Ärztemangel und Fördermittel

Erhard Pierlings, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arnsberg des Städte- und Gemeindebundes NRW, eröffnete die Tagung.

Meinerzhagen - „Ich habe extra darauf geachtet, dass Dr. Hollstein, Bürgermeister der Stadt Altena, heute nicht neben unserem Regierungspräsidenten Dr. Bollermann sitzt.“ Erhard Pierlings, Meinerzhagener Bürgermeister und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arnsberg des Städte- und Gemeindebundes NRW, eröffnete mit dieser nicht ganz ernst gemeinten Anspielung am Freitag die Sitzung des Gremiums in der Stadthalle.

Von Jürgen Beil

Hintergrund des Treffens war allerdings nicht der „Sparkommissar“, den das Land Rat und Verwaltung der Burgstadt wegen deren schlechter Finanzlage „vor die Nase gesetzt“ hat, sondern ein anderer: In erster Linie ging es bei der Tagung um die Themen „Leader-Förderprogramme der EU“ und „ärztliche Versorgung“ und hier speziell die Lage im ländlichen Raum. Dazu hatte sich hochkarätiger Besuch eingefunden. Neben dem Vorsitzenden Erhard Pierlings, dessen Stellvertreter Dr. Andreas Hollstein, Regierungspräsident Dr. Gerhard Bollermann und Dr. Bernd Jürgen Schneider, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW, waren auch viele Bürgermeister und Ratsvertreter aus Kommunen des Märkischen Kreises gekommen. Ebenfalls vertreten: Experten der Krankenkassen.

Bei einem abschließenden Pressegespräch wurden die Themenschwerpunkte der Tagung zusammengefasst. Einer davon war „Leader“. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm der EU für ländliche Gebiete. „Leader-Regionen“ können Zuwendungen für innovative Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Naturschutz und Landwirtschaft sowie erhöhte Fördersätze für andere Maßnahmen erhalten. „Wir sind in Meinerzhagen bereits dabei, dieses Programm zu nutzen“, erläuterte Erhard Pierlings. Dabei, so weiter, könne man durchaus die Strukturen des Förderprogramms „Regionale“ nutzen.

Bereits 69 Kommunen in NRW sind schwächer mit Ärzten versorgt, auch das war Thema der Tagung. Auch wenn die Situation in Meinerzhagen noch nicht dramatisch ist, könnte es auch in der Volmestadt bald Handlungsbedarf geben. Das, darauf wurde deutlich hingewiesen, sei aber keine Angelegenheit der Städte, die nur geringe Möglichkeiten hätten, einzuwirken – außer in Sachen attraktives Umfeld für Ärzte und deren Familien. Bund, Land und Kassenärztliche Vereinigung seien hingegen gefordert, hieß es.

Regierungspräsident Dr. Bollermann wies in diesem Zusammenhang auch auf Förderprogramme für Mediziner hin, die allerdings oft nicht bekannt seien und zu wenig genutzt würden. In dieser Hinsicht werde laut Dr. Bollermann Gutes getan, aber zu wenig darüber geredet.

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