Ausnahmesituation in Schulen

Nur wenige Schüler nutzen Notbetreuung in Meinerzhagen und Kierspe

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Ordentlich aufgeräumt wartet dieser Klassenraum der Gesamtschule Kierspe auf seine Nutzer. Doch es wird mindestens fünf Wochen dauern, bis hier wieder Schüler lernen.

Meinerzhagen/Kierspe – Tag eins der Ausnahmesituation an den heimischen Schulen: In Meinerzhagen und Kierspe kamen nur vereinzelt Schüler in die Einrichtungen, Notfallpläne wurden oder werden umgesetzt. Die Übersicht:

Meinerzhagen

Evangelisches Gymnasium: Zwei Kinder – mehr Schüler konnte Schulleiter Sven Dombrowski gestern nicht am Bamberg begrüßen. Er sieht seine Schule für die kommenden Tage gerüstet: Zum einen aufgrund des Lehrmaterials, das über die Schul-App Webuntis verteilt wird, zum anderen durch die personelle Aufstellung. „Wir haben die Eltern gebeten, uns tagesaktuell mitzuteilen, wer am kommenden Tag eine Betreuung benötigt“, erklärt Dombrowski. Dabei seien täglich mindestens ein Vertreter der Schulleitung sowie ein FSJler vor Ort, um das geforderte Betreuungsangebot sicherstellen zu können. Alle weiteren Entscheidungen hinsichtlich Prüfungen, Praktika etc. sollen in den kommenden Tagen gefällt werden.

Sekundarschule: Drei Schüler mussten gestern am Rothenstein betreut werden – dass auch ab morgen ein Betreuungsangebot aufrecht erhalten werden muss, davon ging Schulleiterin Christiane Dickhut gestern nicht aus. Sie wartet gespannt auf weitere Handreichungen des Landesministeriums in Sachen ZPs (Zentralprüfungen), die eigentlich bald anstehen sollten. „Das Virus stellt nicht zuletzt die Schulen vor riesige Herausforderungen“, sagt Dickhut, die auch eine fürheute geplante Lehrerkonferenz abgesagt hat. Das Kollegium sei untereinander digital vernetzt und werde sich künftig nur noch bei besonderen Bedarf in Kleinstgruppen in der Schule treffen.

Berieten sich gestern über das weitere Vorgehen: Sven Dombrowski und Miriam Haarbach von der Schulleitung des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen.

Berieten sich gestern über das weitere Vorgehen: Sven Dombrowski und Miriam Haarbach von der Schulleitung des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen.

Grundschule Auf der Wahr: Zehn Schülerinnen und Schüler nutzten gestern das bis heute andauernde Betreuungsangebot auf der Wahr. Doch längst nicht alle dieser Schüler sind auch Kinder von Eltern in „Kritischen Berufsgruppen“ (siehe Info-Kasten), die auch ab Mittwoch betreut werden müssten, wie Schulleiterin Christiane Wagner sagt. Arbeitsmaterial wird über die Schulapp „School-Fox“ an die Schüler verteilt, die Eltern seien darüber informiert. Inwieweit ab morgen ein Betreuungsangebot aufrecht erhalten werden muss, entscheidet sich nach Infos vonseiten der Eltern. „Wir sollten dabei aber eine maximale Gruppengröße von fünf Kindern beachten“, erklärt Wagner, die daher auch gestern die Schüler entsprechend aufgeteilt hat.

Grundschule Am Kohlberg: Nur zwei Schüler sind gestern am Kohlberg mit Betreuungsbedarf erschienen. Noch bis heute haben Eltern aus systemrelevanten Berufsgruppen die Möglichkeit, ihren Betreuungsbedarf anzumelden, Schulleiterin Sibylle Eich rechnet allerdings nicht damit, dass es dazu kommen wird. Auch am Kohlberg haben sämtliche Schüler Arbeitsmaterial für daheim erhalten.

Ebbeschule Valbert: Auch den Valberter Grundschülern soll in den kommenden Wochen nicht langweilig werden. Die Ebbeschule hat auf der Homepage Arbeitspläne für jeden Jahrgang veröffentlicht. Ob eine Notbetreuung ab morgen eingerichtet werden muss, steht auch hier nicht fest. Gestern konnte Schulleiterin Stefanie Nesselrath jedoch nur zwei Schüler begrüßen. „Wir haben durchaus mit mehr gerechnet“, sagt sie. Die Lehrkräfte waren indes allesamt vor Ort, um eigene Arbeitspläne zu erstellen.

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Kierspe

Gesamtschule: Alle Klassen waren gestern von den zuständigen Lehrern besetzt, damit Schüler, die noch Material abholen wollten, das auch tun konnten. Von Einzelnen sei dieses Angebot auch noch genutzt worden, teilt Schulleiter Johannes Heintges mit. „Wir haben bereits am Freitag die Kinder gebeten, eine E-Mail-Adresse zu hinterlassen, über die wir Aufgaben versenden können. Außerdem prüfen wir gerade, welche Möglichkeiten wir haben, digitalen Unterricht anzubieten“, sagt Heintges. Letzteres sei vor allem für die Schüler wichtig, die nach den Osterferien mit den Abiturprüfungen starten. Bei der Betreuung wurde die Schule zumindest gestern vor keine allzu großen Herausforderungen gestellt, da gerade einmal zwei Kinder angemeldet waren. Und nach jetzigem Stand wird auch nicht mit weiteren Schülern gerechnet.

Pestalozzi-/Schanhollenschule: Gerade einmal drei Schüler mussten gestern betreut werden. Wie viele es insgesamt noch werden, konnte Rektor Thomas Block gestern noch nicht sagen. Die Lehrer selber haben sich gestern im Rahmen einer Konferenz erst einmal die Anweisungen von Schulamt und Bezirksregierung angeschaut. Grundsätzlich sind die Schüler, die jetzt zuhause bleiben, mit Arbeitsmaterialien bereits am Freitag versorgt worden. „Vieles läuft jetzt über Messenger-Dienste oder per Mail. Kinder, die darüber nicht erreichbar sind, bekommen von ihren Mitschülern die Aufgaben übermittelt“, sagt Block, der die Arbeitsaufträge selbst mit einer kleinen Zeichnung illustriert.

Bismarck-/Servatiusschule: Auch an dieser Schule wurden die Kinder bereits am Freitag mit Arbeitsmaterialien versorgt. „Irgendwie haben wir geahnt, dass es zu Schließungen kommen wird“, erklärt Rektorin Stefanie Fischer das Vorgehen. Auch an ihren Schulen gibt es im Bereich der Betreuung nicht viel zu tun. Gerade einmal vier Kinder sind gestern gekommen. „Wir können mit diesen natürlich nicht den ganzen Tag Unterricht machen, das würde die Kinder überfordern. Also werden wir uns einiges einfallen lassen“, so Fischer. Bei der Betreuung ist die räumliche Trennung der beiden Schulen aufgehoben, das gelte sowohl für die betreuenden Lehrer als auch für die Schüler. So kam gestern das einzige aus Rönsahl stammende Kind, das betreut werden musste, nach Kierspe.

Betreut werden die Kinder übrigens an allen Schulen nur im Rahmen ihrer üblichen Schulzeiten, lediglich Kinder, die an der OGS angemeldet sind, werden auch bis in die Nachmittagsstunden beaufsichtigt.

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