Stadthalle bleibt – Fraktionen sind zufrieden

Die Baggerfahrer können sich nun darauf beschränken, am Stadthallen-Umfeld zu arbeiten. Meinerzhagens „gute Stube“ wird erhalten bleiben. - Archivfoto: Beil

Meinerzhagen - Die Stadthalle ist kein Denkmal – diese Entscheidung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) sorgt nun für eine Konfrontation im Stadtrat.

Die Fraktionen von CDU, SPD und FDP zeigten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme erleichtert über die Entscheidung des LWL, kritisierten jedoch scharf das Vorgehen der Grünen.

„Wäre das Ergebnis der durch den Sprecher des Ortsverbandes der Grünen veranlassten Überprüfung der Denkmaleigenschaft positiv ausgefallen, hätte dieses für die Stadt Meinerzhagen und ihre Bürgerinnen und Bürger katastrophale Auswirkungen gehabt“, schreiben Thorsten Stracke (CDU), Rolf Puschkarsky (SPD) und Kai Krause (FDP) in einer gemeinsam verfassten Mitteilung. Jede Veränderung oder Überplanung der Stadthalle hätte nur mit Genehmigung des LWL stattfinden können, eine grundsätzliche Überplanung, wie beispielsweise der Abriss des Restauranttrakts, wäre, wenn überhaupt, nur unter nicht zu unterschätzenden erschwerten Bedingungen und insbesondere bei erhöhtem Kostenaufwand möglich gewesen.

„Die Äußerungen des Sprechers der Grünen, Herrn Hardenacke, in der Meinerzhagener Zeitung sind für uns nicht nachvollziehbar“, zielen Stracke, Puschkarsky und Krause vor allem auf die Aussage Karl Hardenackes ab, dass eine Prüfung seitens des LWL ohnehin hätte stattfinden müssen, aber nun „Zeit gebracht“ hätte. „CDU, SPD und FDP stellen sich die Frage: Wenn die Prüfung durch den LWL zur Denkmalschutzstellung der Stadthalle ohnehin hätte durchgeführt werden müssen, warum sah Herr Hardenacke sich dann gezwungen, diese gesondert zu beantragen?“ Offenbar hätten die Grünen mit allen Mitteln verhindern wollen, dass es zu Veränderungen an der Stadthalle kommt, so die Vermutung des Fraktionstrios. „Absolut unverständlich und zu kritisieren ist hierbei, dass seitens Herrn Hardenacke in diesem Fall etwas in Gang gesetzt wurde, ohne dass er sich über eventuelle negative Folgen und Auswirkungen seines Handelns für unsere Stadt in letzter Konsequenz bewusst war. Die Stadt Meinerzhagen kann letztendlich dankbar und erleichtert darüber sein, dass dieses leichtsinnige Handeln nicht erfolgreich war.“

Sowohl CDU und SPD als auch FDP begrüßen nach eigener Aussage den nun von der Verwaltung eingeschlagenen Weg, „gemeinsam mit der Bürgerschaft die vorgeschlagenen drei Varianten zu prüfen, zu diskutieren und zu erörtern, um am Ende des Prozesses die beste und wirtschaftlichste Variante zum Wohle der Stadt Meinerzhagen umzusetzen“.

Positiv beurteilt auch UWG-Fraktionsvorsitzender Raimo Benger die jüngste Entwicklung in Sachen Stadthalle. Er favorisiert den dritten Verwaltung-Vorschlag „Erhalt des Saals und des Foyers und Abriss des Gaststätten-Anbaus“. „Das ist allerdings noch meine private Ansicht, in der Fraktion werden wir uns natürlich darüber unterhalten.“ Ob an Stelle des Stadthallen-Restaurants dort Einzelhandel angesiedelt werden könnte – dieser Idee steht Benger aber eher skeptisch gegenüber: „Man sollte Einzelhandel nicht aus der Innenstadt abziehen. Vielleicht kann man überlegen, andere Zugpferde hierhin zu bekommen. Etwa den Sportpalast, der eine neue Bleibe sucht, oder ein Restaurant“, überlegt Benger. Um zu einem Ergebnis zu kommen, seien sicherlich noch viele Gespräche nötig, glaubt er.

Ähnlich sieht Georg Follert, Fraktionssprecher der Linken/Piraten, die neue Sachlage. Auch er spricht sich für die von der Verwaltung ins Spiel gebrachte Variante drei aus. „Dabei würde jede diskutierte Idee zu ihrem Recht kommen.“ Follert begrüßt es, „dass das Hickhack um die Stadthalle nun endet“. Für ihn gab es im Vorfeld einen großen Fehler: „Es sind Informationen herausgekommen, die zu diesem Zeitpunkt besser nicht nach außen gedrungen wären.“

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