„Schlag ins Gesicht der Demokratie“

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Gespannte Blicke auf die erste Prognose im Meinerzhagener Rathaus.

Meinerzhagen - Sechs im Rat der Stadt Meinerzhagen vertretene Parteien sind auch zur Bundestagswahl angetreten – doch nur der Vertreter einer Fraktion konnte sich wirklich freuen.

Thorsten Stracke (CDU): „Unser Ergebnis ist schlecht. Das ist mit minus acht Prozent eine bittere Niederlage. Nun müssen wir uns fragen, warum so viele Menschen der CDU den Rücken zugedreht haben. Ich kann mich nur der Parteivorsitzenden Angela Merkel anschließen, die nun die Wähler der AfD zurückgewinnen will. Diesen Worten müssen wir aber auch Taten folgen lassen, etwa, in dem straffällig gewordene Flüchtlinge tatsächlich schneller abgeschoben werden, damit wir den wirklich Schutzbedürftigen besser helfen können.“ 

Rolf Puschkarsky (SPD): „Es gibt zwei erschreckende Ergebnisse: das der SPD und das der AfD. Letzteres ist ein Schlag ins Gesicht der Demokratie. Die SPD hat es nicht geschafft, ihre Ziele rüberzubringen. Alles wurde überlagert von dem ,Weiter so‘ und ,Wir schaffen das‘ der CDU – ich glaube, sie ist auch Schuld daran, dass das Ergebnis so ist wie es ist. Das hat der AfD in die Karten gespielt. Wir müssen nun in die Opposition, um daraus neue Kraft zu schöpfen.“ 

Kai Krause (FDP): „Ich freue mich über ein Ergebnis, dass wir nicht nur einem Mann zu verdanken haben. Doch es war gut, dass wir den Spitzenkandidaten nach vorne gestellt haben. Damit ist im Bundestag nun wieder die Stimme der Vernunft vertreten. Nun wird es aber keine einfachen Koalitionsverhandlungen geben – die SPD hat es sich ja mit der Absage an eine Regierungsbeteiligung recht einfach gemacht. Wir werden nicht den Fehler von 2009 wiederholen und uns zu billig verkaufen.“ 

Ingolf Becker (Bündnis 90/Die Grünen): „Mit dem Ergebnis der Grünen bin ich mehr als zufrieden. Wer die Probleme und Sorgen der Menschen nicht ernst nimmt und nur die Wirtschaft hofiert, wird von den Wählern abgestraft und die CDU und Frau Merkel dürfen sich nicht wundern, wenn man das zweitschlechteste Ergebnis seit 1949 einfährt. Hinsichtlich der AfD kann man nur hoffen, dass viele diese Partei aus Protest gewählt haben und nicht wegen ihres Wahlprogramms.“ 

Georg Follert (Die Linke): „Ich bin enttäuscht. Es ist nicht gelungen, herüberzubringen, was linke Politik den Menschen bringen wird. Vieles hat sich im Wahlkampf auf die Flüchtlingsthematik konzentriert, aber nicht zum Beispiel auf die sinkenden Reallöhne.“ 

Rolf Hantschel (Piraten): „Unser Ergebnis ist deutlich schlechter als erhofft. Das liegt auch daran, dass wir in vier Bundesländern wegen fehlender Unterschriften gar nicht antreten konnten. Viele Ideen der Modernisierung hat die FDP aufgegriffen. Bei uns gibt es aber keine Auflösungserscheinungen!“

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