Stadthalle und Umfeld: Ein neues Zentrum soll entstehen

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Stadthalle und Anbauten – farblich und architektonisch aufeinander abgestimmt. So sieht der Entwurf aus.

Meinerzhagen - Seit Mittwochabend ist die Katze aus dem Sack: Im Ratssaal an der Bahnhofstraße wurde vorgestellt, wie es mit der maroden Stadthalle und auf dem neu sanierten Stadthallen-Umfeld weitergehen soll.

Mehr als 150 Besucher hörten interessiert zu. Und sie erfuhren das: Die Stadthalle zeige sich im Entwurf nach der Sanierung weiter unverkennbar, gleichzeitig modern und offen mit einer neuen vorgehängten Fassade aus hellen Architekturbetonplatten sowie großflächigen verglasten Bereichen. 

Ein besonderer Blickfang soll der neue barrierefreie und verglaste Eingangsbereich werden. Verantwortlich für die Planungen ist das Düsseldorfer Büro RKW Architektur +. Dessen Mitarbeiter bringen in ihren Plänen mehrere Elemente miteinander in Verbindung, in deren Zentrum die Stadthalle steht – unter anderem den Bereich, in dem sich der seit längerem ungenutzte Gastronomieanbau befindet: „Dieser soll einer Neubebauung weichen. Dabei entsteht aus der Anordnung von Stadthalle und neuen Baukörpern, die durch Treppenhauskerne miteinander verbunden sind, eine Passage mit Geschäfts- und Lokalzeile und Wohnungen.“

Und ein „Quartiersweg“ werde sich ergeben, der den gleichen Steinbelag wie der neue Stadtplatz erhalten soll. Er öffnet sich trichterförmig zum Stadtplatz hin und verbindet das neue Quartier mit dem Platz und der Haupt- und Volmestraße sowie der Fußgängerzone.Nach Vorstellungen der Architekten ermöglicht diese Konstellation Kultur und Begegnung. Und: Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten würden hier zusammengeführt und sollen damit als Ergänzung für die Aufenthaltsqualität auf dem Stadtplatz selbst sowie für die Innenstadt dienen.

„Direkt an die Stadthalle angebaut, erstreckt sich ein eingeschossiger Anbau mit begrüntem Dach, der Platz für Einzelhandel mit kleineren Flächen und zwei Gastronomieeinheiten bietet“, heißt es weiter. Flankiert werde dieser Anbau durch ein Gebäudeensemble mit weiteren Flächen für Einzelhandel, Büros, Wohnungen oder auch Praxen auf der anderen Seite des Quartiersweges zur Volmestraße hin. Die Planungen für einen neuen Gebäudekomplex im Detail: Im rückwärtigen Bereich soll der eigenständige Baukörper entstehen, der im Unter-, Erd- und Obergeschoss Platz für größere Einzelhandelsflächen bietet. „Eine großzügig verglaste Gebäudefront und ein als Gründach ausgelegtes Schrägdach lockern die Atmosphäre sichtbar auf, sodass sich das Gebäude ausgewogen in das Umfeld mit offen gelegter Volme einfügt“, heißt es seitens der Stadt. 

Abgerundet werde das alles durch weitere Akzente wie Grünbereiche und den kleinen Quartiersplatz mit Wasserbecken und Bäumen. Die geplante äußere Gestaltung der neuen Bauten, die eine Fassade aus hellen sandfarbenen Klinkerriemchen vorsehe, passe sich farblich an die angedachte Fassadengestaltung der Stadthalle an. Und auch die Parksituation wird im Konzept berücksichtigt: Es sollen zwei bis vier unterirdische Parkdecks entstehen.

In Zahlen: Die Gesamtfläche für den Handel beträgt im Entwurf laut Stadt 4900 Quadratmeter, für Gastronomie 610 und für Dienstleistungen, Büros, Praxen oder Wohnflächen 770 Quadratmeter.

 „Wir haben hier eine riesige Chance. Moderne, ansprechende Architektur mit Strahlkraft für das gesamte Zentrum, ein umfangreiches Einzelhandelsangebot, Gastronomie, Kultur und Begegnung – das alles können wir möglich machen“, so wertet Bürgermeister Jan Nesselrath die Potenziale, die sich mit dem Projekt für die Stadt eröffnen: „Wir wollen ein lebendiges Stadtzentrum, wir wollen einen funktionierenden Einzelhandel, wir wollen ein modernes und einladendes Stadtbild.“ 

Zu den Kosten äußerte sich Hans-Joachim Hamerla vom Büro Architektur, Stadtplanung, Stadtentwicklung (ASS) aus Düsseldorf. Der kommerzielle Teil, der etwa 30 bis 35 Millionen Euro ausmache, müsse von Investoren getragen werden, einige hätten auch bereits starkes Interesse gezeigt. Die Sanierung der Stadthalle könne dann als sozio-kulturelles Zentrum und in Verbindung mit dem restlichen Stadthallen-Umfeld in Höhe von bis zu 60 Prozent gefördert werden. Vor Mitte 2020 werde – ein Förderbescheid vorausgesetzt – mit dem Umbau der Stadthalle aber nicht begonnen werden können. Bauzeit: Etwa ein bis zwei Jahre.

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