Verwaltung beschäftigt sich mit Archiv-Umzug

Stadtarchivarin Ira Zezulak-Hölzer im Stadtarchiv, das nicht mehr den heutigen Anforderungen genügt. - Archivfoto: Rieder

Meinerzhagen - Es ist eng, alles andere als besucherfreundlich, aber für die Bewahrer der Stadtgeschichte unendlich wertvoll: das Stadtarchiv im Untergeschoss der Stadthalle ist alles andere als zeitgemäß untergebracht. Doch das könnte sich bald ändern.

Von Frank Zacharias

Wie Bürgermeister Jan Nesselrath auf Anfrage der MZ erklärte, wird sich ein Fachgremium in den kommenden Tagen mit der Zukunft des Archivs auseinandersetzen. „Ich kenne den Wunsch, das Archiv zu erweitern und auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das ist sicher auch sinnvoll, da wir bekanntlich über viel wertvolle Schriften verfügen – zum Beispiel aus dem Nachlass von Dr. Manfred Luda“, betont Nesselrath die Schätze, die in den „Katakomben“ der Stadthalle lagern. Allerdings müsse genau überlegt werden, welches Gebäude für eine künftige Beherbergung des Stadtarchivs in Frage kommt. So werde Archivarin Ira Zezulak-Hölzer in dem Treffen über die notwendigen Rahmenbedingungen für die Lagerung historischer Dokumente berichten. „Da geht es um komplexe Dinge wie Lichteinfall und Luftfeuchtigkeit“, erklärt Jan Nesselrath, der einen Umzug in das Hauptschulgebäude nicht ausschließen will, aber auch nicht als logische Konsequenz des baldigen Leerstands sieht. Dennoch stehe auch die Zukunft dieser Immobilie auf der Agenda des Treffens, das ergebnisoffen angegangen werden soll. „Es geht bei den anstehenden Gesprächen einfach darum, Ideen zusammenzutragen und Möglichkeiten auszuloten. Es besteht durchaus Einigkeit darin, dass in Sachen Stadtarchiv etwas getan werden muss“, sagte der Bürgermeister. Doch auch der Wunsch einiger Meinerzhagener nach einem „Heimatmuseum“ sei ihm im Übrigen durchaus bekannt – und werde sicher thematisiert werden.

Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz teilte am Donnerstag im Ausschuss für Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege in diesem Zusammenhang mit, dass man in den Planungen stecke. Einen genauen Zeitraum bis zum Umzug konnte er aber in öffentlicher Sitzung noch nicht nennen.

Die Stadtverwaltung Meinerzhagen selbst kam im Kulturausschuss zu dem Schluss, dass die Ausstattung des Stadtarchivs nicht den Anforderungen bezüglich des Raumbedarfs für die Besucher, die Archivmitarbeiter und auch nicht für zu archivierendes Material aus der Bürgerschaft und Verwaltung entspricht. Ein Umzug werde sich nach den „mittelfristig zur Verfügung stehenden städtischen Gebäuden richten“.

Dass der letzte Hauptschul-Jahrgang 2016/17 in das Schulzentrum Rothenstein umziehen soll (die MZ berichtete), habe jedoch definitiv nichts mit einem bereits beschlossenen Umzug des Stadtarchivs an die Genkeler Straße zu tun. „Da geht es auch um praktische Dinge, wie etwa die Hausmeistertätigkeit“, so der Bürgermeister.

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