Steigerung der Bauanträge

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Im Baugebiet Werlsiepen ist noch reichlich Platz für Neubauten. Von insgesamt 36 bebaubaren Grundstücken sind zurzeit erst drei Stück bebaut. Das Foto zeigt die zurzeit im Bau befindliche Reihenhausanlage der Baugesellschaft. J

MEINERZHAGEN ▪ Bauland ist in Meinerzhagen keine Mangelware. Genügend Bauflächen in unterschiedlichsten Lagen sind trotz steigender Nachfrage vorhanden.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der gestellten Bauanträge in Meinerzhagen angestiegen. Waren es bis zum dritten Quartal 2010 noch 84 Baumaßnahmen (überwiegend für Einfamilienhäuser und An- und Umbauten an bestehenden Gebäuden), so liegt die Zahl für den gleichen Zeitraum in 2011 bei 95 Baugesuchen.

Damit liegt die Volmestadt im Trend für den Märkischen Kreis. Dieses gilt auch beim Preis für einen Quadratmeter Bauland. Der beträgt für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in mittlerer Wohnlage im Kreisdurchschnitt 112 Euro. Am teuersten war Bauland in mittleren Lagen in Iserlohn und Menden mit im Durchschnitt je 155 Euro pro Quadratmeter. Am günstigsten konnten Hausbauer in dieser Kategorie in Plettenberg an ein Grundstück kommen – dort lag der Quadratmeterpreis bei 85 Euro.

Diese Feststellungen trifft der Bericht des Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Märkischen Kreis für das zurückliegende Jahr. Hierzu hatte das Fachgremium 2443 Grundstückskaufverträge aus 2010 analysiert. Diese Zahl lag um fünf Prozent höher als in 2009.

Bei den Immobilienverkäufen wurden insgesamt rund 224 Millionen Euro umgesetzt. Betrachtet man dabei die drei großen Teilmärkte, beträgt der Anteil am Gesamtaufkommen bei den bebauten Grundstücken 43 Prozent, bei den unbebauten Grundstücken 37 Prozent und bei den Eigentumswohnungen 20 Prozent. Unter den bebauten Grundstücken nehmen mit 69 Prozent die Ein- und Zweifamilienhäuser den größten Anteil ein.

„Wir hatten bis etwa Anfang Oktober im Segment der bestehenden Immobilien einen überdurchschnittlichen Nachfrageanstieg gegenüber dem Vorjahr. Bei unbebauten Grundstücken liegt die Nachfrage aber wie bisher, eher auf niedrigem Niveau“, so Holger Peters vom Gutachterausschuss auf Nachfrage der MZ.

Betrachtet man die Nachfrage nach unbebauten Grundstücken beim Baugebiet Werlsiepen, könnte sich dieser, vom Gutachterausschuss grundsätzlich festgestellte Aspekt, auf den ersten Blick bestätigen. Dort sind von den insgesamt 36 erschlossenen Grundstücken (30 davon für Einfamilien- oder Doppelhäuser, 6 für Reihen- und Mehrfamilienhäuser) erst drei tatsächlich bebaut. Hinzu kommt die zurzeit im Bau befindliche Reihenhausanlage der MBG. Allerdings müssen nach Informationen der MBG auf deren Homepage, noch weitere verkaufte oder mit Kaufoption belegte Flächen hinzugerechnet werden. Das bedeutet, dass etwa ein Drittel der zur Verfügung stehenden Grundstücke einen neuen Eigentümer bekommen haben.

„Ich bin mit der Entwicklung in Werlsiepen durchaus zufrieden“, so Friedrich Rothaar vom Bauamt der Stadt Meinerzhagen. Dabei verweist er gleichzeitig auf den Umstand, dass bei der Ansiedlung in neuen Baugebieten in der Größenordnung von Werlsiepen, grundsätzlich für einen Zeitrahmen von zehn bis 15 Jahren geplant wird.

Eine Alternative für potenzielle Häuslebauer könnten die im Stadtgebiet von Meinerzhagen zahlreich vorhandenen Baulücken sein. Rund 390 davon haben die Fachleute im Meinerzhagener Bauamt festgestellt. Dabei handelt es sich um Flächen, auf denen eventuell ein oder manchmal auch mehrere Gebäude errichtet werden könnten. Verteilt sind diese freien Grundstücke über das gesamte Stadtgebiet, wie zum Beispiel am Korbecker Weg oder in der Himbergstraße. Der baurechtliche Status ist in den meisten Fällen unproblematisch. Zum größeren Teil liegen die Flächen in bestehenden Bebauungsplangebieten oder im unbeplanten Innenbereich. Hier reicht dann der Nachweis der gesicherten Erschließung und der Bauherr kann loslegen.

Oftmals einziger, aber entscheidender Knackpunkt bei der Sache: Wenn der Grundstückseigentümer nicht verkaufen will, geht nichts. Und gerade auch diese Tatsache hat in der Vergangenheit immer wieder dazu geführt, dass für die bestehende oder für die Zukunft erwartete Flächennachfrage, Alternativen in neuen Baugebieten geschaffen werden mussten.

Von Jochen Helmecke

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