Noch genügend Wasserreserven in der Listertalsperre

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Viel Grün ist in Hunswinkel am Listerufer zu sehen. Der Wasserspiegel der Lister wurde abgesenkt. Grund ist die Sanierung der Staumauer.

Meinerzhagen - Von Wasserknappheit kann für die Listertalsperre trotz der Dürreperiode keine Rede sein. „Wir haben noch genügend Wasserreserven, selbst wenn es noch wochenlang trocken bleibt“, geben die Verantwortlichen des Talsperrenbetriebes Bigge-Lister Entwarnung.

Dass die Lister derzeit etwas weniger gefüllt ist, liege nicht an der wochenlangen Trockenheit, sondern habe einen anderen Grund, berichtet die stellvertretende Betriebsstellenleiterin des Talsperrenbetriebs Süd Linda Linn. An der Staumauer soll bis Herbst der nunmehr dritte Abschnitt der Sanierung des Bauwerkes durchgeführt werden. Das betroffene Teilstück sei bereits eingerüstet, damit die Fugen auch hier ebenso wie bei den beiden anderen Bauabschnitten erneuert werden können, erläutert die Diplom-Bauingenieurin. Der Wasserspiegel der Lister sei daher um circa 1,5 Meter abgesenkt worden. „Das sieht man.“

Generell werde die im Jahr 1912 erbaute Lister als Vorbecken der Bigge auf hohem Stauniveau gehalten, um ihren Zweck zu erfüllen. Und hier gilt: „Unsere Talsperren dienen einerseits dem Hochwasserschutz und andererseits der Niedrigwasseranreicherung in Trockenzeiten“, erklärt Linn. Die Stauhöhen der acht Talsperren des Ruhrverbandes geben jederzeit genaue Auskunft über die Staumenge. Derzeit seien Bigge-, Lister-, Ennepe-, Henne-, Möhne-, Sorpe-, Verse- und Fürwiggetalsperre zu 72,2 Prozent gefüllt. Speziell die Lister, die beim Ruhrverband zusammen mit der Bigge als ein System betrachtet wird, sei zu 71,4 Prozent gefüllt. In Zahlen ausgedrückt besitzt sie damit derzeit 18,88 Millionen Kubikmeter Wasser.

Trotz der anhaltenden Regenflaute fließe immer noch Wasser in die Talsperre. Am Zufluss in Börlinghausen sind das derzeit 90 Liter pro Sekunde. 280 Liter pro Sekunde sind es insgesamt, die an den Zuflussstellen in die beiden heimischen Talsperren Lister und Bigge fließen. 

Trockene Perioden sind aus Sicht des Ruhrverbandes nicht ungewöhnlich. „Diese trockenen Phasen haben wir immer wieder“, berichtet die stellvertretende Betriebsstellenleiterin. Mehrere Jahre in Folge sei es bereits zu trocken. Mal habe es außergewöhnliche Trockenphasen im Herbst und mal im Frühjahr gegeben.

Beim Ruhrverband haben die Experten nicht nur die Wassermengen im Blick, sondern auch die Wasserqualität. Befürchtungen, dass sich die Hitze auf den Sauerstoffgehalt des Wassers und damit auf die Lebensbedingungen der Fische auswirken könnte, müsse aber niemand haben, betont Linda Linn. Regelmäßig entnehme der Ruhrverband Wasserproben. Verschiedene Parameter würden im Labor untersucht. Bisher sei in Sachen Wasserqualität alles „im grünen Bereich“. Selbst bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad dauere es lange, bis sich die Talsperre so sehr erwärme, dass sich dies negativ für Tiere auswirken könne. Für einen Sprung in Fluten ist die Temperatur dafür allemal ausreichend – jedenfalls aus der Sicht vieler Ausflüger, Urlauber und einheimischer Wasserfans, die sich an den Badestellen in Hunswinkel, Heiligenberg, Windebruch und Kalberschnacke vergnügen und sich im großen Wasserreservoir über eine Abkühlung im Hitze-Sommer freuen. Der tägliche Hochbetrieb zeigt es.

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