Statt Krachmacher-Belag Hoffnung auf Flüsterasphalt

Die Autobahnniederlassung Hamm von Straßen NRW hat eingeräumt, dass bei der Fahrbahnerneuerung im Bereich Meinerzhagen ein Belag aufgebracht wurde, der besonders rau ist und daher einen erhöhten Lärmpegel verursacht. ▪ Archivfoto: Beil

MEINERZHAGEN ▪ Das Land will den Lärmschutz an Autobahnen und Bundesstraßen in den nächsten Jahren verbessern. Diese Ankündigung, die der parlamentarische Staatssekretär des Landesverkehrsministeriums, Horst Becker (Grüne) in dieser Woche machte, weckt Hoffnungen auch in Meinerzhagen.

Das örtliche Aktionsbündnis „Pro Lärmschutz“ fordert besseren Lärmschutz für die Wohngebiete im Einzugsbereich der angrenzenden Autobahn „Sauerlandlinie“. Im Mai hatte die Sprecherin der Bürgerinitiative, Annette Beaupin, im Bau- und Vergabeausschuss der Stadt eine von rund 300 Anwohnern unterzeichnete Unterschriftenliste zur Untermauerung der Forderung überreicht. Die Sprecherin zeigte sich dabei erfreut über einen Teilerfolg der Bemühungen. Die zuständige Autobahnniederlassung Hamm von Straßen NRW hatte eingeräumt, dass bei der Fahrbahnerneuerung im Bereich Meinerzhagen ein Belag aufgebracht wurde, der besonders rau ist und daher einen erhöhten Lärmpegel verursacht. Es wurde eine Nachbesserung zugesagt.

Das Aktionsbündnis will sich aber mit einer bloßen Reparatur nicht zufrieden geben. Gefordert wird der Einbau von sogenanntem Flüsterasphalt.

Die Stadt Meinerzhagen hatte einen Gesprächstermin zwischen dem Aktionsbündnis und dem Autobahnamt vermittelt. Ein Termin in Meinerzhagen ist für die Zeit nach den Sommerferien in Aussicht gestellt.

Auf Anfrage der MZ teilte der verantwortliche Projektleiter beim Autobahnamt, Christian Struck, jetzt mit, dass für September eine bauliche Maßnahme zur Verbesserung der Situation im Bereich Meinerzhagen geplant sei. Man wolle die raue Fahrbahndecke dabei „entgraten und abfräsen“. Davon verspreche man sich eine Minderung der Fahrgeräusche. Ob das tatsächlich so ist, soll durch zwei Lärmpegelmessungen überprüft werden. Gemessen werden soll jeweils unter gleichen Bedingungen einmal vor der Maßnahme und einmal nach deren Abschluss.

Wie auf den meisten Fernstraßen ist auch im Bereich Meinerzhagen Gussasphalt eingebaut worden. Das sei nach heutigem Stand der Technik nach wie vor die langlebigste und auch witterungsverträglichste Variante. „Gerade im schnee- und frostreichen Sauerland setzen wir aus gutem Grund auf eher grobkörnige Beläge“, erläutert Struck. Daher sei für Meinerzhagen zurzeit auch nicht an den Einbau von offenporigem Belag (OPA-Belag) gedacht.

Genau das aber soll, so jedenfalls die Ankündigung aus dem Verkehrsministerium, verstärkt nun auch auf Straßen in NRW geschehen.

Während der Gussasphalt als Krachmacher gilt, bringt ein guter Flüsterasphalt für Anwohner eine „gefühlte Halbierung“ des Lärms. So soll etwa die Autobahn 3 bei Erkrath einen fünf Dezibel weniger Lärm produzierenden „OPA-Belag“erhalten.

In diesem Jahr werden für Lärmsanierung bundesweit 50 Millionen Euro ausgegeben. Auf NRW entfallen 15 Millionen Euro. Allerdings werde in den nächsten Jahren für diesen Zweck deutlich mehr Geld benötigt, erklärte Staatssekretär Becker. „Wir haben begonnen, zu prüfen, welche Möglichkeiten der Lärmsanierung es gibt“, sagte er und kündigte an, dass noch im Herbst dieses Jahres ein Lärmkataster vorliegen werde. Aus diesem soll unter anderem auch hervorgehen, wann eine Fahrbahnsanierung fällig wird.

Das Aktionsbündnis in Meinerzhagen sieht die Gelegenheit, hier einzuhaken. Die Stadt Meinerzhagen, so versicherte gegenüber der MZ Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck, werde in der Sache weiterhin „unterstützend und vermittelnd“ tätig sein. ▪ -fe

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