Stadtbücherei verliert weiter Kunden

+
Büchereileiterin Karin Leßmeier möchte verstärkt Jugendliche und Berufstätige für das Lesen begeistern. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Nachdem in der Sitzung des Kulturausschusses Anfang Dezember schon eine Tendenz für eine weitere Verringerung der Jahresausleihzahlen der Stadtbücherei vorlag, konnte deren Leiterin Karin Leßmeier jetzt die abschließenden Zahlen für 2010 nennen.

Demnach hatte die Bücherei 50 535 Ausleihen zur verzeichnen. Der Rückgang wird beim Blick auf die Zahlen der Vorjahre deutlich. So ging es von 58 000 (2008) über 54 000 (2009) doch deutlich bergab. Auch die Zahl der Bücherfreunde nahm ab. Heute hat die Bücherei 1105 Kunden in ihrer Datenbank (2009: 1224). „Ich hoffe nicht, das es ein Dauertrend wird“, sagte die Büchereileiterin im MZ-Gespräch.

Positives gibt es bei den aktuellen Zahlen aber auch herauszuheben. So machen mit 438 Personen Kinder bis zwölf Jahre die größte „Ausleihergruppe“ aus. Auch die über 60-Jährigen waren mit 347 Personen in der Leserdatei gut vertreten. Damit wird aber auch klar, dass die Altersgruppe der Jugendlichen und Berufstätigen dazwischen nur in kleiner Zahl die Bücherei der Volmestadt nutzt. Hier will Leßmeier mit dem vermehrten Einkauf von so genannten Non-Book-Medien gegensteuern. Damit sind Hörbücher und Filme gemeint. Ansonsten versucht die Büchereileiterin vor allem mit aktuellen Titeln Leser zu gewinnen. Hier sind zum Beispiel für Jugendliche vor allem die Vampirgeschichten gefragt. In Planung ist zudem eine neue Gebührensatzung, nach der für Kinder keine Jahresgebühr mehr fällig werden soll.

Für Kunden, die vielleicht nicht die Zeit oder Möglichkeit haben, lange in der Stadtbücherei zu verweilen, gibt es auch den Zugriff via Internet. Online können Lesefreunde im kompletten Bücherkatalog (Opac) stöbern. Hier ist auch eine so genannte „Quickliste“ zu finden, die die neuesten Titel im Bestand vorstellt. Der Katalog ist über die Homepage der Stadt Meinerzhagen im Stadtinfo 24 Stunden täglich erreichbar. Solche Öffnungszeiten kann die Bücherei natürlich nicht bieten, doch für Berufstätige wäre eine Möglichkeit zur Ausleihe nach 18 Uhr natürlich förderlich.

Außerdem hat die Büchereileiterin einen Antrag für ein Projekt der Leseförderung von Vorschulkindern in Kindertagesstätten beim Land gestellt. Hier soll auch das Thema Vorlesen in den Vordergrund rücken. Dazu sind natürlich die Eltern der Kinder gefragt. Denn wenn Kindern etwas vorgelesen wird, steige wahrscheinlich auch die Motivation später selbst zu lesen und dies als etwas Schönes zu empfinden, betonte Leßmeier. ▪ ds

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare