Stadthallen-Umfeld wird sich bald verändern

Eingeengt durch Betonwände und dann in den Untergrund verbannt – so ergeht es der Volme momentan. - Foto: Helmecke

Meinerzhagen - Viel wird sich im nächsten und übernächsten Jahr im Umfeld der Stadthalle verändern. Nach zähem Ringen und mit umfangreicher und zum Teil sehr konstruktiver Bürgerbeteiligung startet der im Rahmen der Regionale 2013 vom Land geförderte Umbau des Areals im nächsten Jahr.

Von Jochen Helmecke

Während vor der „Haustür“ des Stadthallenkomplexes im Wesentlichen die Verkehrsführung verändert wird, ist auf der Rück- und Nebenseite eine komplette Neugestaltung angesagt. Kernpunkt hierbei: Die Offenlegung der Volme und der Bau von drei Brücken. Zwei von ihnen werden dem kombinierten Fußgänger- und Fahrzeugverkehr dienen, eine kleinere Holzbrücke soll ausschließlich den jetzt vorhandenen Fußweg über das Gewässer führen.

Im Moment fließt die Volme neben diesem Weg und „verschwindet“ dann kurz vor der Stadthalle in einem vergitterten Loch. Im Untergrund versteckt, tritt sie erst hinter dem Hit-Markt wieder an die „Öffentlichkeit“. Mit der mittlerweile vorliegenden wasserrechtlichen Genehmigung und dem entsprechenden Zuwendungsbescheid in Höhe von rund einer Millionen Euro kann dieser Zustand jetzt verbessert werden.

„Wir gehen davon aus, dass wir die planungsrechtliche Grundlage, also den Bebauungsplan, bis zum Frühjahr rechtskräftig haben“, so Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck und seine Kollegen Markus Schade und Valko Gerber beim Termin mit der MZ vor Ort. Um die Volme in eine „neues Bett“ zu bringen, ist der Einsatz eines technisch nicht alltäglichen Verfahrens notwendig. Die zur B 54 notwendige Stützwand muss mit so genannte Rüttelstopfbuchsen gegründet werden. Die Erkenntnis hierfür erhielten die Fachleute durch die bereits durchgeführten Bodenuntersuchungen. Dabei stellte sich heraus, dass in dem Bereich „bindiger (lehmiger) Boden“, der durch Wasserzutritt deutlich an Tragfähigkeit verliert, vorhanden ist. Beim Rüttelstopfverfahren wird durch das Rütteln ein Verdrängen des anstehenden Bodens erzielt und in die entstandenen Hohlräume wird direkt grobkörniges Material (z. B. Schotter) eingefüllt und verdichtet. Die nicht unerheblichen Mehrkosten dieser Methode können – nach derzeitigem Stand der Planung – zum Teil durch eine „schmalere“ Bauweise bei einer Brücke kompensiert werden.

Um die Maßnahme insgesamt umsetzen zu können und damit sowohl die Volme in einem naturnahen und gewässertypischem Verlauf „sichtbar“ zu machen, als auch die notwendigen Parkplätze im Stadthallenumfeld nebst der Wegeführungen realisieren zu können, muss der vorhandene Baumbestand gefällt werden.

„Die Pappeln sind etwa 60 bis 70 Jahre alt und haben in letzter Zeit immer wieder teils erhebliche Astbrüche aufgewiesen“, so Valko Gerber. In wieweit die Neuanpflanzungen vorgenommen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret fest. Sicher ist jedoch, dass „heimisches Gehölz“ zum Einsatz kommen wird.

Im Rahmen der Offenlegung und Renaturierung der Volme, wird sich auch „flussabwärts“ etwas tun. Hinter dem „ewigen Schandfleck“ Volmestraße 32 sollen dazu eine Brücke abgerissen und das Flussbett aufgeweitet werden.

Nachdem die Immobilie durch die Stadt Meinerzhagen vor einiger Zeit erworben wurde, kann nun auch ein Teil des geplanten Gebäudeabrisses mit den Haushaltsmitteln für die Renaturierung finanziert werden. Auch hierfür ist ein Förderantrag bei der Bezirksregierung angemeldet worden, welcher nach Vorliegen der konkreten Planung formell gestellt wird. Im Haushaltsplan 2015 sind für die Maßnahme 60 000 Euro eingeplant, wobei man von einer Förderquote von 80 Prozent ausgeht.

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