Studenten erfinden 1870 das Spiel mit der Scheibe

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Frisbee-Spielen kann jeder leicht lernen, aber wer es beim Disc-Golf zur Perfektion bringen will, muß einiges beachten. Hartmut Wahrmann erläuterte den Derschlager Gesamtschülern die Grundbegriffe und auch einige Kniffe und Tricks. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Wer sich für die Sportart Disk-Golf interessiert, die auch für die ganze Familie geeignet ist, kann sich am Sonntag, 4. September, ab 10 Uhr bei einem Turnier auf dem Meinerzhagener Parcours an der Jugendherberge einen ersten Eindruck davon verschaffen.

Mit dabei sein wird auch Ex-Weltmeister Hartmut Wahrmann, der erst kürzlich dort zu Gast war, um rund 30 Schüler der Gesamtschule Derschlag (Gummersbach) mit dieser Sportart vertraut zu machen. Die Schüler ließen die Frisbee-Scheiben schon durch die Luft schnellen, während sie auf ihn warteten.

Hartmut Wahrmann verschrieb sich 1979 der Frisbeescheibe, mit der er schon zahlreiche deutsche und europäische Meisterschaften gewann. 1994 holte bei der Overall-Weltmeisterschaft in Colorado (USA) den Titel. 1997 wurde er in Helsinki Weltmeister im Disc-Golf und Zielwerfen. Seitdem setzt er sich in Workshops oder bei Show- und Medienauftritten dafür ein, diese Sportart bekannt zu machen, denn da sie familienfreundlich und kostengünstig ist, hat sie für ihn das Potential zum Volkssport. Die Neun-Bahnen-Anlage an der Jugendherberge wurde, wie zahlreiche weitere Anlagen, von Hartmut Wahrmann mitkonzipiert.

Im Jahr 1870 erfanden Studenten in Connecticut (USA) das Spiel mit der Scheibe, indem sie die Aluminumbackformen der „Frisbie Pie Company“, in denen das Unternehmen seine Obstkuchen verkaufte, einander zuspielten, erfuhren die Schüler von „Hartl“, wie der heute in Lünen lebenden Bayer Hartmut Wahrmann genannt wird. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Scheibe weiterentwickelt und zum kommerziellen Produkt.

Die üblichen Werbe-Frisbees sowie die meisten im Handel erhältlichen Scheiben sind allerdings für den Sport kaum geeignet. Die Sport-Scheiben sind anders geformt, haben eine andere Gewichtsverteilung, die sie weiter, länger und kontrollierbarer fliegen lassen. Kein Wunder also, dass einige Meinerzhagener, die sich für diese Sportart begeisterten, ebenfalls zur Jugendherberge gekommen waren, um bei Hartl die begehrten Scheiben aus seinem großen Sortiment zu erstehen. Reicht für den Einsteiger erst einmal eine Scheibe, investiert der richtige Disc-Golf-Crack schon die ein oder andere Mark in diese Sportart. Denn so wie die Golfspieler für jede Situation den passenden Schläger wählen, hat der Spieler auch hier die Wahl zwischen verschiedenen Scheiben, die er in seiner Tasche mit sich trägt.

In den 60er, 70er Jahren wurde das Frisbee-Spiel mit den Golfregeln kombiniert: Disc-Golf war entstanden. Die Regeln sind einfach. Wie beim klassischen Golf müssen die Spieler einen Parcours mit mehreren Bahnen, in der Regel 18, meistern. Von einem festen Startpunkt aus wird statt des Balles in ein Loch die Frisbee-Scheibe in einen Fangkorb aus Metallketten geworfen, die den Flug bremsen. Wer mit den wenigsten Würfen ins Ziel trifft, gewinnt. Hört sich leicht an, ist aber in Perfektion eine athletische Aufgabe für den ganzen Körper und auch für den Geist. Denn der Spieler muss flexibel sein, sich immer wieder auf neue Situationen einstellen. Feinkoordination und Konzentration ist für präzise Würfe gefragt, und wie Hartl die Schüler wissen ließ: „Die Bremse ist höchstens im Kopf!“

Aufwärmen ist wie bei allen Sportarten ein Muss. Wahrmann zeigte den Schülern die richtige Scheibenhaltung und erläuterte die Arbeit des Handgelenks und den Einsatz des Körpers bei den Würfen. Wenn der Ex-Weltmeister zum Wurf ausholte, war die dabei eingesetzte Kraft deutlich hör- und spürbar. Abwurfgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern werden von Könnern erzielt. Der Weltrekord für den weitesten Wurf liegt bei 250 Metern. Nach einigen ersten Probewürfen konnten die Schüler auf einer Bahn des Parcours das Gelernte gleich ausprobieren. ▪ luka

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