Maßnahmenpaket

Die Stadt Meinerzhagen sagt Ratten den Kampf an 

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Für die einen possierlich, für die anderen alles andere als appetitlich: Die Rattenpopulation in Meinerzhagen soll eingedämmt werden.

Meinerzhagen - Es gibt Menschen, die halten sie als Haustiere. Der weitaus größte Teil geht ihnen lieber aus dem Weg: Ratten sind nur selten willkommen – erst recht nicht in Hausfluren oder Toiletten. Und doch sind sie in Meinerzhagen ein nicht unerhebliches Problem.

Jetzt stellt die Stadt ein Maßnahmenpaket vor. Die Köder sind immer wieder im Stadtbild zu sehen. Kleine schwarze Kästen mit Lockmitteln und Rattengift sollen den kleinen Gästen ein Ende setzen. Doch damit allein ist es nicht getan, wie die Verwaltung der Stadt Meinerzhagen jetzt informiert. 

Man will die weitere Verbreitung verhindern „und die bestehende Population eindämmen“, so heißt es vonseiten der Stadt. Dies wurde zuletzt auch in der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses bekräftigt. Man beschäftigte sich mit der Frage, wie man sinnvoll, effizient und den gesetzlichen Vorgaben entsprechend gegen die lästigen Nager vorgehen kann. Wichtige Fragen und Antworten dazu im Überblick. 

Was ist das Gefährliche an Ratten?

Ratten können zwar bis zu 120 verschiedene Krankheiten übertragen – aber auch viele andere Wildtiere sind Überträger. Es können auch immer nur jene Krankheiten weitergegeben werden, die in einer Region vorkommen. In Europa ist das in extrem seltenen Fällen die sogenannte Leptospirose. An der durch Bakterien (Leptospiren) ausgelösten Infektionskrankheit erkranken in Deutschland rund 100 Menschen pro Jahr. Dass die Pest im Mittelalter durch Ratten übertragen wurde, stimmt nur indirekt: Verantwortlich dafür war nach Meinung vieler Experten der Rattenfloh, der im Fell von Ratten lebt.

Gibt es in Meinerzhagen eine Rattenplage? 

Von einer Plage sei man weit entfernt, heißt es dazu von der Stadt. Allerdings habe man in den vergangenen Jahren einen Anstieg der Rattenpopulation verzeichnen müssen, erklärt Katharina Irle vom städtischen Fachbereich Technischer Service.

Wie kommt es zu den steigenden Zahlen?

Die Gründe für diese Entwicklung seien schnell gefunden – denn im Wesentlichen sei der Mensch selbst dafür verantwortlich, dass es immer mehr Ratten gibt. Katharina Irle: „Viele Menschen entsorgen noch immer Essensreste über die Toilette. Für die Ratten kommt das quasi einer Essenseinladung in der Kanalisation gleich.“ Offene Abfall- und Kompostbehälter sowie neben Müllbehältern weggeworfene Abfallreste täten ihr Übriges dazu. 

Wie will die Stadt nun reagieren?

Man will nicht reagieren, sondern frühzeitig agieren, um einem weiteren Anwachsen der Rattenpopulation vorzubeugen. Katharina Irle: „Zu den Bekämpfungsmaßnahmen gehört insbesondere das Auslegen von Giftködern in der städtischen Kanalisation. Dabei werden die Köder am Schacht mit einem Draht gesichert, sodass sie bei Starkregen entfernt werden können. So erfüllen wir die Vorgaben des Umweltbundesamtes, nach denen die Köder nicht mit Abwasser in Berührung kommen dürfen.“ Darüber hinaus übernehme eine zertifizierte Fachfirma die Auslegung von Köderboxen an Stellen wie Pflanzenbeeten oder Hecken im öffentlichen Raum, wo sich der Nager bevorzugt aufhält.

Geht auch für Menschen und andere Tiere eine Gefahr von den Ködern aus? 

Die Gefahr der Köder für die Bevölkerung sei äußerst gering, hatte Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck bereits im vergangenen Jahr im Gespräch mit der MZ betont. „Wir gehen natürlich davon aus, dass sich niemand unbefugt an den Ködern zu schaffen macht und den Inhalt verzehrt“, sagte er damals. Generell sollten Hunde- oder Katzenbesitzer allerdings darauf achten, dass ihre Tiere nicht in Kontakt mit den Ködern kommen. 

Was kann ich selbst gegen eine wachsende Rattenpopulation tun?

Die Stadtverwaltung rät zur Entsorgung von Abfällen in geschlossenen Abfallbehältern und Kompostern, einem sauberen Wohnumfeld und zur Vermeidung von offenen Nahrungs- sowie Futterquellen auf privaten Grundstücken. „Vor allem gehören organische Abfälle nicht in die Toilette und damit die städtische Kanalisation.“

Wo kann ich mich näher informieren?

Für weiterführende Informationen zu Ratten ist seitens der Stadt ein Flyer in Arbeit, der an alle Haushalte verteilt werden soll. Auch eine Informationsveranstaltung gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Lüdenscheid sei in Planung.

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