Sternsinger: Könige in ganz besonderer Mission

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Sitzt der Kopfschmuck? Beim Vorbereitungstreffen der Sternsinger-Aktion im Saal unter der Kirche St. Marien war auch Gelegenheit zur Anprobe des Kostüms. 

Meinerzhagen - Von vielen Menschen werden sie erwartet: „Die freuen sich, wenn wir kommen. Und wenn sie nicht da sind, hängen manche auch eine Tüte an die Tür. Mit einem Zettel: Für die Sternsinger“, erzählt Leander.

Der Neunjährige ist am 5. Januar König für einen Tag. Zusammen mit vielen anderen Königen. Etwa 30 Sternsinger sind am ersten Januarwochenende in der Volmestadt unterwegs, sammeln Spenden für Kinder in Not und bringen den Menschen den Segen. „Wir machen mit, weil es einfach Spaß macht“, steht nicht nur für Leander und seine Geschwister fest. 

Die Sternsingeraktion, die bundesweit zum 61. Mal stattfindet und an der sich 300 000 Kinder beteiligen, hat auch in der Katholischen Pfarrei St. Maria Immaculata eine lange Tradition. 

Jedes Jahr, und das freut das Team, das die Aktion in Meinerzhagen organisiert, möchten viele Kinder und Jugendliche in die langen Gewänder schlüpfen, funkelnde Kronen aufsetzen und mit dem Stern von Haus zu Haus ziehen. Und jedes Jahr sind auch neue Kinder dabei. Konfession oder Religion spielen keine Rolle bei der Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

Dass das Sternsingerlied mit allen eingeübt wird, die passenden Umhänge gefunden und die Routen abgesprochen werden, ist daher wichtig. Im Saal unter der Kirche St. Marien herrscht daher auch am Donnerstagmorgen ein aufgeregtes Durcheinander. Sind genügend Sterne vorhanden? Wer geht mit wem? Wurden alle Routen abgestimmt?

„Wir machen jetzt einen König aus dir“, sagt Anette Kraus und steht vor dem großen Kleiderständer. Viele Umhänge hängen hier, der kleine Segensbringer in spe darf sich ein Gewand aussuchen, das ihm besonders gut gefällt. 

Anette Kraus, Regina Löper-Kappes und Manuela Steller-Lübke organisieren das Dreikönigssingen auch in diesem Jahr wieder. Sie wissen, dass viele Meinerzhagener den Besuch der als Könige verkleideten Segensbringer erwarten. „Viele sprechen uns an und sagen, dass sie sich sehr freuen, wenn die Kinder kommen und den Segen bringen. 

Wir versuchen auch wirklich, alle Bezirke abzudecken und bemühen uns sehr. Doch es ist einfach unmöglich, alle Häuser zu besuchen“, sagt Regina Löper-Kappes und bittet um Verständnis, dass die Gruppen nicht überall klingeln, das Sternsingerlied vortragen und um Spenden bitten können. Auch wenn auch in diesem Jahr wieder rund 30 Kinder unterwegs sein werden, sei das leider nicht zu schaffen.

Hinzu komme eine Unwägbarkeit, die nicht geplant werden könne: das Wetter. „Am schlimmsten ist es, wenn es glatt ist“, weiß Regina Löper-Kappes und erinnert sich, dass es einmal so gefährlich gewesen sei, dass man die Kinder morgens nicht gleich habe losschicken können. 

Die Kälte ist dagegen nicht so ein großes Problem. Jedenfalls nicht für Segensüberbringerin Louisa. „Man kann sich doch warm anziehen“, meint die Zwölfjährige, die eigentlich fast mit der Sternsinger-Aktion aufgewachsen ist: „In diesem Jahr gehe ich zum achten Mal mit“, erzählt sie und freut sich, dass den Königen mit der besondern Mission oftmals auch warmer Kakao oder Kinderpunsch zum Aufwärmen angeboten wird. 

Allerdings, auch diese Erfahrung haben einige Kinder gemacht, werden manche Türen auch nicht geöffnet, wenn die Heiligen Könige läuten. „Obwohl jemand zuhause ist“, erzählen sie, wohlwissend, dass jede noch so kleine Spende willkommen ist. Das Geld fließt ins Kindermissionswerk, das bedürftige Kinder überall auf der Erde unterstützt. 

Unter welchen Bedingungen Kinder aufwachsen und wie sehr sich deren Leben von dem der meisten Kinder in Deutschland unterscheidet, wurde beim Treffen am Donnerstag in einem Film über Kinder in Peru gezeigt.

In Meinerzhagen ziehen die Sternsinger am Samstag, 5. Januar, durch die Straßen. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann sich bei Anette Kraus, Tel. 0 23 54/70 46 31, Regina Löper-Kappes, Tel. 0 23 54/90 45 80, oder Manuela Steller-Lübke, Tel. 0 23 54/7 79 79 79, melden.

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