50 Sternsinger sammeln 6 800 Euro

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50 Sternsinger zogen am Samstag warm „verpackt“ in Meinerzhagen aus, um Spenden zu sammeln und den Segensspruch zu überbringen. Die Kinder und Jugendlichen freuten sich über 6 800 Euro, die sie für ihre Aktion erhielten.

Meinerzhagen -   Kalt ist es – sehr kalt. Nicht zu vergleichen mit den Temperaturen, bei denen die drei Weisen aus dem Morgenland sich vor rund 2000 Jahren auf den Weg nach Bethlehem machten, um das Christuskind anzubeten. Doch die Kinder, die heute in den Gewändern der Sterndeuter unterwegs sind, haben vorgebeugt: Strumpfhosen, dicke Pullis, winddichte Jacken und Handschuhe gehören neben wallenden Gewändern, Krone und Kreide zum Standardoutfit der Sternsinger.

Die Kinder und Jugendlichen, die sich am Samstag nach der Aussendung durch Pfarrer Thorsten Rehberg auf den Weg in die Familien machen, sind in der Tradition der Sterndeuter unterwegs. Statt Weihrauch, Gold und Myrrhe haben sie Kreide, Holzstern und Sammelbüchse dabei. Letztere wird nach den Stunden durch Schnee und eisigen Wind gut gefüllt sein. „Wir sind sehr zufrieden, die Menschen sind alle sehr spendabel“, zieht Regina Löper-Kappes vom Organisationsteam schon beim Mittagessen eine positive Zwischenbilanz. Eine erste Zählung am Abend bestätigte das: 6 800 Euro sammelten die Sternsinger in diesem Jahr. Und dabei bedauern die Organisatoren, dass trotz der Zahl von 15 Gruppen nicht alle Bezirke abgedeckt werden konnten: „Das war witterungsbedingt leider nicht möglich, was uns sehr leid tut.“

Viele Sternsinger sind alte Hasen und seit mehreren Jahren dabei, wie Mats und seine Freunde Jonas und Luca. Schon die Eltern der zehnjährigen Jungen waren vor 30 und mehr Jahren als Sternsinger unterwegs und haben diese Tradition an ihre Kinder weitergegeben. Aber auch „Neue“ sind dabei, wollen sich für Gleichaltrige in Not engagieren. „Ihr seid heute Botschafter für den lieben Gott“, sagt Pfarrer Rehberg, der die rund 50 Sternsinger und ihre Betreuer am Morgen von der Marienkirche aus aussendet. Im gemeinsamen Gebet bittet er nicht nur angesichts der ungemütlichen Wetterlage um gute Laune: „Auch wenn die Menschen grummeln, lass uns freundlich bleiben.“

Doch auf unfreundliche Menschen stoßen die Sternsinger nur selten - ganz im Gegenteil. Louisa (10), Leander und Leif (beide 7) werden herzlich empfangen: „Schön, dass ihr da seid. Wir haben schon auf euch gewartet.“ Und neben einem Beitrag in die Spendenbüchse bekommen die Kinder auch fast überall ein kleines Dankeschön in Form von Süßigkeiten. Die schweren Taschen mit den Leckereien werden mittags gesichtet und aufgeteilt. Angesichts der Mengen wandert ein großer Teil in die Spendenkiste für die Meinerzhagener Tafel. „Das nächste Mal mache ich euch einen heißen Kakao“, verspricht eine Frau, und ein paar Türen weiter wird das direkt umgesetzt: während die Kinder noch bei den Nachbarn singen, bereitet Sabine Hardenacke schnell einen warmen Kinderpunsch für alle vor. „Das tut gut“, sind sich die durchgefrorenen Sternsinger einig. So aufgewärmt lässt sich auch der Segen viel besser an die Tür schreiben bzw. inzwischen auch kleben: 20 * C + M + B + 17. Diese Zeichen stehen für das Jahr, das den Stern, den Segen „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) und die die Dreifaltigkeit darstellenden drei Kreuze umrahmt.

Mehrere Stunden sind die Kinder und Jugendlichen auf den glatten Straßen unterwegs – nicht für sich, sondern für Kinder in Not. „In Kenia, dem Beispielland der diesjährigen Aktion, haben die Kinder es deutlich wärmer“, meint Pfarrer Rehberg. „Aber dafür geht es den Menschen in vielen anderen Belangen viel schlechter.“

Von der Klimaerwärmung, auf die u.a. mit dem Leitspruch der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen („Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit“) aufmerksam gemacht werden soll, merkt man an diesem Samstag in Meinerzhagen nichts.

Aber nach dem leckeren Mittagessen im Pfarrheim sind alle wieder aufgewärmt und machen sich mit dem guten Gefühl, geholfen zu haben, wieder auf den Weg in die Familien.

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