Innenstadt-Fassaden sollen aufgewertet werden

An der Derschlager Straße gibt es noch jeden Menge Verbesserungspotential. - Foto: Helmecke

Meinerzhagen -   Es ist ein Problem, das nicht nur in der Innenstadt von Meinerzhagen anzutreffen ist: Leerstehende Ladenlokale und wenig ansehnliche Fassaden. Beim Bummel über die Derschlager Straße und die Hauptstraße zeigt sich das sehr deutlich. Zahlreiche Schaufenster sind leer oder mit schmucklosem Papier zugehängt.

Von Jochen Helmecke

Dort, wo früher Laden und „Lädchen“ ihre Waren anboten, gibt es jetzt nur noch verschlossenen Türen. Dabei ist die Palette der geschlossenen Betriebe weitreichend. Vom Elektro- und Haushaltswarenfachgeschäft bis zum Modeladen, von der Eisdiele bis zur Immobilienagentur spannt sich der Bogen. Da kann dann auch im besten potemkinschen Sinne kein buntes Bild im Fenster über die Situation hinwegtäuschen. Hinter der Fassade ist nichts.

Und auch die Fassaden selbst sind oft weit von einer schönen oder wenigstens ordentlichen Substanz entfernt. Im Rahmen der Regionale 2013 ist in dieser Hinsicht im Projekt „Oben an der Volme“, eine positive Veränderung eingeplant. Mit einem integrierten Handlungskonzept zur Stützung und Aufwertung des Zentrums und Qualifizierung der Altstadt soll neuer Schwung in die Gestaltung der Innenstadt gebracht werden. In den Erläuterungen zum Projekt heißt es dazu: „Dominiert wird das Erscheinungsbild der Altstadt Meinerzhagen durch die unter Denkmalschutz stehende Jesus-Christus-Kirche. (…) Das Umfeld des Sakralbaus weist jedoch gestalterische Defizite auf. Es ist zu qualifizieren. (…) Ferner ist über eine städtebauliche Verknüpfung zwischen dem historischen Kern und der Fußgängerzone nachzudenken.“ Zumindest diese erste Situationsbeschreibung ist auch für jeden, der mit offenem Auge durch die Stadt geht, schnell zu erkennen.

Während man an manchen Standorten einfach nur ausrufen möchte: „Schön hier“, holt einen nur wenige Meter weiter der „optische Frust“ sofort wieder ein. Dabei sind sich die Fachleute der Regionale und die Kommunalpolitiker in ihrer Einschätzung einig: „Das einmalige Erscheinungsbild der Altstadt ist ein Markenzeichen Meinerzhagens. Im Rahmen aufwertender Maßnahmen sollen historisch wertvolle und stadtbildprägende Gebäude mittels eines Fassadenprogramms saniert werden“, heißt es dementsprechend in der Projektbeschreibung.

„Derzeit ist ein Fachbüro damit beschäftigt, die Modalitäten für die Maßnahme auszuarbeiten. Wenn dieses Konzept steht, kann der Förderantrag gestellt werden“, so Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar auf Anfrage der MZ.

In seinen Erläuterung zum Verfahren ging er dabei auch darauf ein, dass bei positiver Beurteilung des Förderantrages durch das Land entsprechende Mittel für die Stadt bereitgestellt werden, welche dann an Hauseigentümer für gezielte Verbesserungen weitergegeben werden könnten.

Um in der Angelegenheit letztendlich zum Erfolg zu kommen, muss die Maßnahme im Rahmen eines interaktiven Prozesses mit den Anliegern der Altstadt und des Zentrums vorangetrieben werden. Ein Faktor, der aber voraussetzt, dass die Eigentümer selbst „Geld in die Hand nehmen“, um ihre Häuser instandzusetzen oder zu verschönern. Angesicht des immer mehr schwindenden Interesses der potentiellen Mieter an Ladenlokalen keine einfache Überlegung.

Ob hierbei eine weitere Zielsetzung des Projektes eine Rolle spielen kann, hängt von deren Erfolg ab. Umschrieben wird es in der Projektbeschreibung mit den Worten: „Die Vielfalt der Angebote kann im südlichen Teil der Derschlager Straße durch das Schaffen eines Qualitätsquartiers mit dem Schwerpunkt Außengastronomie deutlich gestärkt werden…“

Über die Entwicklung der „Einkaufsstruktur“ in Meinerzhagen entscheiden allerdings nicht nur die Einzelhändler, Dienstleister, Gastronomen und Hauseigentümer. Vielmehr haben es die Kunden ebenso in der Hand, wie sich die Lage zukünftig entwickeln wird.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare