Wildtiere haben in Meinerzhagen genug zu essen

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Wildschweine ernähren sich vor allem von Eicheln.

Meinerzhagen - Seit August bereiten sich Rehe, Wildschweine, Dammwild, Rothirsche und andere Wildtiere auf den Winter vor. Sie fressen sich eine Fettschicht an, die ihnen an kalten und eisigen Tagen dann als Energiereserve dient.

Probleme, Nahrung zu finden, gibt es laut Klaus Lomnitz, Leiter des Regionalforstamtes Kurkölnisches Sauerland, für die Tiere nach dem wechselhaften Sommer nicht.

Schon im Sommer frisst das sogenannte Schalenwild Gras und Kräuer – pflanzliche Äsung nennt man diesen Vorgang. Im Herbst kommt dann eine andere Energiequelle hinzu: „Fruchttragende Bäume verlieren ihre Früchte“, sagt Lomnitz. Eicheln und Bucheckern seien noch kalorischer, da sie durch Fette und Öle einen hohen Energiegehalt hätten. „Die Energie ist im Samen gespeichert“, denn im Frühjahr müsse daraus ja eine neue Pflanze entstehen.

"Wildtiere werden gut versorgt in den Winter gehen"

„Wir haben in diesem Jahr eine sehr starke Eichel- und Buchenmast“, findet Lomnitz. „Die Wildtiere werden gut versorgt in den Winter gehen.“ Auch Rainer Barre, Jäger und Leiter des Hegerings Meinerzhagen-Valbert, ist zuversichtlich: „Die Eichelmast ist ganz gut.“ Besonders die Wildschweine ernähren sich laut Barre von den Eicheln. Trotz der starken Vermehrung von Sauen, reiche die Nahrung aber aus. „Die Sauen haben sich extrem vermehrt. Es werden sogar Gemeinschaftsjagden veranstaltet, nur um sie zu erlegen.“ Doch der Jäger ist sich sicher: „Die Wildtiere werden schon satt.“

Zusätzlich zu ihrem guten Fettvorrat reduzieren die Tiere ihren Grundumsatz. „Sie gehen schonend damit um, reduzieren ihre Aktivitäten und bewegen sich nicht mehr viel“, weiß der Leiter des Regionalforstamtes. So verringere sich der Energieverbrauch. Ihre biologische Ruhe könne allerdings durch uns Menschen gestört werden. „Die Wildtiere werden durch Menschen, die durch die Wälder laufen, aufgeschreckt. Sie fliehen dann in Sekundenschnelle“, erklärt Lomnitz. Und bei diesem fluchtartigen Vorgang verbrauchen sie viel Energie.

Lebensgemeinschaft Wald darf nicht gestört werden

Immer mehr Menschen gehen laut Lomnitz in den Wald, um sich zu erholen. Sportliche Aktivitäten – Wandern, Reiten, Skifahren oder mit dem Mountainbike unterwegs sein – seien immer beliebter. Deshalb der Appell des Forstamtes für den Winter – insbesondere bei Schnee und Kälte – an die Waldbesucher: „Es ist wichtig, dass sie sich in dieser Zeit auf den Wegen aufhalten“, betont Lomnitz. Sie sollen sich „ökosystem- und waldkonform“ verhalten, „sodass die Lebensgemeinschaft Wald nicht gestört wird“.

In einer Notzeit, das heißt bei hoher Schneelage und Frost, werden die Wildtiere von den Jägern gefüttert. Grassilage und Heu werden dann als Erhaltungsfutter gegeben. Das sei notwendig, da beispielsweise die Wildschweine bei gefrorenen Böden kaum eine Chance hätten. „Mit der Nase werfen sie die Erde auf, um an Regenwürmer, Maden und Insekten zu kommen“, erklärt Lomnitz. Wenn das allerdings nicht möglich ist, nehmen sie keine Nahrung auf, halten sich bedeckt, liegen in ihren Kesseln und wärmen sich gegenseitig. „Sie reduzieren dann ihren Energieverbrauch“, so Lomnitz. Das sei wie mit Autofahrern und dem Erdöl: „Wenn nicht genug Erdöl da ist, wird der Energiebedarf gesenkt.“

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