Stadthallen-Umfeld und „Aldi-Dach“ im Blickpunkt

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Stadthalle und „Aldi-Dach“ (Bildmitte) liegen im Herzen der Stadt. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Aushängeschild für die Stadt oder sozialer Brennpunkt? Am Bereich Stadthalle/ehemaliges Aldi-Dach, direkt im Herzen der Stadt, scheiden sich die Geister.

Während die Zukunftsplanungen umfangreiche Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung vorsehen, fürchten einige Politiker, dass das Gelände momentan immer unsicherer wird.

Leserbrief, Berichte von Pöbeleien und Beschwerden von Anliegern, die sich über Trinkgelage und Sachbeschädigungen beschweren, wurden auch von der Kommunalpolitik aufgegriffen. Erst in der jüngsten Ratssitzung wies CDU-Politiker Udo Kritschker noch einmal auf die „bekannte Problematik“ hin. Er regte deshalb an, Kontrollgänge durch das Ordnungsamt – auch mit Unterstützung von Polizeibeamten – durchzuführen. Diese Vorgehensweise ist nicht neu, so genannte „Ordnungspartnerschaften“, bestehend aus Angehörigen beider Behörden, wurden sogar vom nordrhein-westfälischen Innenministerium propagiert. In märkischen Städten wie Werdohl, Altena, Hemer oder Iserlohn patrouillieren „Kombi-Streifen“ regelmäßig durch die Stadt, besonders bei Festen sind sie im Einsatz.

Auch in Meinerzhagen sind Ordnungsamt und Polizei häufig gemeinsam unterwegs, das wird auch bei der bevorstehenden Pfingstkirmes so sein. Eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung an der Stadthalle ist allerdings Illusion. Weder Polizei noch Ordnungsamt dürften in der Lage sein, das mit dem vorhandenen Personal umzusetzen. Was also tun, um die Situation dauerhaft zu entschärfen? Etwa eine Videoüberwachung? Die wird derzeit nur in wenigen Großstädten in NRW durchgeführt. Um diese Maßnahme umzusetzen, bedarf es triftiger Gründe. Außerdem sind einige strenge rechtliche Auflagen zu beachten. Bleibt die Frage, ob eine solche Maßnahme in Meinerzhagen überhaupt politisch durchsetzbar wäre.

Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Ordnungsamt gebe es in Meinerzhagen bereits, erläuterte am Dienstag auf MZ-Anfrage Hans-Erich Schmidt, städtischer Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. „Wir treffen uns zweimal jährlich zu Besprechungen und – wenn nötig – natürlich aus aktuellen Anlässen. Das haben wir auch diesmal getan, mit Blick auf die beginnende wärmere Jahreszeit“, erläuterte Schmidt weiter. „Wir sind dann so verblieben, dass die Polizei den Bereich Stadthalle und Aldi-Dach stärker bestreifen wird, gerade auch in der Abendzeit. Außerdem wird es an der Stadthalle wieder einen Haltepunkt für Polizeifahrzeuge geben.“

Die Meinerzhagener Ordnungshüter wissen natürlich ebenfalls um den sensiblen Bereich in der Innenstadt. Deshalb sehen auch die Bezirksbeamten hier Schwerpunkte ihrer Streifentätigkeit. Dennoch sei es nicht etwa so, dass die allgemeine Sicherheitslage an der Stadthalle und auf dem Aldi-Dach „exorbitant schlimm“ sei, ist Torsten Hecker, Vertreter des Meinerzhagener Wachleiters Michael Stumpe, sicher. Vom 1. Januar dieses Jahres bis heute fuhr die Polizei vier Einsätze an der Stadthalle, die in den Bereich Unfug oder Schlägerei fielen. „Es gibt also keine Hinweise, dass es dort besonders schlimm ist“, sieht Hecker keine außergewöhnliche Gefahrenlage. „Es sind allerdings Orte, wo wir uns schon zeigen. Unsere Präsenz ist dort höher, das berücksichtigt auch unsere Dienstplanung. Wir suchen dann das Gespräch beispielsweise mit Jugendlichen die sich dort aufhalten und gehen bewusst nicht auf Konfrontation“, erläutert Hecker. ▪ beil

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