Rat gibt Analyse in Auftrag

Bekommt Meinerzhagen eine Biogasanlage?

+
Diese Biogasanlage steht bei Bauer Willeke in Bergkamen. Die Meinerzhagener Grünen regen den Bau einer ähnlichen Anlage für Meinerzhagen an.

Meinerzhagen – Die Stadt Meinerzhagen soll eine Biomasse-Anlage bekommen. Um die Machbarkeit zu überprüfen, wird eine sogenannte Potenzialanalyse in Auftrag gegeben.

Das beschloss der Stadtrat mit einer Enthaltung in seiner jüngsten Sitzung. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag gestellt, der auf allgemeine Zustimmung stieß. „Ich persönlich finde das einen interessanten Vorschlag“, erklärte Bürgermeister Jan Nesselrath.

Die Hintergründe für eine Studie zur Machbarkeit einer Biogas-Anlage waren vom Grünen-Fraktions-Vorsitzenden Karl Hardenacke vorgetragen worden. Der Grünen-Politiker erklärte, dass die vorhandene Biomasse zur Energieversorgung genutzt werden sollte, um die Kommune energetisch unabhängiger zu machen. Im herkömmlichen Kompostierungsprozess hingegen würden die Grünabfälle nur langsam verrotten und dabei noch klimaschädliches Kohlenstoffdioxid erzeugen. Am Ende blieben nur etwa fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Energie erhalten.

Die Potenzialanalyse muss nun grundlegende Fragen klären, zum Beispiel, ob ausreichend Material zum Vergären in einer Biogasanlage vorhanden ist oder ob ein Heizkraftwerk (HKW) beziehungsweise Blockheizkraftwerk (BHKW) gewinnbringend genutzt werden könne, um Strom und Wärme zu erzeugen. Die benötigte Biomasse kann nach Vorstellung der Grünen aus verschiedenen Bereichen stammen, zum Beispiel aus Grünabfällen der Abfallwirtschaft, der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und sozialer Einrichtungen. Die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen ist erwünscht und könnte die Kapazität der Anlage erhöhen. Im Moment werden die auf dem Wertstoffhof angelieferten Grünabfälle wie Sträucher und Ähnliches von der Firma Lobbe abgeholt und entsorgt sowie eventuell verbrannt. Grund dafür ist das Verbot des Märkischen Kreises, die Grünabfälle auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie Köttgen zu kompostieren.

SPD-Fraktionsmitglied Peter Kamphaus schlug die Verweisung des Antrags in den Fachausschuss vor. Das Thema sei schon vor geraumer Zeit diskutiert worden, argumentierte er. Sein Vorschlag traf aber auf keine Zustimmung. Hardenecke verwies daraufhin noch auf die Energieagentur NRW, die bereits schon ähnliche Projekte begleitet hätte. „Da liegen Erfahrungen vor“, sagte der Grünen-Politiker. Er und andere Ratsmitglieder können sich durchaus vorstellen, dass eines Tages eine Hackschnitzelheizung am Baubetriebshof installiert wird und dahinter ein Blockheizkraftwerk. - Angela Walser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare