Tourismus-Förderung: Meinerzhagen scheitert mit erstem Anlauf

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Vorerst gibt es keine Fördermittel für den Tourismus in Meinerzhagen.

Meinerzhagen - 55 Tourismus-Projekte wurden jetzt von den Landesministern Garrelt Duin (SPD) und Johannes Remmel (Grüne) als zukunftsweisend und förderfähig auserkoren – das Meinerzhagener Stadtmarketing ging bei der Vergabe der Fördermittel aus dem Wettbewerb „Erlebnis.NRW – Tourismuswirtschaft stärken“ jedoch leer aus.

Michael Krause, der beim Stadtmarketing den Arbeitskreis Tourismus leitet, will sich davon aber nicht entmutigen lassen. Mit diesem negativen Ausgang, so erklärt Krause in einer Pressemitteilung, habe man durchaus gerechnet, „denn das wahrscheinlich umfangreichste und mit 3,6 Millionen Euro wohl auch teuerste aller eingereichten Vorhaben war noch nicht reif für die Umsetzung“, sagt der Touristiker über die Idee, Meinerzhagen als Tor zum Naturpark Sauerland-Rothaargebirge zu etablieren.

Vorhaben benötigen lange Vorlaufzeit

„Vorhaben dieser Größenordnung benötigen jedoch eine sehr lange Vorlaufzeit, um alle Voraussetzungen für eine Erfolg versprechende Umsetzung zu gewährleisten“, räumt Krause ein. Dabei erinnert er etwa an die Machbarkeitsstudie, die ebenfalls Geld kostet und somit einen langen Meinungsbildungsprozess in der Bevölkerung und in der Politik voraussetze. „Dieser Prozess wurde zwar begonnen, ist aber noch lange nicht abgeschlossen“, sagt Michael Krause. Da sich Meinerzhagen im Sinne des geplanten Tourismuskonzeptes als Tor zum soeben gegründeten Naturpark Sauerland-Rothaargebirge etablieren soll, seien außerdem noch Absprachen mit der Naturparkverwaltung zu treffen, die aber erst jetzt ihr Büro in Schmallenberg eröffnet und eine Geschäftsführung eingesetzt hat.

Nichtberücksichtigung ist kein „Beinbruch“

Das heißt aber auch, dass die Zeit zur Umsetzung knapp geworden wäre – zumal die Vorhaben im Wettbewerb „Erlebnis.NRW“ nach Bewilligung innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein müssen. Und so empfindet Krause die Nichtberücksichtigung auch nicht als „Beinbruch“, sondern als Chance: Die Bürger könnten sich nun „in aller Ruhe mit dem Vorhaben auseinandersetzen und gegebenenfalls helfen, um positive Voraussetzungen für eine dann hoffentlich erfolgreiche nächste Bewerbung zu schaffen“.

Denn ein zweiter Projektaufruf sei durchaus möglich, wenn Fördermittel von den Antragstellern nicht abgerufen werden. Und wenn es dazu nicht kommt? „Normalerweise wird solch ein Förderwettbewerb alle vier Jahre ausgeschrieben. Oder man schaut auf andere Fördermöglichkeiten, bei denen dann die Förderquote aber nicht ganz so hoch ist“, erklärt Michael Krause im Gespräch mit der MZ. Die erfolgreichen „Erlebnis.NRW“-Projekte können sich über eine Förderung in Höhe von bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten freuen.

Kleinere Projekte könnten schon realisiert werden

„Im Übrigen besteht natürlich auch die Möglichkeit, insbesondere die kleineren Projektbausteine über andere Fördermöglichkeiten oder sogar mit Hilfe von Sponsoren schon vorab zu realisieren“, so Krause. So könnte etwa der Wanderbahnhof, die Mountainbike-Erlebnisroute oder der Meeting-Point für Touristen auf dem neu zu gestaltenden „Volmemarkt“ bereits kurzfristig angegangen werden, „sofern die Bevölkerung diesem Vorhaben positiv gegenüber steht und die Politik bereit ist, die hierzu unbedingt notwendige Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben“, sagt Krause, der außerdem die heimische Industrie mit ins Boot holen will. Denn auch sie würde von einer Aufwertung des Stadtbildes profitieren, „da es dann sicherlich auch wieder einfacher sein dürfte, Facharbeiter- und Managerfamilien zum Umzug nach Meinerzhagen zu bewegen“.

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