Städtische Gebäude sollen Sonnenenergie liefern

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Dachflächen am Schulzentrum Rothenstein könnten ein Standort für Photovoltaik-Anlagen sein. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Raus aus der Kernenergie – so schnell wie möglich.

So lautet unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima und 25 Jahre nach dem ersten Super-Gau von Tschernobyl die Devise auch in Meinerzhagen. Wie berichtet, soll auf Anregung der SPD-Fraktion die Umstellung des Strombezugs für die städtischen Immobilien auf zertifizierten Öko-Strom geprüft werden. Auch der Märkische Kreis und aktuell die Stadt Iserlohn gehen diesen Weg.

Am Dienstag im Bau- und Vergabeausschuss ging es um eine andere Alternative: Regenerative Energie auch selbst erzeugen.

Die Fraktion der Bündnisgrünen in Meinerzhagen hatte schon vor geraumer Zeit beantragt, städtische Gebäude auf ihre Eignung für Photovoltaik-Anlagen zu überprüfen. Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Seit 1958 ist sie zur Energieversorgung der meisten Raumflugkörper im Einsatz. Inzwischen wird sie auch auf der Erde zur Stromerzeugung eingesetzt und findet unter anderem Anwendung auf Dachflächen, bei Parkscheinautomaten, in Taschenrechnern, an Schallschutzwänden und auf Freiflächen.

Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar informierte jetzt über das Ergebnis der Prüfungen. Diese wurden von einem Statiker vorgenommen. Auch die Firma Schüco als ein führender Anbieter auf dem Gebiet der Solarenergie war beratend eingeschaltet.

Ermittelt wurden fünf Dachflächen, die besonders geeignet für die Installierung derartiger Anlagen erscheinen:

Im Bereich des Schulzentrums Rothenstein das Hauptgebäude sowie das Hausmeister-Wohnhaus.

Das Feuerwehrgerätehaus in Willertshagen.

Das Feuerwehrgerätehaus in Haustadt.

Der Anbau der Grundschule Auf der Wahr.

Wie Friedrich Rothaar weiter informierte, wird im Zusammenhang mit einer angestrebten Gesamtlösung auch über eine mögliche Beteiligung von interessierten Bürgern nachgedacht. Dies könnte so aussehen, dass in Zusammenarbeit mit der Sparkasse sogenannte „Bürger-Solarbriefe“ aufgelegt werden. Das sind finanzielle Beteiligungen am Kapital einer noch zu bildenden Trägergesellschaft. Eine solche Beteiligung verspricht für die Anleger eine durchaus attraktive Verzinsung.

Auch die Stadt Meinerzhagen selbst würde direkt finanziell profitieren über eine Pacht, die es für die Bereitstellung der Dachflächen vom Betreiber geben würde.

Gesucht wird derzeit noch ein Investor, der die Gesamtmaßnahme für alle fünf in Frage kommenden Dachflächen übernimmt. Es handelt sich dabei nach Auskunft von Friedrich Rothaar um eine Investitionssumme im Bereich von rund 300 000 Euro.

In Frage kommen als Betreiber könnten beispielsweise auch die Stadtwerke.

Grünen-Ratsherr Ingolf Becker zeigte sich erfreut über den sich abzeichnenden Erfolg der Initiative aus den Reihen der Fraktion der Bündnisgrünen. Man solle jetzt aber mit der konkreten Umsetzung nicht mehr lange warten, um nicht möglicherweise finanzielle Nachteile durch eine weitere Verringerung der Einspeisevergütungen für regenerative Energie in Kauf nehmen zu müssen.

Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar sagte zu, dass man nun relativ zügig einen erfolgreichen Abschluss der Maßnahme anstrebe. ▪ -fe

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