Meinerzhagen soll das Tor zum Naturpark werden

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Am Einstiegsportal zum Sauerland Höhenflug: Der Naturpark Ebbegebirge geht in dem neuen Verbund „Sauerland-Rothaargebirge“ auf – und bietet die Chance auf ein weiteres „Tor“.

Meinerzhagen - Der Startschuss um das Ringen um Fördergelder ist gefallen: Der Stadtmarketingverein hat die Bewerbung um eine Teilnahme am Förderprogramm „Erlebnis.NRW“ mittlerweile eingereicht. Die Hürden bis zur Förderung sind offenbar höher als zunächst gedacht – dennoch geht der Arbeitskreis Tourismus guten Mutes in den Wettbewerb, für den er ein Elf-Punkte-Programm erarbeitet hat.

„Der Teufel steckt im Detail“, sagte Michael Krause, Leiter des Arbeitskreises Tourismus beim Stadtmarketing, jetzt im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung. Im Laufe der insgesamt „positiven Gespräche“ mit der Bezirksregierung in Arnsberg sowie mit dem Verein „Sauerland Tourismus“ in Schmallenberg seien bürokratische Fallstricke zu Tage getreten, denen man nun versuchen wolle auszuweichen. Konkret gehe es etwa um Eintrittsgelder, die für einzelne Projekte in der groben Finanzplanung vorgesehen waren – nach neuen EU-Richtlinien für geförderte Maßnahmen aber nicht mehr erlaubt seien.

Die Refinanzierung und Unterhaltung gestalte sich entsprechend schwierig – aber nicht unmöglich, wie Krause und Stadtmarketing-Geschäftsführer Bernd-Martin Leonidas betonen. „Es gibt Möglichkeiten, aber um diese zu erörtern, müssen wir Fachleute zurate ziehen“, so Leonidas. Zudem müssten für eine erfolgreiche Bewerbung bereits recht konkrete Vereinbarungen mit möglichen Kooperationspartnern vorliegen – wie etwa dem Westdeutschen Skiverband oder der Stadt Meinerzhagen.

Für die hierfür notwendigen Gespräche und Abstimmungsprozesse war die Vorbereitung wesentlich zu kurz“, heißt es von Seiten des Stadtmarketingvereins. Trotz- dem hält Michael Krause es für geboten, das Konzept schon jetzt auf den Weg zu bringen – um Meinerzhagen frühzeitig zu positionieren und noch zu bewältigende Schwächen prüfen zu können. „Sollte die Bewerbung nicht erfolgreich sein, ginge man gut vorbereitet in vielleicht folgende Wettbewerbsrunden. Möglicherweise öffnen sich in der Zwischenzeit aber auch andere Fördertöpfe.“ Nun wollen Krause und Leonidas bei Rat und Verwaltung dafür werben, die etwa 25 000 Euro teure Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben – diese würde schließlich auch für künftige Förderbemühungen Bestand haben.

Doch das Ziel, Meinerzhagen touristisch attraktiver zu machen, wollen die Akteure dennoch nicht aus den Augen verlieren. Als Aufhänger für eine weitreichende Attraktivitätssteigerung dient den Initiatoren der Zusammenschluss von drei Naturparks zum neuen Naturpark „Sauerland-Rothaargebirge“. „In Meinerzhagen könnte damit aufgrund seiner strategisch günstigen Lage die alte touristische Tradition als Tor zum Sauerland wieder aufleben“, sind die Stadtmarketing-Akteure überzeugt. Es bestehe nämlich die einmalige Chance – auch durch die Wiedereröffnung des Bahnhofs – die Stadt als „Tor zum Naturpark“ als Ausflugs- und Urlaubsort bekannt zu machen.

Dies soll durch die Realisierung von insgesamt elf Projekten gelingen, von denen besonders eines hervorstechen soll: das ehemalige Warnamt. „Wenn wir unsere Pläne dort umsetzen könnten, wäre das ein echter Hammer“, ist Michael Krause von den Möglichkeiten dort begeistert. Denn dort könnten als bewusst widersprüchliche Themen der Kalte Krieg, der Naturraum Naturpark und modernde Kunst ein Forum finden.

Nun wollen die Akteure Bürger, Politik und Verwaltung einbeziehen, wobei Bernd-Martin Leonidas von der bisherigen Resonanz auf die Ideen begeistert ist. Mehr als 20 schriftliche Unterstützungserklärungen hätten ihn nach der MZ-Berichterstattung im Juni erreicht. „Man spürt, dass der Wunsch und die Hoffnung bei den Unternehmen und in der Bevölkerung sehr groß sind, verlorenes Terrain im Wettbewerb um Lebensqualität und Kaufkraft zurückzuerobern.“

Folgende Maßnahmen sieht das Konzept des Tourismus-Arbeitskreises vor:

- Info-Points auf dem Stadthallenvorplatz

- Naturkundemuseum neben Erinnerungen an den Kalten Krieg und Kunstausstellungen im ehemaligen Warnamt

- Schanze als barrierefreier Aussichtsturm

- Dreidimensionales Kletterlabyrinth unter der Schanze

- Funsport-Aktivitäten wie die „Fly-Line“ (siehe Foto)

- Wanderbahnhof

- Taxi-Shuttleservice

- erhöhte Wohnmobilkapazitäten

- Radparcours

- Ortseingangsportale mit Hinweis auf Naturpark

- mobile Bühne

Wer sich an der Umsetzung des Konzepts beteiligen will, kann sich mit Bernd-Martin Leonidas unter Tel. 0 23 54 / 70 66 17 in Verbindung setzen.

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