbrauchen teils die erzielten Erträge. Früher hielten Personenzüge am Valberter Bahnhof und auch die Schottertransporte auf den Gleisen gab es und wird es wohl nach der Sanierung der Gleise auf der Volmestrecke wieder geben. 

Zu Beginn dieser Woche startete am Valberter Bahnhof eine besondere Fracht in See-Containern: In den 12,19 Meter langen Behältern befanden sich jeweils rund 30 Stämme von sogenanntem Kalamitätsholz – Material, das durch die verschiedenen Unwetter und durch die aktuelle Borkenkäferplage vermarktet werden muss. 

Gut 1200 Festmeter lagen für die Verladung gekennzeichnet bereit. Ein Bagger mit entsprechender Greifzange erledigte das Verladen. Auf dem Weltmarkt findet dieses Holz zwar derzeit guten Absatz, die Vermarktung verursacht aber einen erhöhten logistischen Aufwand und damit verbunden auch höheren Kosten. 

"Ertrag ist um mehr als die Hälfte gesunken"

„Für die Waldbesitzer ist der Ertrag aus dem Holzverkauf gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte gesunken“, konstatiert Günter Spelsberg, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Valbert. Rechnet man dann die notwendigen Neuanpflanzungen auf den freigeschlagenen Flächen dazu, könne sich das für die Waldbesitzer ganz schnell zu einer Nullnummer oder gar zum Zuschussgeschäft entwickeln. 

Auch Herbert Röttger, der von Seiten des Landesbetriebes Wald und Holz den Holzverkauf organisiert hat, weiß um die Probleme vieler Waldbesitzer: „Wer zu den jetzt vorhandenen Konditionen handeln muss, hat kaum Erträge. Dies bleibt durch den jetzt zum Teil vollständigen Verkauf des eigenen Waldes für viele Jahrzehnte so, bis der neue Baumbestand nachgewachsen ist.“ 

Weitere Borkenkäfer-Ausbreitung soll verhindert werden

Am Montag war aber für beide Holzfachleute trotzdem eines noch positiv: Mit dem vor einiger Zeit mit der GTC (German-Timber-Company) GmbH in Aschaffenburg abgeschlossenen Vertrag hat man einen Abnehmer gefunden. Wichtig, da das jetzt verladene Holz aus den Waldflächen herausgeholt werden musste, um die weitere Ausbreitung des Borkenkäfers möglichst einzudämmen. 

Mit sorgenvoller Miene in die Zukunft blickend, gehen sowohl Günter Spelsberg als auch Herbert Röttger inzwischen davon aus, dass im Laufe der kommenden Wochen weitere befallene Stämme erkennbar sein werden und auch vor heftigen Herbststürmen kein Baum sicher sein kann.

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