Kampf gegen "Tretminen": Mit Hund und Handbeutel

Mit Hund und Handbeutel sind Hundebesitzer auch nur ungern unterwegs, die Hundekottütchen in der Natur zu entsorgen ist aber keine Option.

Meinerzhagen - Ein Spaziergang mit dem geliebten Vierbeiner – wer einen Hund hat, genießt das meistens. Weniger schön ist allerdings, wenn auf einem Großteil der Gassi-Runde ein Plastiktütchen samt Hundehaufen an der Hand baumelt.

Ein Spaziergang mit dem geliebten Vierbeiner – wer einen Hund hat, genießt das meistens. Weniger schön ist allerdings, wenn auf einem Großteil der Gassi-Runde ein Plastiktütchen samt Hundehaufen an der Hand baumelt. Das finden jedenfalls zwei Hundebesitzerinnen, die mit ihren Tieren regelmäßig an der Lister unterwegs sind. Hier fehle eine Dog Station, bedauern sie. 

Der Listersee ist Erholungsgebiet für Radfahrer, Schwimmer, Paddler, Angler und Spaziergänger. Letztere sind auf der Strecke zwischen Kalberschnacke und Listersperrmauer auch oft mit tierischer Begleitung unterwegs. Viele Hundebesitzer nutzen den idyllischen Weg an der heimischen Talsperre für einen Spaziergang. Hunde und Herrchen sind hier anzutreffen, Hundekotmülleimer, so genannte Dog Stations, gibt es dagegen nicht. 

Dass Hundebesitzer auch Hundebeutel dabei haben, ist allerdings nicht zu übersehen. Am Abzweig Richtung Wörmge, im Bereich der dortigen Schranke, liegen gleich mehrere Plastikbeutel am Straßenrand, wer genau hinschaut, entdeckt entlang der Strecke immer mal wieder „entsorgte“ Hundekottütchen und noch mehr Hundehinterlassenschaften. Die beiden Hundebesitzerinnen aus Meinerzhagen haben weder für „Tretmienen“ noch für herumliegende Hundekotbeutel Verständnis. Für sie gilt: Kein Spaziergang ohne Plastiktütchen. „Selbst wenn die Hunde hier etwas abseits vom Weg ihr Geschäft verrichten, benutzen wir den Beutel. Hier können doch immer mal Kinder in den Wald laufen“, steht für sie fest. 

Das Aufstellen von Hundekotbeuteln samt entsprechender Müllbehälter könne das Problem der Hundehinterlassenschaften verringern, glauben sie. Leider gebe es Hundebesitzer, die zwar Kottütchen dabei hätten, sich aber nicht die Mühe machten, einen Mülleimer für die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu suchen, um sie zu entsorgen. Normale Müllbehälter seien an der Strecke leider ohnehin nur wenige zu finden. Positive Erfahrungen habe man dagegen im Urlaub in Österreich gemacht. Dort hätten sich fast überall Plastikbeutelentnahmestellen samt Müllbehältern gefunden. 

Britta Balt ist Pressesprecherin des Ruhrverbandes mit Sitz in Essen. Ihre Behörde sei nur teilweise für den Weg an der Lister zwischen Kalberschnacke und der Sperrmauer zuständig. Der erste Abschnitt sei Sache der Stadt Drolshagen, im weiteren Verlauf komme der Ruhrverband „ins Spiel“, berichtet sie. Dog Stations werde man dort allerdings auch in Zukunft nicht aufstellen, sagt sie. Balt weiter: „Es ist traurig, aber man muss immer wieder mit den verschiedensten Verunreinigungen leben, beispielsweise auch mit Party-Müll. Aber wir haben im Bereich Bigge/Lister schon etwa 40 solcher Stationen aufgestellt – dort allerdings nicht. Meist positionieren wir diese Dog Stations in den Zugangsbereichen, also beispielsweise an Parkplätzen. Wir sehen in den Anlagen dann auch den Hinweis an Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihres Tieres ordnungsgemäß zu beseitigen.“ Und, auch das fügt die Pressesprecherin hinzu, alle Bemühungen seien schließlich sinnlos, wenn die Hundehalter die vollen Beutel einfach in der Natur entsorgten. „Auch das passiert“, berichtet Balt. 

Die Ortslage Kalberschnacke liegt auf Drolshagener Stadtgebiet. Im Bereich der Badestelle und nahe des Kiosks seien überall Müllbehälter zu finden, so Rainer Lange, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Dog Stations seien hier aber ebenso wenig platziert wie im übrigen Drolshagener Stadtgebiet. Es bestehe derzeit auch nicht die Absicht, dies zu ändern. „Wir vertreten die Auffassung, dass jeder Hundehalter doch weiß, dass sein Hund auch sein Geschäft verrichten wird und sich daher selbst mit entsprechenden Beuteln versorgen sollte. Die kann er dann dort entsorgen, wo es zulässig und möglich ist.“ Dass es diesbezüglich stets auch Konflikte gibt, möchte Lange nicht verschweigen. Die Anzahl der Hundebesitzer sei gestiegen. „Es gibt eben welche, die ordentlich sind und andere, die sich nicht zulässig verhalten.“

In Meinerzhagen gibt es Dog Stations. „Wir haben sie in den Bereichen aufgestellt, wo viele Hundebesitzer mit ihren Tieren unterwegs sind“, sagt Thomas Dröscher, im Fachbereich 2 Bürgerservice zuständig für den Fachdienst Ordnung. Zu finden seien sie beispielsweise im Volkspark oder auch an der Heerstraße im Bereich des Ehrenmals. Auch an der Beethovenstraße, im Bereich Himmecke, Auf der Freiheit und an der Otto-Fuchs-Straße können Hundebesitzer Müllbehälter samt Plastikbeutel finden. In Valbert stehen Dog Stations an der Ebbehalle und am Spielplatz Ihnewiesen. Auch an der Lister hat die Stadt Meinerzhagen eine Dog Station aufgestellt, und zwar im Bereich Trippelkorte. Nach Auskunft des Baubetriebshofes befinden sich insgesamt elf Stationen auf Meinerzhagener Stadtgebiet. Die Mitarbeiter sind auch für das Befüllen mit entsprechenden Tüten und das Entleeren der Müllbehälter zuständig. Die Erfahrung, die man mit den „Hundestationen“ gemacht habe, seien an sich gut, meint Thomas Dröscher. Dass die Hundekotmüllstationen gut angenommen werden, könne er auch beobachten, wenn er aus dem Fenster seines Büros Richtung Volkspark schaue. „Wir können die Möglichkeit der Entsorgung ja nur anbieten“, erklärt er. Hundehalter seien dafür verantwortlich, sie dann auch zu nutzen. „Da können wir nur an die Hundebesitzer appellieren.“ In einen Hundehaufen treten wolle keiner. „Auch Hundehalter nicht.“ 

Laut städtischer Verordnung sind Besitzer von Hunden verpflichtet, die großen Geschäfte ihrer Tiere zu entfernen. Ansonsten droht demjenigen, der erwischt wird, ein Verwarngeld in Höhe von 35 Euro. Allerdings, darauf weist Thomas Dröscher hin, sei eine mögliche Erhöhung in Zusammenhang mit der „Vermüllung“ in Innenstädten auch aktuelles Thema der Landesregierung. Uneinsichtigen Hundebesitzern könnten dabei empfindliche Bußgelder drohen.

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