Stadtarchiv versteht sich als das „Gedächtnis der Stadt“

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Stadtarchivar Martin Witscher präsentiert als Neuzugang des umfänglichen Archivalienbestandes auch diese Fahne des 1905 als drittem Gesangverein am Ort gegründeten Männergesangvereins „Unter den Linden“. J

MEINERZHAGEN ▪ Im zweiten Anlauf dürfte nun erstmals in dieser Form eine Benutzungs- und Gebührensatzung für das in Räumen der Stadthalle untergebrachte Stadtarchiv in Kraft gesetzt werden. In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege gab es am Mittwoch für den unter Federführung des Ersten Beigeordneten Frank Maatz erarbeiteten Entwurf bei einer Enthaltung ansonsten volle Zustimmung, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Satzung per Ratsbeschluss in der anstehenden Sitzung am 28. November in Kraft gesetzt wird.

Bedenken gegen einzelne Details des Regelwerks zur Benutzung der städtischen Einrichtung kamen in der Sitzung erneut vom Ortsheimatpfleger Chris Riederer, der allerdings nur beratende Funktion und kein Stimmrecht im Ausschuss hat. Seiner Argumentation hinsichtlich der juristischen und praktischen Auslegung bestimmter Formulierungen der Satzung konnten und wollten allerdings weder die Verwaltung noch die übrigen Ausschussmitglieder folgen.

Frank Maatz hatte die Satzung noch einmal ausführlich dargestellt und vor allem darauf hingewiesen, dass man sich bei deren Abfassung hinsichtlich des archivfachlichen Teils eng an eine vom LWL-Archivamt für Westfalen erarbeitete Musterbenutzungsordnung angelehnt habe. Bei der Festlegung der Gebührenentgelte habe man sich auf der Grundlage einer Kalkulation im Wesentlichen auch an vergleichbaren Sätzen im interkommunalen Vergleich orientiert. „Wir bewegen uns mit den jetzt vorgeschlagenenen Gebühren dabei im unteren Mittelfeld“, ordnete der Beigeordnete diese von der Höhe her ein.

Die Benutzung des Stadtarchivs und seiner Bestände kann demnach für dienstliche Zwecke von Behörden und Gerichten, für wissenschaftliche Forschungen, für private und auch für sonstige Zwecke erfolgen. Voraussetzung ist dafür allerdings zunächst ein schriftlicher Antrag des potenziellen Benutzers. Dieser hat im Übrigen durch Kenntnisnahme der Nutzungsordnung schriftlich zu bestätigen, dass er zum Beispiel den möglichen Urheberschutz von Archivalien ebenso berücksichtigt wie anderweitige Schutzfristen von Archivgut.

Frank Maatz versicherte, dass man bei der Anwendung der Satzung eine möglichst weitgehende Benutzerfreundlichkeit gewährleisten wolle.

Das Stadtarchiv versteht sich als „das Gedächtnis der Stadt“, wie es bei der Vorstellung der Einrichtung im Internet-Portal der Stadt Meinerzhagen formuliert wird. Geöffnet ist das Stadtarchiv regulär jeweils montags von 14 bis 16.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Es befindet sich im Erdgeschoss der Stadthalle und ist über den Zugang zur Stadtbücherei erreichbar.

Martin Witscher, der das Archiv gemeinsam mit Ira Zezulak-Hölzer betreut, informierte in der Ausschusssitzung über Arbeit und Bestand der Einrichtung. Durch die Anschaffung neuer Schreibtische konnte der Archivraum erheblich aufgewertet und die Zahl der Besucherplätze auf vier erhöht werden.

An amtlichen Schriftgut konnten weitere Bände der Geburten-, Heirats- und Sterberegister vom Standesamt eingegliedert werden. In der Städtischen Realschule wurde umfangreiches Schriftgut zur Schulgeschichte gesichtet und insgesamt 247 Bände ins Archiv übernommen.

Witscher berichtete auch von der Übernahme weiterer Archivalien aus Vereins- und Privatbesitz. Darunter ist zum Beispiel umfangreiches Material zur Geschichte der Männergesangvereine und eine historische Fahne des MGV Liederkranz.

Von Horst vom Hofe

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