Trinkwasser ist „absolut unbedenklich“

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Auch in Meinerzhagen wird Gülle auf landwirtschaftlichen Flächen aufgebracht. Das hatte bislang laut Stadtwerke aber noch keine negativen Auswirkungen auf die Trinkwasser-Qualität.

Meinerzhagen - Wasser ist lebensnotwendig. Doch Wasser kann auch krank machen. Zum Beispiel dann, wenn es viel zu hohe Nitratwerte aufweist. Bis zu 50 Milligramm pro Liter sind in Deutschland erlaubt, mehr macht möglicherweise krank. In Meinerzhagen kommt das Trinkwasser der heimischen Stadtwerke aus Fürwigge- und Genkeltalsperre. Können die Volmestädter das „Lebenselixier“ bedenkenlos trinken?

„Ja“, meint Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Berkenkopf. Und er kann das durch Zahlen belegen: „Der Nitratgehalt in unserem Trinkwasser wird einmal im Monat überprüft. Und niemals lagen die Werte höher als fünf bis zehn Milligramm pro Liter. Diese Werte sind absolut unbedenklich.“

„Nitrat ist eine Verbindung, die aus den Elementen Stickstoff und Sauerstoff besteht. Es kommt natürlicherweise im Boden vor. Pflanzen brauchen den Stickstoff des Nitrats zum Aufbau von Eiweiß. Nitrate sind außerdem in stickstoffhaltigen Düngemitteln zu finden“, informiert die Ruhr-Universität Bochum und gibt damit Hinweise auf ein Problem: Zu den organischen Düngemitteln gehören nämlich laut Umweltbundesamt tierische Ausscheidungen wie Gülle. Die wird bekanntlich auch in Meinerzhagen auf landwirtschaftlich genutzte Flächen aufgebracht – manchmal ist das auch im Stadtgebiet deutlich zu riechen.

Um zu verhindern, dass die Gülle negative Auswirkungen auf den Nitratgehalt in den heimischen Talsperren hat, stehen die Stadtwerke laut Berkenkopf in regelmäßigem Kontakt mit den Landwirten: „Die Nährstoff-Ausbringung ist dabei unser Thema“, erläutert Berkenkopf. Er weist auch darauf hin, dass es ohnehin Zeiten gebe, in denen Gülle nicht ausgebracht werden darf: „Das ist dann der Fall, wenn der Boden den Dünger gar nicht aufnehmen kann, weil er beispielsweise gefroren ist.“ Diese Anordnung macht auch durchaus Sinn. Denn: Wenn das Einsickern der Gülle nicht möglich ist, würde die Flüssigkeit unter Umständen in Gewässer laufen – mit fatalen Folgen.

Generell sei das Sauerland ein wenig mit Nitrat belasteter Raum, was das Trinkwasser angehe, hieß es auf MZ-Anfrage aus dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Das sei in Teilen des Münsterlandes und am Niederrhein schon anders, wo das Grundwasser mancherorts sehr hohe Werte aufweise (die MZ berichtete).

Grundsätzlich ist Wilhelm Deitermann, Presssprecher des Umweltministeriums, aber sicher: „Alles, was in Nordrhein-Westfalen aus dem Wasserhahn fließt, ist absolut in Ordnung. Niemand im Land muss sich deshalb Sorgen machen, was die öffentliche Versorgung durch Stadtwerke angeht.“ Abseits der öffentlichen Anbieter, bei privaten Hausbrunnen, stehe die Wasserversorgung hingegen allein in der Verantwortung der Brunnen-Betreiber. Auch hier gebe es aber bestimmte vorgeschriebene Untersuchungs-Intervalle.

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