Gehwege räumen: Kinderwagen-Breite reicht

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Anwohner haben die Pflicht, verschneite Gehwege zu räumen und notfalls Salz oder – wie hier – Rollsplitt zu streuen.

Meinerzhagen - Schnee und Eis beschäftigen die Meinerzhagener noch mindestens bis Freitag. Anwohner haben aufgrund des Wetters die Pflicht, die Gehwege unmittelbar vor dem eigenen Haus, Geschäft oder vor der Wohnung von Schnee und Eis zu befreien, räumen und zu streuen. Das legt die Straßenreinigungssatzung der Stadt Meinerzhagen fest.

„Bei Straßen ohne Gehweg – dazu gehört auch die Fußgängerzone – haben die Anlieger eine ausreichend breite Gehbahn von Schnee und Eis frei zu halten“, heißt es dazu auf der Internetseite der Stadt Meinerzhagen.

Es genügt allerdings, teilt Ordnungsamtsleiterin Ute Otto mit, einen etwa 80 bis 100 Zentimeter breiten Streifen zu räumen – „das entspricht etwa einer Kinderwagen-Breite“, sagt sie. Der Schnee sollte gleichmäßig am Rand des Gehweges auf dem Bordstein aufgeschüttet werden. Schnee aus Einfahrten solle auf dem Grundstück verbleiben und dürfe nicht auf der Straße abgelagert werden: „Es schadet den Vorgärten und Rasenflächen nicht, wenn dort Schnee abgelagert wird“, heißt es dazu auf der Internetseite der Stadt.

Fahrzeuge sollten nach Möglichkeit bei Schneefall auf den Grundstücken und nicht auf der Straße geparkt werden. Am Fahrbahnrand abgestellte Fahrzeuge behindern den Räumdienst.

Beschwerden von Anwohnern gab es laut Otto in diesem Winter noch nicht. In der Regel erhält das Ordnungsamt aber pro Jahr rund 20 bis 30 Beschwerden. Diese würden die Ordnungsamt-Mitarbeiter selbst bearbeiten. Die Mitarbeiter schauen sich dann vor Ort um, berichtet Ute Otto weiter. Falls möglich, sprechen sie die Anwohner oder Ladenbesitzer an und bitten – sofern eine Gefahr besteht – um sofortige Räumung des Gehweges. Ansonsten würden die Betroffenen angeschrieben – und haben eine kurze Frist von etwa zwei bis drei Tagen, um den Gehweg zu räumen. „Wir verlangen nicht, dass der gesamte Gehweg frei gekratzt wird“, sagt die Ordnungsamtleiterin, man solle aber „mit entsprechendem Schuhwerk“ den Gehweg problem- und gefahrenlos betreten können.

Die meisten Anwohner seien einsichtig. In ihrer rund 25-jährigen Tätigkeit im Ordnungsamt habe sie rund zehn Bußgelder verhängen müssen. Kleinere Verstöße kosten 50 Euro, „Wiederholungstäter“ müssen bis zu 6000 Euro Strafe zahlen. Es könnten sogar Schadenersatz-Ansprüche, etwa von zu Schaden gekommenen Personen oder Krankenkassen, geltend gemacht werden.

Oft betreffen laut Otto die Beschwerden die unmittelbaren Nachbarn. Auch auf die Hauptstraßen oder Strecken, auf denen Schulkinder und Busse unterwegs sind, bezögen sich Beschwerden. Diese seien laut Otto auch meist begründet: Meist seien diese Bereiche gar nicht geräumt worden, berichtet die Ordnungsamtsleiterin.

Falle der Schnee zwischen 7 und 20 Uhr, müsse „unverzüglich nach Beendigung des Schneefalles beziehungsweise nach dem Entstehen der Glätte“ der Schnee beseitigt werden. Nach 20 Uhr gefallener Schnee oder entstandene Glätte seien werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 9 Uhr zu beseitigen. An den jeweiligen Müllabfuhrtagen seien zudem die Zugänge zu den Restmüllbehältern zu räumen. Zum Wochenende soll es wieder milder werden. Dann könne der Schnee schmelzen und es bestehe die Gefahr, dass es glatt wird. Dann sollten die Anwohner wieder gründlich räumen und streuen, so Ute Otto abschließend. - nk

www.meinerzhagen.de

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