Politik diskutiert über vermeintlich pflegeleichte Gärten

Widerstand gegen Steingärten

In der Politik regt sich nun Widerstand gegen die grauen Steingärten, die an vielen Stellen zu sehen sind.
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In der Politik regt sich nun Widerstand gegen die grauen Steingärten, die an vielen Stellen zu sehen sind.

Blühende Vielfalt oder steiniges Grau? An den vermeintlich pflegeleichten Steingärten spalten sich die Gemüter. Jetzt sind sie auch Thema in Meinerzhagen.

Meinerzhagen - Die in letzter Zeit zum Trend gewordene Gartengestaltung mit Steinen in den unterschiedlichsten Varianten war zuletzt auch ein Thema im Bau- und Vergabeausschuss. Dabei stand die Frage im Raum, was die Stadt gegen eine umfangreiche Versiegelung der (Vor-)gärten unternehmen kann.

SPD-Ratsfrau Petra Gossen stellte die Frage nach Möglichkeiten der Verwaltung, Einfluss auf die Umlagen von Wohngebäuden zu nehmen. Im Hinblick auf die zunehmende „Steinigung“ zahlreicher Gartenanlagen, fragte sie nach eventuellen Steuerungsmöglichkeiten in Richtung ökologisch wertvollerer Gestaltungsvarianten.

Satzungen könnten helfen

Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar erläuterte zunächst direkt die rechtlichen Vorgaben. Demnach bestehe die Möglichkeit, gezielt auf bestimmte Bereiche über geltende Satzungen einzuwirken. Gleichfalls wäre aber auch eine spezielle Satzung zur Gestaltung als universelle Vorgabe für das Stadtgebiet denkbar. Allerdings hinterfragte der Fachbereichsleiter auch die in der Praxis nur schwer durchführbaren Kontrollen.

Kein Hehl machte Rothaar aus seiner Meinung zu der vermeintlich pflegeleichten Gartenvariante. „Es dauert gar nicht so lange, dann kommt auch im Steingarten das Unkraut durch“, so Friedrich Rothaar. Und er ging kurz auf die ökologischen Auswirkungen und die optische Wirkung ein.

Es dauert gar nicht so lange, dann kommt auch im Steingarten das Unkraut durch.

Friedrich Rothaar, Fachbereichsleiter

Wer sich mit offenen Augen in der Stadt bewegt, muss nicht lange aussagekräftiges Anschauungsmaterial suchen. Das findet sich mal dezent am Seitenrad des Grundstücks, mal mit der brachialen Optik einer uneinnehmbaren Festungsanlage allerorten. Ihnen allen ist gemein: Grün ist kein Thema. Pflanzen gibt es meist nur als minimalistisches Dekorationsobjekt und nicht als Nahrungsspender für die Insektenwelt.

Allerdings findet man mit etwas mehr Mühe auch eine andere Entwicklung in den privaten Gärten der Volmestadt. So laden mitunter auch bunte Blumenwiesen zum Hingucken und für die Insekten zum leckeren Imbiss ein.

Gerade diesen Trend möchte man in Zukunft fördern und stützen, war man sich im Ausschuss einig. Nach der Bildung eines neuen Ausschusses infolge der Kommunalwahl wolle man sich des Themas erneut annehmen, wie es im Rahmen der Sitzung hieß.

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