Preisverdächtiges Bild von Hindus am Kanal

Für das Foto von Ann-Kathrin Quodt aus Eckertsmühle kann immer noch online abgestimmt werden. - Foto: Beil

MEINERZHAGEN -  Migranten gibt es in Europa millionenfach. Eingewanderte Hindus gehören allerdings zu einer Minderheit. Ihnen haftet auch in Deutschland etwas Exotisches an. Bilder von rituellen Bädern im Ganges verstärken diesen Eindruck. Nur wenige Bundesbürger wissen aber, dass Hindus ihren Glauben auch zwischen Elbe und Donau aktiv leben. Statt Ganges-Strom tut es dann auch schon mal der Datteln-Hamm-Kanal.

Von Jürgen Beil

In die „bunte Welt“ des Hinduismus begab sich auch die 21-jährige Studentin Ann-Kathrin Quodt aus Meinerzhagen. Die aus Eckertsmühle bei Valbert stammende Volmestädterin studiert im dritten Semester Fotografie an der Fachhochschule in Bielefeld. Im Rahmen einer Semesterarbeit befasste sie sich mit dem Thema „Migranten in Europa“. Da kam ein Wettbewerb zum selben Thema gerade recht, den die Europäische Kommission in Brüssel ausgeschrieben hat. Für Ann-Kathrin Quodt war schnell klar: „Ich mache mit.“

Drei Kategorien waren zur Teilnahme ausgeschrieben, eine davon im Fachbereich „Fotografie“. Die Meinerzhagenerin schickte prompt ein Foto ein, das Hindus unter einer Autobahnbrücke am Datteln-Hamm-Kanal zeigt, die sich auf das rituelle Bad vorbereiten. Die europäisch besetzte Jury war von dem Bild so beeindruckt, dass Ann-Kathrin Quodt nun am 14. Oktober in die belgische Metropole eingeladen wurde. Sie ist damit eine von acht „Finalisten“, die den Vorentscheid überstanden haben und nun hoffen, einen der ersten drei Preise zu gewinnen. Ein toller Erfolg für die junge Studentin, denn insgesamt nahmen etwa 1500 EU-Bürger mit ihren Arbeiten an dem Wettbewerb teil.

Der Kontakt, den Ann-Kathrin Quodt zu der hinduistischen Gemeinde knüpfte, war für sie eine ganz besondere Erfahrung. „Das sind ganz tolle Leute und eines habe ich schnell gemerkt: Materielle Dinge spielen für sie nur eine ganz untergeordnete Rolle. Da wurde zum Beispiel Milch und Joghurt von Aldi geopfert. Was zählt, ist einzig die Handlung an sich.“ So erklärt sich auch das Bad im Datteln-Hamm-Kanal, denn wo die Gläubigen das Ritual in der Fremde vollziehen, ist eigentlich egal.

Zurzeit läuft unter der Adresse www.migrantsineurope.eu noch eine Internet-Abstimmung, in der auch für das Bild von Ann-Kathrin Quodt „gevotet“ werden kann. Der Wettbewerbsteilnehmer, der hier die meisten Stimmen auf sich und sein Bild vereint, bekommt von der Europäischen Kommission noch einen Zusatzpreis verliehen.

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