Der Verschleiß ist nicht zu übersehen

Viele Straßenmarkierungen verschwinden - doch Straßen.NRW sind die Hände gebunden

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Mit viel Fantasie gerade noch zu entziffern: Der Hinweis auf die Fahrspur, die zur A 45 führt, am Autobahn-Zubringer.

Meinerzhagen - Das Aufbringen von Fahrbahnmarkierungen ist beinahe eine Wissenschaft für sich. Verschiedene Verfahren im Heiß- beziehungsweise Kaltplastik-Verfahren werden dabei angewendet. Alle haben aber eines gemeinsam: Für die Ewigkeit sind sie nicht geeignet.

Das lässt sich zurzeit auch auf Meinerzhagener Stadtgebiet feststellen, wo einige „Striche“ arge Auflösungserscheinungen zeigen. Andreas Berg ist Pressesprecher der Außenstelle Hagen beim Landesbetrieb Straßen.NRW. Ihm ist das Problem natürlich bekannt: „Wir haben einen Mitarbeiter, der ausschließlich für die Markierungen zuständig ist“, berichtet Berg. Der entsprechende Kollege sei allerdings als „Einzelkämpfer“ für ein Streckennetz mit einer Länge von insgesamt 1200 Kilometern zuständig, heißt es. 

Wo die Markierungen in diesem Bereich schadhaft sind und nachgebessert werden müssen, diese Infos werden sofort an die Zentrale von Straßen.NRW gemeldet. Das ist auch mit den verschlissenen Markierungen in der Volmestadt geschehen. Abnutzungserscheinungen sind besonders an den Autobahn-Auf- und Abfahrten, den Zubringern zur A 45 festzustellen. Und auch im Bereich der Südumgehung ist der Verschleiß nicht zu übersehen.

Darum sind Markierungsarbeiten in Meinerzhagen eher schwierig

„Wir haben das alles auf dem Schirm“, ist Andreas Berg genau im Bilde, wo in Meinerzhagen gehandelt werden muss. Allerdings sind Berg und seine Kollegen momentan die Hände gebunden – und das gleich aus mehreren Gründen. 

Der Pressesprecher erläutert: „Um Straßen markieren zu können, sind wir auf trockenes Wetter angewiesen. Außerdem darf kein Streusalz mehr auf der Fahrbahn liegen. Im Prinzip haben wir für die Arbeiten also ein relativ verlässliches Zeitfenster von Mai bis Oktober.“ Dass Meinerzhagen dabei nicht zu den Orten mit wenig Niederschlag gehört, ist Berg bekannt. Diese Tatsache macht Markierungsarbeiten in der Volme-Kommune zusätzlich schwierig – und das eigentlich das ganze Jahr über. 

Fremdfirmen nehmen größere Aufträge an

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Der Landesbetrieb Straßen.NRW führt Markierungsarbeiten nicht selbst aus, sondern vergibt die Aufträge an Fremdfirmen, die darauf spezialisiert sind. „Und die haben zurzeit eine ganze Menge zu tun. Denn jeder Straßenbaulastträger, auch die Städte, suchen Firmen, die für sie solche Arbeiten ausführen. Da sind wir beileibe nicht die einzigen“, erläutert Berg. 

Nach seinen Erfahrungen nehmen diese Unternehmen auch eher große Aufträge an, die sich auf Autobahnen beziehen: „Dort können viele Kilometer am Stück markiert werden, während die Arbeiten in den Städten aufwendiger und deshalb weniger attraktiv für die Unternehmen sind.“ 

Chemische Substanzen zur Haltbarmachung sind verboten

Zu lange können aber auch die Arbeiten in Meinerzhagen nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden, sonst sind einige weiße Striche bald ganz verschwunden. So lange haltbar wie in früheren Jahren sind die Markierungen heute ohnehin nicht mehr. Das, so Andreas Berg, liege auch daran, dass früher viele chemische Substanzen zur Haltbarmachung verwendet worden seien. „Und die sind heute verboten“, weiß der Experte des Landesbetriebes.

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