Stelle wird gestrichen

Pastor Friedrich Tometten verlässt Meinerzhagen

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Betroffen reagierten am Sonntagmorgen viele Gemeindemitglieder auf die Nachricht vom Weggang von Pfarrer Friedrich Tometten. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Dass Angebote der evangelischen Kirche auch in Meinerzhagen angesichts schwindender Gemeindeglieder-Zahlen reduziert werden müssen, war schon längere Zeit klar, auch für Pastor Friedrich Tometten: „Unser Mantel ist zu weit geworden, wir müssen ihn anpassen auf die heutigen Verhältnisse“, stellte er selbst bereits im September 2010 bei einer Gemeindeversammlung fest.

„Wir schrumpfen und müssen die Strukturen anpassen“, konstatierte Tometten mit Blick auf die Mitgliederentwicklung damals. 9000 Gemeindemitglieder noch in den 70ern, 7500 im Jahr 2003, aktuell weniger als 6000. Die demografische Entwicklung vor allem und Kirchenaustritte beeinflussen diesen Prozess.

Von Gertrud Goldbach

Pastor Friedrich Tometten war bereits in der Vergangenheit nicht mehr ausschließlich in Meinerzhagen tätig. Sein vom Evangelischen Missionswerk finanziertes Engagement in Papua/Neuguinea wurde sogar auf mehrere Monate im Jahr ausgeweitet. Nun wird seine Pfarrstelle in Meinerzhagen ersatzlos gestrichen. Zuletzt war Pfarrer Tometten für die Zeit seiner Anwesenheit in Meinerzhagen schwerpunktmäßig an der Johanneskirche tätig und vertrat ansonsten auch seine beiden Kollegen Klaus Kemper-Kohlhase und Petra Handke nach Bedarf.

„Mir tut es sehr weh, was ich Ihnen jetzt sagen möchte“, begann sichtlich bewegt Pfarrer Friedrich Tometten seine Gemeindemitglieder der Johanneskirche im Sonntagsgottesdienst anzusprechen. „Es ist ein Schritt, der mir alles andere als leicht gefallen ist, es ist mein Weggang aus dieser Gemeinde zum 15. April diesen Jahres.“

Anfang November war Superintendent Majoress in der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses, um den Ausschuss darauf hinzuweisen, dass bei der geringer gewordenen Größe und der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Gemeinde nur noch zwei Pfarrstellen finanziert werden können. „Fünf Tage später erreichte mich eine Stellenausschreibung für die Ökumenische Werkstatt, das ist ein Seminarzentrum der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal. Diese Stelle hat einen Dienstumfang von 80 Prozent“, informierte er die Gemeinde weiter. „Nach einigem innerlichen Hin und Her habe ich mich Anfang Dezember um die Stelle beworben und unmittelbar vor Weihnachten erfahren, dass ich sie am 15. April antreten kann.“ Froh ist Pfarrer Tometten, dass diese Stelle ihm die Möglichkeit lässt zu 20 Prozent weiter für Papua tätig zu sein, doch sein Ende in Meinerzhagen ist schon bald. Bereits am 23. Januar wird er für zwei Monate nach Papua fliegen und anschließend seine Umsiedlung nach Wuppertal vorbereiten. „Wann wir meine Verabschiedung aus Meinerzhagen feiern werden, steht noch nicht fest“, überlegte er laut. „Angedacht sind der 7. oder der 14. April. Das muss noch überdacht werden.“

Betroffen und sichtlich bewegt reagierten viele der Gottesdienstbesucher Sonntagmorgen. Mit einer solchen Botschaft hatten sie nicht gerechnet. Tränen flossen bei einigen Gemeindemitgliedern, denn 15 Jahre gemeinsamer Lebensweg hat viele unter ihnen mit ihrem Pfarrer zusammengeschweißt. „Friedrich Tometten ist unser Pfarrer der Herzen“, brachte es Beate Placidus beim anschließenden Kirchencafé auf den Punkt. „Er hat in unserer Gemeinde sehr vieles angestoßen und auch bewegt, wir können es noch gar nicht fassen.“

So ganz ins Unbekannte kommt Pfarrer Friedrich Tometten mit seiner neuen Aufgabe nicht. Bereits jetzt ist die Vereinte Evangelische Mission Wuppertal sein Arbeitgeber für den Bereich Papua und war es auch in den 1980er Jahren für mehr als acht Jahre. Es ist eine Gemeinschaft von 36 Kirchen in Deutschland, Asien und Afrika, zu der auch die westfälische Landeskirche gehört. „Sie ist die Verbindungsstelle zur Welt“, erklärte Pfarrer Friedrich Tometten. „Und sie hat ein eigenes Seminarzentrum. Für studierende Vikare und Pfarrer bietet sie Fortbildungen an für die Menschen, die Partnerbeziehung zur Kirchen in Übersee haben.“

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