„Rowdy“ macht Moritz Kessler zum Preisträger

Moritz Kessler freut sich über die hohe Auszeichnung, die ihm für den Entwurf und die Umsetzung seines „Schaukelbullen“ verliehen wurde.

MEINERZHAGEN - Der in Meinerzhagen aufgewachsene Student Moritz Kessler ist mit einem selbst erfundenen Kinderspielzeug "Das Schaukeltier"(Rowdy) Preisträger des Talente-Wettberwerbes in München sowie Träger des bayerischen Staatspreises.

Das „Schaukeltier“ ist braun, mit Filz überzogen, hat zwei Hörner aus Holz und erinnert an einen minimalistisch nachempfundenen Bullen.

„Die Sonderschau ,Talente’ wird seit mehr als 30 Jahren in München gezeigt. 1980 wurde sie als internationaler Wettbewerb für die Handwerksmesse in München ins Leben gerufen. Wichtig war von Anfang an der internationale Austausch sowie die Dokumentation der Beiträge in einem eigenen Katalog. Die Ausstellung ,Talente’ ist heute das Ergebnis einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit zwischen wichtigen Ausbildungsstätten des Handwerks, der angewandten Kunst, des Designs und den Organisatoren der Sonderschau“, schreibt Wolfgang Lösche von der Handwerkskammer für München und Oberbayern in dem Katalog „Talente 2013“. Und in eben diesem 120 Seiten starken Werk ist auch der „Bulle“ von Moritz Kessler verewigt.

Die Auszeichnung des Ex-Meinerzhageners mit dem „bayerischen Staatspreis“ ist kein Zufall. Die Eltern des 28-Jährigen sind in Meinerzhagen spezialisiert auf Einrichtungsberatung und den Bereich Innenarchitektur, früher führten sie ein Möbelhaus an der Oststraße. Moritz Kessler kam also früh „in Berührung“ mit allem, was mit dem Bereich „Wohnen“ zu tun hat. Er besuchte das evangelische Gymnasium Meinerzhagen, wo er 2004 sein Abitur „baute“. Danach zog es ihn nach Hamburg, wo er beim Leuchtenhersteller Grau zunächst ein Praktikum absolvierte, danach eine Ausbildung durchlief und anschließend knapp zwei Jahre als Technischer Produktdesigner arbeitete. „Die Bereiche Konstruktion und Design waren schon immer sein Ding“, erinnert sich Vater Karl-Friedrich Kessler.

Und so fasste Sohn Moritz schließlich den Entschluss, zu studieren. Er bewarb sich an der renommierten Universität in Bozen für den Studiengang „Produktdesign“, absolvierte die Aufnahmeprüfung und wurde sofort angenommen. Kürzlich lieferte er seine Semesterarbeit ab, die gut benotet wurde und seinen Professor auf die Idee brachte, dass sich Moritz Kessler damit auch für den Talente-Wettbewerb bewerben sollte. Gesagt, getan – mit durchschlagendem Erfolg.

„Rowdy“ heißt der Schaukelbulle, der die Jury überzeugte und Moritz Kessler den wohl größten Erfolg seiner Laufbahn bescherte. Der kleine Stier besteht größtenteils aus Filzblech, einem Material, das Handwerk und Industrie miteinander verbindet und die jeweiligen Vorteile – so die Jury – miteinander verbinde. Ein gelochtes Blech wird mit Wolle „belegt“. Beim Prozess des Filzens verbindet sich das Material und umschließt das Blech. Die Haare verbinden sich durch Druck und Reibung, es entsteht eine geruchsabweisende, weiche und atmungsaktive Oberfläche. „So vereint das Filzblech die Stabilität des Bleches mit der Weichheit des Filzes“, steht im „Talente-Prospekt“. Versteht sich von selbst, dass Moritz Kesslers „Schaukelbulle“ sich auch durch Kippsicherheit auszeichnet. ▪ beil

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare