2018 kein infiziertes Tier im MK

Staupe: Das müssen Hundebesitzer über die oft tödliche Krankheit wissen

+
Symbolbild

Meinerzhagen - Masern beim Menschen, Staupe bei Hunden. Die Meinerzhagener Tierärztin Dr. Viktoria Alberts sieht da durchaus Parallelen. Und: Impfgegner gibt es in beiden Lagern. Das jedenfalls hat die Veterinärmedizinerin in Bezug auf Hunde festgestellt.

Hundebesitzer sind zurzeit besorgt. Inzwischen sind bereits 18 Fälle der Virusinfektion Staupe bei Füchsen in Mülheim diagnostiziert worden, im Ruhrgebiet scheint sich das Virus schnell auszubreiten. Eine Übertragung vom Fuchs auf den Hund ist bei Kontakt jederzeit möglich. Erreicht die oft tödliche Tierkrankheit jetzt den Märkischen Kreis und damit auch Meinerzhagen? 

„Sie ist wohl längst da“, weiß MK-Pressesprecher Hendrik Klein. Er schränkt allerdings ein: „In diesem Jahr wurden zwei tote Füchse untersucht, keiner war infiziert. Und im vergangenen Jahr wurde im Märkischen Kreis kein einziger Fall aktenkundig.“

Dass es auch in heimischen Gefilden in früheren Jahren allerdings immer wieder vorgekommen ist, dass Staupe-Fälle – manchmal 25 bis 30 pro Jahr – zwischen Menden und Meinerzhagen festgestellt wurden, ist ebenfalls Fakt. Aber: Die Erkrankung ist nicht meldepflichtig, also ist mit einer erheblichen Dunkelziffer zu rechnen. Die beruhigende Nachricht: Staupe stellt für den Menschen keine Gefahr dar. Und auch Katzen sind nicht bedroht. 

Was Dr. Alberts besonders ärgert, ist Unwissenheit und Gleichgültigkeit: „Der Natur freien Lauf lassen, wenn es um solche schwerwiegenden Erkrankungen geht, gegen die man sein Tier sehr wirkungsvoll impfen kann? Das ist für mich kein Argument. Dann dürfte ich beispielsweise auch einen Beinbruch nicht schienen“, sagt sie. Die Veterinärmedizinerin mit eigener Praxis führt ein Beispiel an, wie sich bei manchen Menschen die Meinung im Laufe der Jahre ändern kann: „In der 1970-ern wurden fast alle gegen die Pocken geimpft. Kaum jemand hat das kritisch hinterfragt. Viele Jahre später ist nun zu hören ,lass dich bloß nicht impfen’. Ich persönlich kann es jedenfalls mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, aufs Impfen zu verzichten.“

Füchse, Wölfe, Dachse, Frettchen, Nerze, Wiesel, Waschbären und sogar Seehunde können sich mit dem Staupe-Virus infizieren. „Es wird übertragen durch Tröpfcheninfektion und kommt grundsätzlich in allen Sekreten vor, die ein infiziertes Tier abgibt“, erläutert Dr. Alberts. Frei laufende Hunde können sich also jederzeit anstecken, wenn sie zum Beispiel an einem durch Staupe verendeten Fuchs schnüffeln. „Da hilft wirklich nur eine Impfung. Wenn Hundehalter nicht genau wissen, ob ihr Tier diesen Schutz besitzt, können sie im Impfpass nachschauen. Ist dort eine S vermerkt, wurde gegen Staupe geimpft“, erläutert Dr. Alberts.

Eine vollständige Impfung sei übrigens auch dann vonnöten, wenn Tiere – zum Beispiel wegen einer Urlaubsreise der Besitzer – in einer „Pension“ abgegeben werden sollen. „Da schauen die Betreiber der Pensionen sehr genau drauf und das ist auch richtig“, weiß die heimische Tierärztin. 

Keine offiziellen Staupe-Fälle im Märkischen Kreis seit mehr als einem Jahr – ist die Krankheit hierzulande also „Geschichte“? Wohl kaum. Denn Dr. Alberts hat eine Art „Wellenbewegung“ bei den registrierten Fallzahlen festgestellt. Und außerdem wird wohl niemand erfahren, wo im Wald der nächste infizierte Fuchs verendet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare