Probleme mit dem Starkregen

Starkregen sorgte schon häufiger für Überschwemmungen im Meinerzhagener Stadtgebiet, wie hier auf der Kohlbergstraße. - Archivfoto: Benninghaus

Meinerzhagen - Der Platz an der Stadthalle überflutet, der Löher Weg unter Wasser. Sturzbäche, die sich über die Bahnhofstraße talwärts ergießen – Starkregen mit diesen Folgen hat es in Meinerzhagen schon gegeben.

Mit neuen, größeren Kanälen und Regenrückhaltebecken versucht die Stadt, sich auch für solch extreme Wetterverhältnissen zu wappnen. Und dennoch ist es in Zukunft nicht ausgeschlossen, dass in der Volmestadt zumindest stellenweise „Land unter“ gemeldet werden muss.

Meinerzhagen könnte nun – zumindest kreisweit – die Stadt werden, in der ein Pilotprojekt in Sachen „Maßnahmen gegen Überflutungen durch Starkregen“ umgesetzt wird. Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck erläuterte am Donnerstag auf MZ-Anfrage: „Wir werden uns diesem Thema widmen und wir sind mit dem Märkischen Kreis bereits im Gespräch. Eventuell wird nun ein Kataster entwickelt, auf dem zu sehen ist, an welchen Stellen in unserer Stadt Überflungen drohen.“

Generell, so Tischbiereck, gehe es darum, bei künftigen Planungen Starkregen-Ereignisse und den Klimawandel und dessen Auswirkungen noch stärker zu berücksichtigen. „Denn wir können einfach keine Kanäle bauen, die diese Wassermassen immer aufnehmen“, erläutert der Fachbereichsleiter. Konkret umsetzbar wäre die Überschwemmungs-Prävention laut Tischbiereck bei neuen Wohngebieten: „Da stellt sich dann die Frage ,wohin mit dem Regenwasser?’. In einem solchen Fall könnte geprüft werden, ob das nicht eventuell auf eine Brachfläche geleitet werden kann, wo es dann versickert.“

Mit dem Starkregenkonzept versucht nun auch das Land, „NRW wetter- und klimafest zu machen“. „Mir ist wichtig, dass unsere Städte sich vorbereiten und widerstandsfähiger gegen Starkregenereignisse werden. Dafür ist eine stärkere Zusammenarbeit in den Verwaltungen nötig. Stadtentwicklung, Bauverwaltungen, Katastrophenschutz sowie Gesundheitsämter bekommen mit dem Konzept einen besseren Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, Handlungshilfen und Fördermöglichkeiten, um zielgerichteter und abgestimmter handeln zu können“, informiert NRW-Bauminister Michael Groschek.

Die möglichen Maßnahmen, die Städte und Gemeinden nach Ansicht des Ministeriums ergreifen können, um wetter- und klimafest zu werden, sind vielfältig: „Zum Beispiel können die besonders aufnahmefähigen Böden kartiert und gezielt offen gehalten werden. Die Aspekte der grünen und wassersensiblen Stadt sollten Kommunen in jedem ihrer Planungsprozesse berücksichtigen. So können Kommunen zum Beispiel multifunktionale Flächennutzungen, den Bau von Regenrückhalteräumen oder Dachbegrünungen vorantreiben. Daneben muss klimaangepasstes Bauen noch mehr in den Fokus gestellt werden“, wird den Städten und Gemeinden empfohlen.

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